Dinkelsbühler Heimatkrippe: Jahrhundert-Jubiläum mit Veranstaltungsreihe geplant | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.01.2026 16:36

Dinkelsbühler Heimatkrippe: Jahrhundert-Jubiläum mit Veranstaltungsreihe geplant

Richard Deininger, Henry Huber, Toni Flechsler, Ernest Forster, Thomas Höll, Hans Augsburger und Anton Lies (von links) bilden mit Ernst Mittag und Helmut Gerbeth das Team der Stadtbaumeister der Dinkelsbühler Heimatkrippe. (Foto: Martina Haas)
Richard Deininger, Henry Huber, Toni Flechsler, Ernest Forster, Thomas Höll, Hans Augsburger und Anton Lies (von links) bilden mit Ernst Mittag und Helmut Gerbeth das Team der Stadtbaumeister der Dinkelsbühler Heimatkrippe. (Foto: Martina Haas)
Richard Deininger, Henry Huber, Toni Flechsler, Ernest Forster, Thomas Höll, Hans Augsburger und Anton Lies (von links) bilden mit Ernst Mittag und Helmut Gerbeth das Team der Stadtbaumeister der Dinkelsbühler Heimatkrippe. (Foto: Martina Haas)

In den meisten Dinkelsbühler Häusern verschwindet mit der Christbaumsammelaktion der Reservisten am Samstag, 10. Januar, die Weihnachtsdeko wieder im Keller oder auf dem Dachboden. In den Kirchen bleiben die Weihnachtskrippen bis zum 2. Februar stehen. Die Heimatkrippe im Münster St. Georg wird sogar ein Jahr lang nicht abgebaut.

Der Grund: Die weit über die Stadtgrenze hinaus bekannte Krippenlandschaft feiert Weihnachten 2026 ihren 100. Geburtstag. Begleitet wird das Jubiläumsjahr von zahlreichen Veranstaltungen, wie Stadtpfarrer Joachim Pollithy erklärt.

Miniaturen sind weitgehend original

Der Baumeister der Dinkelsbühler Heimatkrippe war Dr. Dionys Stiefenhofer, ab 1920 Stadtpfarrer im Münster. Weil eine von Christoph von Schmid beschriebene Krippe nicht mehr existierte, als Stiefenhofer seinen Dienst in der katholischen Pfarrei antrat, entschloss er sich, das zu ändern. Das biblische Geschehen sollte aber nicht in den Nahen Osten verlegt werden, sondern vor die Kulisse der Heimatstadt. Für die Fertigung der Gebäude und Details begeisterte der Pfarrer einheimische Handwerker und Künstler, die zumeist ehrenamtlich am Aufbau der Krippe mitwirkten. Viele Dinkelsbühler spendeten, um die Materialkosten für das ambitionierte Projekt decken zu können.

Die Gebäudeminiaturen sind noch weitgehend original erhalten, wie Ernest Forster erklärt. Er ist der Sprecher des Krippenteams, also der modernen Baumeister, die für den Auf- und Abbau der Anlage verantwortlich sind. Forster kümmert sich auch während des gesamten Jahres um das bauliche Erbe Stiefenhofers.

Pünktlich zum ersten Advent hatte Forster mit seinem Team wieder die Häuschen, Figuren und anderes notwendiges Material aus dem Krippenkeller geholt. Die Herausforderung war diesmal, die riesige Anlage so aufzubauen, dass sie ein ganzes Jahr lang stehenbleiben kann.

Ernest Forster gestaltet die Landschaft

Jedes Jahr versucht Forster, die Miniaturstadt, in der sich das biblische Geschehen entfaltet und das Jesuskind das Licht der Welt erblickt, ein wenig anders zu gestalten. Die Anordnung der einzelnen Szenen der Krippe von links nach rechts folgt dem in der Bibel beschriebenen zeitlichen Ablauf der Ereignisse, beginnend mit dem Uranfang im Paradies und der Vertreibung Adam und Evas. Ebenfalls ein Anklang an den älteren Teil der Bibel ist die Prophetengruppe, die 1938 dazukam. Die weiteren Szenen, die nach und nach zur Vervollständigung der Heimatkrippe beitragen, folgen dem Ablauf im Neuen Testament.

Festgottesdienst und Vortrag

Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen soll die Heimatkrippe in den kommenden Monaten bis Weihnachten in den Fokus gerückt werden. Los geht es am 8. Februar mit einem Jubiläumsgottesdienst, der um 10 Uhr im Münster beginnt. Anschließend wird Andreas Mack, der vor einigen Jahren einen Krippenführer geschrieben hat, einen Vortrag im Haus der Geschichte halten.

Stadtpfarrer Pollithy plant eine Reihe von Gottesdiensten, die Szenen der Krippe liturgisch aufgreifen. Und er möchte sich inhaltlich auch den Tieren und Figuren widmen, die die Krippenwelt bevölkern. Da gibt es mitten in der Dinkelsbühler Altstadt nicht nur Hunde und einen Hasenstall, sondern auch Tiger, Elefanten und Drachen. Neben Maria, Josef und dem Jesuskind tummeln sich auch römische Soldaten, Taubenhändler oder eine Wasserträgerin mit Kind in den Gassen Mini-Dinkelsbühls.

Die Heimatkrippe im Münster St. Georg ist täglich von 9 bis 17 Uhr zu besichtigen.

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