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Veröffentlicht am 13.05.2026 10:19, aktualisiert am 13.05.2026 11:13

DLRG rettet über 1.000 Menschen am und im Wasser das Leben

Die DLRG-Rettungsschwimmer retten im vergangenen Jahr wieder vielen Menschen das Leben. (Archivbild) (Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB)
Die DLRG-Rettungsschwimmer retten im vergangenen Jahr wieder vielen Menschen das Leben. (Archivbild) (Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB)
Die DLRG-Rettungsschwimmer retten im vergangenen Jahr wieder vielen Menschen das Leben. (Archivbild) (Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB)

Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu Badeunfällen, viele enden tödlich. Oft ist es ein leiser Tod – und ein schneller, der binnen Minuten eintreten kann. An bewachten Gewässern sehen Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer oft das Drama - im vergangenen Jahr haben die Wasserretter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 704 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt. 2024 waren sie in 699 Fällen noch rechtzeitig im Wasser zur Stelle.

Insgesamt retteten sie im vergangenen Jahr 1.154 Menschen das Leben – einschließlich derjenigen, die am Strand oder auch abseits des Strandes einen Herzinfarkt oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erlitten, wie die DLRG mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es sogar 1.446 Gerettete. Mindestens 393 Menschen konnten die Lebensretter im vergangenen Jahr allerdings nicht mehr helfen – sie starben. Das waren 18 weniger als 2024.

DLRG-Präsidentin warnt vor Übermut

Damit weniger Menschen am und im Wasser ihr Leben verlieren, warnte DLRG-Präsidentin Ute Vogt angesichts der beginnenden Badesaison: „Wer übermütig handelt, riskiert unter Umständen sein Leben.“ Denn: „Im Mai und auch zumeist noch im Juni sind die Gewässer oft noch kalt. Daran muss sich der Körper langsam gewöhnen.“ Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt - mit über 642.000 Mitgliedern zum Ende des vergangenen Jahres. Es war der höchste Stand in der Geschichte der Organisation und ein Anstieg um gut 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In besondere Gefahr bringen sich nach Einschätzung der Lebensretter Menschen, die in fließenden oder vielbefahrenen Gewässern baden und schwimmen. Häufig sind es den Angaben zufolge wenig geübte Schwimmer oder gar Nichtschwimmer, die in Gefahr geraten. „Dank unserer freiwilligen Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer sind wir auch für die anstehende Badesaison gut gerüstet“, betonte Vogt. 

An über 1.200 Gewässern und Schwimmbädern im Einsatz

Der Aufwand dafür ist allerdings groß: Im Einsatz an Badestränden, Flüssen und in Schwimmbädern waren die Retter im vergangenen Jahr insgesamt 2,6 Millionen Stunden im Einsatz, sie leisteten rund 44.000 Menschen Hilfe etwa im Falle kleinerer Verletzungen. Bei knapp 4.000 weiteren Einsätzen sicherten sie Sachwerte wie gekenterte Segelboote oder retteten Tiere. 

Die Wasserretter waren an über 1.200 Schwimmbädern und Gewässern im Einsatz, darunter auch mehr als 80 Strandabschnitte an Nord- und Ostsee. Bundesweit sorgten den Angaben zufolge über 51.000 Helfer für Sicherheit im und auf dem Wasser, ein Jahr zuvor waren es sogar fast 55.000. Während der Hauptferienzeit im Hochsommer sind zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten fast 850 Rettungsschwimmer an den Küsten von Nord- und Ostsee gleichzeitig im Einsatz.

Schwimmmeister: Viele Viertklässler schwimmen nicht sicher

Das ist auch nötig. Denn nach Experteneinschätzung kann allein etwa die Hälfte aller Viertklässler nicht sicher schwimmen. „Mir treibt es die Sorgenfalten auf die Stirn, wenn jetzt viele an die Seen gehen, die nicht gut genug schwimmen können“, sagte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister, Peter Harzheim, im vergangenen Sommer. „Vor allem an Badeseen und Flüssen ist die Gefahr größer, dass etwas passiert, wenn man kein guter Schwimmer ist.“ Wichtig sei, dass Eltern mit ihren Kindern in die Bäder gehen und ihnen dort unter Aufsicht schwimmen beibringen.

Als „nachvollziehbare Regelung“ bezeichnete DLRG-Präsidentin Vogt daher verschärfte Vorschriften einiger Bäder in Nordrhein-Westfalen: Dort ist der Zugang für Kinder ohne Bronze-Schwimmabzeichen - den Freischwimmer - und ohne Aufsichtsperson verboten.

Junior-Retter gefragt

Was den Wasserrettern Mut macht: „Zum ersten Mal überhaupt haben unsere Ausbilderinnen und Ausbilder in einem Jahr über 10.000 erfolgreiche Prüfungen für das Junior-Retter-Abzeichen abgenommen“, sagte Vogt. „Viele Kinder haben Interesse daran, sich nach dem Schwimmenlernen auch mit dem Rettungsschwimmen zu beschäftigen. Das lässt mich sehr optimistisch in die Zukunft blicken.“ Das Abzeichen Junior-Retter für den Nachwuchs ab zehn Jahren vergaben die Prüfer im vergangenen Jahr 10.239 Mal. Ein Jahr zuvor hatten es noch 9.377 Mädchen und Jungen erhalten. 

Wer sich als Rettungsschwimmer einsetzen will, braucht mindestens das Rettungsschwimmabzeichen in Silber. Die entsprechende Prüfung dafür haben im vergangenen Jahr bei der DLRG knapp 40.825 Menschen abgelegt – deutlich mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, der bei 38.362 liegt. 

Lebensretter mahnen: kein Alkohol oder andere Drogen

Mit Blick auf die beginnende Badesaison mahnen die DLRG-Lebensretter, möglichst nur in Schwimmbädern und an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen - zur Sicherheit. Und: Alkohol und andere Drogen seien miserable Begleiter an sonnigen Badetagen, betonte Vogt. „Die verändern die Wahrnehmung, stressen den Körper und verleiten zu übermütigem Verhalten.“ Und genau das dürfte im Wasser kaum hilfreich sein.

© dpa-infocom, dpa:260513-930-74008/2


Von dpa
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