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Veröffentlicht am 24.07.2025 19:25

Die Stadt Leutershausen will attraktiver für Gäste werden

Nicht besonders attraktiv sind derzeit die Schaufenster am ehemaligen Zettlmeissl-Haus in Leutershausen, direkt gegenüber vom Rathaus. Das soll sich bald ändern. (Foto: Wolfgang Grebenhof)
Nicht besonders attraktiv sind derzeit die Schaufenster am ehemaligen Zettlmeissl-Haus in Leutershausen, direkt gegenüber vom Rathaus. Das soll sich bald ändern. (Foto: Wolfgang Grebenhof)
Nicht besonders attraktiv sind derzeit die Schaufenster am ehemaligen Zettlmeissl-Haus in Leutershausen, direkt gegenüber vom Rathaus. Das soll sich bald ändern. (Foto: Wolfgang Grebenhof)

Wie kann die Stadt attraktiver werden für Touristen? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit einigen Monaten Simone Hartmann im Leutershäuser Rathaus. Dem Schul- und Kulturausschuss des Stadtrates stellte sie nun ihr Konzept vor.

Hartmann kommt aus der Bankenbranche. Die 45-jährige Langfurtherin, die seit 2017 in Burk lebt, wechselte nach fast zwei Jahrzehnten bei der Sparkasse Ansbach 2019 in die Verwaltung im Burker Rathaus. Seit vergangenem Jahr ist die zweifache Mutter bei der Stadt Leutershausen angestellt und kümmert sich dort überwiegend um den Bereich Tourismus sowie um die Aufgaben im Vorzimmer von Bürgermeister Markus Liebich.

Was sie in ihrer kurzen Vorstellung nicht erwähnte: Bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr will sie den Burker Rathauschef Georg Held herausfordern. CSU und Freie Wähler haben sie dort kürzlich als Bürgermeister-Kandidatin nominiert.

Den Bahnhalt besser nutzen

Derweil hat sie in Leutershausen noch einiges vor, wie sie den Ausschussmitgliedern darlegte. Wie kann man Radfahrer gezielter ansprechen und zu einem Aufenthalt in die Stadt locken? Wie kann man den etwas abgelegenen Bahnhalt in Wiedersbach besser für Tourismus nutzen? Und wo kann man eine zentrale Anlaufstelle für Gäste, eine Art Tourist-Info, einrichten? Das sind einige der Fragen, mit denen sich Hartmann beschäftigt.

Zu den längerfristigen Projekten gehört beispielsweise die Überarbeitung der Wanderwege. Dazu bestehe bereits ein guter Kontakt zum Heimatverein. Auch mit den Pionier-Erlebnispfaden (PEP), die Routen mit digital abrufbaren Informationen bieten, wolle man weiterkommen. Für eine neue Strecke brauche man aber entsprechende Haushaltsmittel, denn „da steckt Technik dahinter”. Möglicherweise in Stadtführungen integrieren will Hartmann das Torturmmuseum.

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Ein neuer Nachtwächter fehlt noch

Stichwort Führungen: Ein neues Konzept für Gästeführer sei „in den letzten Zügen”. Allerdings sei man derzeit auf der Suche nach Stadtführern, denn manche möchten nicht weitermachen, andere hätten oft Terminschwierigkeiten. Drei Neue habe man bereits gefunden. Allerdings fehle noch ein Nachfolger für den unlängst verstorbenen Nachtwächter Hans Günter Seebauer, dessen Touren sehr gefragt gewesen seien. Aufgelockert werden sollen künftig die Führungen. Man habe Sagen und „nette Anekdoten” aufgenommen, so Hartmann: „Ein lockerer Stadtrundgang, ohne historische Daten runterzurasseln.“

Überrascht sei sie vom Erfolg der eingeführten Stadtralleys, berichtete die Tourismus-Verantwortliche. Ganze Schulklassen hätten dieses Angebot genutzt. Mit dem Anfertigen der Buttons für die Teilnehmer sei man „kaum hinterhergekommen”.

Schaufenster werden informativ gestaltet

Überarbeitet wurde Hartmann zufolge das Gastgeberverzeichnis. Und neu ist ein Führer zur Gastronomie, der im Flugpionier-Museum und in der Stadtbibliothek aufliegt. Denn dort gebe es die meiste Nachfrage. Bislang mussten die Mitarbeitenden „immer recherchieren”, etwa zu Öffnungszeiten. Hartmann liegt an einer Intensivierung des Kontaktes mit Gastgebern. Sie denkt unter anderem an einen Newsletter für Übernachtungsgäste.

Auf dieser Grünfläche vor dem Unteren Tor in Leutershausen soll eine zentrale Anlaufstelle für Radtouristen entstehen. (Foto: Wolfgang Grebenhof)
Auf dieser Grünfläche vor dem Unteren Tor in Leutershausen soll eine zentrale Anlaufstelle für Radtouristen entstehen. (Foto: Wolfgang Grebenhof)

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Zu einer Anlaufstelle für Besucher der Stadt soll ein derzeit wenig attraktives Gebäude im Herzen Leutershausens, vis-a-vis vom Rathaus, werden: Das ehemalige Zettlmeissl-Haus, das die Stadt vergangenes Jahr erworben hat. Die Schaufenster des ehemaligen Elektrogeschäftes werden schön gestaltet mit Informationen, „die für Besucher wichtig sind”, versprach Hartmann. Eine Seite soll komplett für das Museum zur Verfügung stehen, die andere für eine touristische Nutzung und Veranstaltungen.

Suche nach einer „Corporate Identity”

In einem weiteren Schritt ist ein Stadtrundgang vorgesehen: Ein Plan mit der Beschreibung interessanter, auch historischer Stellen, aber auch mit Hinweisen auf Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten. Ein neuer allgemeiner Stadtplan in überarbeiteter Form sei ebenfalls in Planung. Die alte Auflage sei vergriffen.

„Was macht Leutershausen aus? Wo können wir unseren Platz finden?” Darum geht es Hartmann zufolge bei der Suche nach einer „Corporate Identity” – einer Marke und einem Alleinstellungsmerkmal – für die Stadt, neben der Schlüsselfigur Gustav Weißkopf. In diesem Zusammenhang erinnerte Georgia Horndasch-Shaw (ALL/Grüne) an den Vorschlag „Leutershausen bewegt” mit Blick auf Möglichkeiten sportlicher Betätigung.

Als „tollen Rundumschlag“ würdigte Stadträtin Beate Boch (SPD/Bürgerforum) Hartmanns Bericht. Harald Domscheit (ALL/Grüne) ergänzte, eine Radtour durch alle Stadtteile sei fast fertig. Obwohl die Finanzierung bereits gesichert gewesen sei, habe man das Projekt noch nicht umsetzen können, weil dazu Beschilderungen an Kreisstraßen notwendig seien. „Da war die Abstimmung schwierig”, sagte Domscheit, und „die Chemie der Hauptakteure hat nicht gestimmt”. Mit wenig Aufwand könne das aber realisiert werden.


Wolfgang Grebenhof
Wolfgang Grebenhof
Redakteur in der Lokalredaktion Ansbach seit 1992. Schwerpunktmäßig zuständig für den Raum Leutershausen. Heimatverbunden und weltoffen, regional verwurzelt und global neugierig.
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