Es dauert zwar noch ein Vierteljahr, aber Helmut Haberkamm strahlt schon jetzt, wenn er an das zweite Juni-Wochenende denkt. An dem findet in Burgbernheim das dritte Fränkische MundArt-Festival Edzerdla statt. Helmut Haberkamm, der künstlerische Leiter, und seine Mitstreiter haben sich einiges einfallen lassen.
Vom 7. bis zum 9. Juni dreht sich in Burgbernheim so ziemlich alles um die fränkische Mundart. Wie bei den Festivals von 2016 und 2018 wird der Kapellenberg mit seinen Obstbäumen zum idyllischen Festivalgelände. Die ersten 600 Karten, sagt Burgbernheims Bürgermeister Matthias Schwarz, seien schon verkauft.
Platz pro Tag haben bis zu 3000 Menschen beim Edzerdla. Sie erwartet ein vielfältiges Programm auf zwei Bühnen. Eine steht im großen Festzelt und eine, die Streuobstbühne, auf der Wiese. Außerdem gibt es einen Biergarten mit fränkischem Essen und Trinken, einen Regionalmarkt und Mundart-Infostände.
Ein wenig länger als seine Vorgänger dauert das erste Edzerdla-Festival nach der Corona-Pandemie. Los geht es nun schon am Freitagabend. Insgesamt hat Helmut Haberkamm 38 Programmpunkte gezählt: Musik, Literatur, Kleinkunst, Theater und ein Mundartgottesdienst. Zwischen 100 und 150 Mitwirkende, schätzt der Schriftsteller und Edzerdla-Initiator, werden Fränkisch in allerlei Spielarten zum Besten geben. Und zum ersten Mal findet ein Nachwuchswettbewerb statt.
„Wir führen die Tradition weiter, aber mit neuen Nuancen“, umreißt Helmut Haberkamm das Edzerdla-Programm. Der Nachwuchswettbewerb ist die größte Neuerung. Mitmachen dürfen alle jungen Menschen bis 29 Jahre, solo, in Gruppen oder im Klassenverband. Als Preise winken 500, 300 und 200 Euro. Das Geld stammt vom Bayerischen Dialektpreis. Den bekam das Edzerdla-Team 2022 vom Heimatministerium verliehen. Jetzt nutzt es ihn seinerseits, um junge Talente zu fördern und um sie zu motivieren, sich mit der Mundart auseinanderzusetzen.
Die Form der Beiträge ist frei, erläutert die städtische Projektleiterin Nadine Höhne. Songs, Sketche, Gedichte oder Theaterszenen, Audio- oder Videoaufnahmen – oder ganz klassisch in Papierform – die Jury ist offen für alles. Es gibt nur eine Bedingung: Als Sprache muss Fränkisch verwenden, wozu auch das Fränkische in Hohenlohe oder Südthüringen zählt. Einsendeschluss ist der 30. April.
Den Siegern gehört dann zum Festivalstart am 7. Juni gleich die Kapellenbergbühne, bevor David Saam mit seinem Kellerkommando loslegt und zeigt, wie neue fränkische Volksmusik klingt. Für Kinder spielt Saam mit Boxgalopp auf und seine Fränkischübersetzung von Paul Maars Sams-Geschichten gibt er auch zum Besten.
Eingeladen sind unter anderem auch: Gankino Circus, die Kapelle Bomhard, Mäc Härder, Dunnäkeil, Landmusigg, das Theater Kuckucksheim, die Sammy West Band, der Frauenchor Harmonistas, die Aaschgrundbänd, der Schdief, Joachim Adamczewski, Jo Jasper, Wastel Kauz, Thomas Bauernschmitt, Toni Lang und Fritz Stiegler. Udo Lang, der singende Zimmermann, wird auf dem Kapellenberg gleich stilecht übernachten – er kommt, erzählt Haberkamm, mit seinem Schäferwagen.
Als umherziehende Musikanten sind am Samstag Emmi Weiß samt Begleitung und am Sonntag Heinrich Filsner und Bernd Dittl unterwegs.
Die Moderation für die Streuobstbühne übernehmen am Samstag der Burgbernheimer Hannes Hauptmann und am Sonntag der Comedy-Künstler Atze Bauer. Auf der Hauptbühne steht am Wochenende der Erlanger Kabarettist Klaus Karl-Kraus.
Zum Konzept gehört die Mischung aus bekannten Namen und weniger bekannten Künstlern. Die aber seien es wert, vorgestellt zu werden, sagt Helmut Haberkamm.
Ins Schwärmen kommt er, wenn er von der Stadt Burgbernheim spricht, die Edzerdla mit viel Engagement erst möglich macht: „Wo findet man so etwas heutzutage – paradiesisch.“ Über hundert ehrenamtliche Helferinnen und Helfer werden laut Bürgermeister Matthias Schwarz im Einsatz sein, damit alles klappt. „Wir kriegen das wieder in bewährter Form hin“, ist er überzeugt. Er rechnet mit Gesamtkosten von 100.000 Euro.
Die Eintrittspreise sind bewusst nicht erhöht worden. „Ich kenne kein Festival, bei dem die Karten so viel kosten wie 2018“, sagt Helmut Haberkamm.
Im Interview mit der Fränkischen Landeszeitung erklärt er, warum für ihn der Dialekt unbegrenzte Möglichkeiten bietet.