Die Arbeitswelt ist im Wandel: Noch nie sorgte technische Innovation für so viel Bewegung wie derzeit. Kassierer im Einzelhandel etwa könnten zunehmend durch Selbstbedienungskassen ersetzt oder die Arbeit von Lektorinnen von KI-Tools übernommen werden. Arbeitnehmer stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Wohin entwickeln? Was ist ein krisenfester Job? Und wer wird in Zukunft gebraucht? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
„Das kommt auch darauf an, wie man einen sicheren Beruf definiert“, sagt Tobias Maier vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Ein sicherer Beruf sei für manche eine unbefristete Festanstellung in einem Großkonzern. Für andere seien sichere Berufe etwa Jobs mit hoheitlichen Aufgaben, also etwa als Polizistinnen, Justizvollzugsbeamte, Lehrerinnen und Lehrer oder als Soldatinnen und Soldaten.
Aber egal, um was es geht: „Bei jedem Job ist ungewiss, ob es ihn mit dem gleichen Aufgabenprofil wie heute auch noch in 40 Jahren gibt“, so Maier. Das war aber auch schon immer so und ist nicht per se etwas Negatives. „Für Beschäftigte bedeutet dies, dass sie immer bereit sein müssen, sich mit Neuem auseinanderzusetzen“, sagt Britta Matthes vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Zum Beispiel mit KI.
Es gibt einige Kriterien, die einen Job zukunftsfähig machen. Dazu zählen:
Aktuell sorgen KI und Cloud Computing dafür, dass Routinetätigkeiten weiter automatisiert werden. Betroffen davon ist nicht nur der Bereich IT, Technologie und Softwareentwicklung, sondern eine Vielzahl von weiteren Bereichen. „Gleichzeitig entstehen aber auch neue Tätigkeiten und dadurch auch neue Berufsbilder“, sagt Maier.
Immer mehr Automatisierungen gibt es laut Matthes etwa im Bäckerhandwerk. Intelligente Gärautomaten verwendeten 3D-Kameras und KI, um das Volumen von Teiglingen in Echtzeit zu messen und den optimalen Gärpunkt zu bestimmen. Roboter können Brezeln oder andere Backwaren formen sowie Öfen bestücken. „Solche Technologien können Arbeitsprozesse wirtschaftlicher und effizienter machen, ersetzen aber letztendlich nicht die menschliche Arbeitskraft“, so Matthes.
Als weniger anfällig für Automatisierungen gelten bislang:
„Der zunächst gewählte Beruf gibt häufig die Richtung vor, in welchem Berufsfeld man sich bewegen möchte“, sagt Maier. Aber niemand könne vorhersehen, wie sich die Dinge in dem einmal gewählten Job entwickeln werden. Daher sei es wichtig, auch nach der Ausbildung das Lernen kontinuierlich fortzusetzen und sich je nach den eigenen Interessen weiterzuqualifizieren. „Das erhöht die eigene Sicherheit, dass man Arbeit hat und eröffnet zugleich neue Karrierechancen mit oft auch besseren Verdienstmöglichkeiten“, so Matthes.
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