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Veröffentlicht am 06.04.2026 00:07

Diese Jobs wird KI nicht ersetzen

KI ist gekommen, um zu bleiben. (Foto: Nico Tapia/dpa-tmn)
KI ist gekommen, um zu bleiben. (Foto: Nico Tapia/dpa-tmn)
KI ist gekommen, um zu bleiben. (Foto: Nico Tapia/dpa-tmn)

Die Arbeitswelt ist im Wandel: Noch nie sorgte technische Innovation für so viel Bewegung wie derzeit. Kassierer im Einzelhandel etwa könnten zunehmend durch Selbstbedienungskassen ersetzt oder die Arbeit von Lektorinnen von KI-Tools übernommen werden. Arbeitnehmer stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Wohin entwickeln? Was ist ein krisenfester Job? Und wer wird in Zukunft gebraucht? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist ein „sicherer“ Beruf? Und gibt es den überhaupt noch?

„Das kommt auch darauf an, wie man einen sicheren Beruf definiert“, sagt Tobias Maier vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Ein sicherer Beruf sei für manche eine unbefristete Festanstellung in einem Großkonzern. Für andere seien sichere Berufe etwa Jobs mit hoheitlichen Aufgaben, also etwa als Polizistinnen, Justizvollzugsbeamte, Lehrerinnen und Lehrer oder als Soldatinnen und Soldaten.

Aber egal, um was es geht: „Bei jedem Job ist ungewiss, ob es ihn mit dem gleichen Aufgabenprofil wie heute auch noch in 40 Jahren gibt“, so Maier. Das war aber auch schon immer so und ist nicht per se etwas Negatives. „Für Beschäftigte bedeutet dies, dass sie immer bereit sein müssen, sich mit Neuem auseinanderzusetzen“, sagt Britta Matthes vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Zum Beispiel mit KI.

Welche Kriterien zeichnen einen zukunftsfähigen Beruf aus?

Es gibt einige Kriterien, die einen Job zukunftsfähig machen. Dazu zählen:

  •  Der Job befriedigt ein gesellschaftliches Grundbedürfnis: „Der Job erfüllt ein langfristiges gesellschaftliches Grundbedürfnis“, so Maier. So werden gut ausgebildete Fachkräfte im Gesundheitsbereich immer benötigt. Auch das Baugewerbe oder die Gastronomie haben eine jahrtausendealte Tradition, die auf gesellschaftliche Bedürfnisse basiert. 
  • Der Job erfordert soziale Kompetenzen: Soziale Kompetenzen wie Empathie und emotionale Intelligenz bleiben gefragt – sie können nicht durch KI ersetzt werden. Solche sozialen Kompetenzen spielen laut BIBB-Experte Maier etwa in der Pflege, in der Erziehung oder im Personalwesen eine große Rolle. 
  • Im Job ist Kreativität gefragt: Kreativität ist essenziell, um Wettbewerbsvorteile durch neue Ideen zu schaffen. „Auch das kann KI oftmals nicht leisten“, so Matthes. Kreativität ist ihr zufolge in sehr vielen Berufen relevant – nicht nur im Bereich Design, Marketing & Werbung sowie Medien & Entertainment. 
  • Der Job erfordert komplexe Problemlösungen: „Auch Berufe, in denen es um komplexe Problemlösungen geht, gelten als zukunftsfähig“, so Maier. Ein Beispiel für einen solchen Beruf ist etwa ein Job als Elektroniker, der ein Haus verkabelt. „KI-Tools können ihm helfen, die Lösung für ein komplexes Problem bei der Verkabelung zu finden“, so Matthes. 
  • Der Job lässt sich anpassen, aber nicht ersetzen: Der jeweilige Beruf entwickelt sich mit neuen Technologien weiter. „Hierbei ersetzt KI nicht den Menschen, sondern verändert Aufgaben und macht Prozesse effektiver“, sagt Matthes. Das betrifft etwa Tätigkeiten in der IT oder Verwaltung.

Welche Branchen gelten als besonders wandelbar oder stabil – ohne Garantien zu versprechen?

Aktuell sorgen KI und Cloud Computing dafür, dass Routinetätigkeiten weiter automatisiert werden. Betroffen davon ist nicht nur der Bereich IT, Technologie und Softwareentwicklung, sondern eine Vielzahl von weiteren Bereichen. „Gleichzeitig entstehen aber auch neue Tätigkeiten und dadurch auch neue Berufsbilder“, sagt Maier.

Immer mehr Automatisierungen gibt es laut Matthes etwa im Bäckerhandwerk. Intelligente Gärautomaten verwendeten 3D-Kameras und KI, um das Volumen von Teiglingen in Echtzeit zu messen und den optimalen Gärpunkt zu bestimmen. Roboter können Brezeln oder andere Backwaren formen sowie Öfen bestücken. „Solche Technologien können Arbeitsprozesse wirtschaftlicher und effizienter machen, ersetzen aber letztendlich nicht die menschliche Arbeitskraft“, so Matthes.

Als weniger anfällig für Automatisierungen gelten bislang:

  • Bestatterinnen und Bestatter 
  • Ärztinnen und Ärzte 
  • Therapeutinnen und Therapeuten im Bereich psychische Gesundheit 
  • Umwelttechnikerinnen und –techniker 
  • Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter 
  • Handwerker, bei denen es auch auf persönliches Einfühlungsvermögen ankommt wie Orthopädie-Schuhmacher, Friseure oder Kosmetiker

Warum sind lebenslanges Lernen und Weiterqualifizierung wichtiger als „die eine richtige Entscheidung“?

„Der zunächst gewählte Beruf gibt häufig die Richtung vor, in welchem Berufsfeld man sich bewegen möchte“, sagt Maier. Aber niemand könne vorhersehen, wie sich die Dinge in dem einmal gewählten Job entwickeln werden. Daher sei es wichtig, auch nach der Ausbildung das Lernen kontinuierlich fortzusetzen und sich je nach den eigenen Interessen weiterzuqualifizieren. „Das erhöht die eigene Sicherheit, dass man Arbeit hat und eröffnet zugleich neue Karrierechancen mit oft auch besseren Verdienstmöglichkeiten“, so Matthes.

© dpa-infocom, dpa:260405-930-909404/1


Von dpa
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