Die Hitzeperioden ohne Niederschläge im Sommer zeigen ihre negativen Auswirkungen. Durch Trockenheit geschwächte Eichen im Ansbacher Stadtforst am Zeilberg sind von Schädlingen befallen. Der Rat der Experten ist eindeutig: Die betroffenen Bäume müssen gezielt und zeitnah gefällt werden.
„Es wäre schön, wenn es auch mal wieder positive Nachrichten geben würde“, sagte Thomas Deffner bei einem Termin vor Ort. Doch der Oberbürgermeister hatte nur Negatives zu verkünden. Denn in einem etwa fünf Hektar großen Teilstück des Stadtforstes am Zeilberg wurde ein Schädlingsbefall von einem Expertenteam der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft aus Weihenstephan und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ansbach entdeckt.
Konkret geht es um 19 Eichen, die so stark vom Eichenprachtkäfer befallen sind, dass diese zeitnah gefällt werden müssen. Die Larven des Käfers fressen sich in die Rinde und zerstören so die Leitungsbahnen des Baumes für den Wasser- und Nährstofftransport, wie Forstoberrat Christian Frey vom AELF erklärte. Dadurch stirbt der Baum langsam ab. Sichtbar wird dies, wenn die Eiche im Sommer schon braunes Herbstlaub trägt, obwohl das Laub eigentlich noch saftig grün sein sollte.
Die Entscheidung, die betroffenen Bäume zu fällen und sie samt der Krone aus dem Waldstück zu entfernen, ist den Verantwortlichen nicht leicht gefallen. Immerhin handele es sich um einen Baumbestand, der zwischen 150 und 200 Jahre alt ist.
„Man kann es als Schatzkästchen des Ansbacher Stadtwaldes bezeichnen“, sagte Frey. „Was wir jetzt tun, ist eine Risikoabwägung.“ Soll bedeuten: Mit der Entnahme soll eine weitere Ausbreitung des Käfers verhindert und so die übrigen Bäume geschützt werden. „Es ist ein Versuch, das Problem zu lösen“, machte Frey deutlich. „Wenn wir nichts tun, könnten weitere Bäume befallen werden.“ Und genau das wollen die Verantwortlichen verhindern, denn Eichenwälder sind Frey zufolge „unsere wertvollsten Ökosysteme, was die Biodiversität betrifft“.
Baureferent Jochen Büschl sprach von einer traurigen Premiere in Mittelfranken. Laut den Angaben des AELF hat man zum Beispiel eher in Unterfranken mit dieser Problematik zu tun. Wobei die Käfer nicht das eigentliche Problem sind, sondern nur die Folge. Durch die Trockenperioden der vergangenen Jahre sind die alten Eichen nicht mehr so widerstandsfähig, wodurch der Käfer leichtes Spiel hat, wie Frey erläuterte.
Dass Insekten wie der Eichenprachtkäfer oder Eichenkernkäfer in einem solchen Wald vorkommen, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Normalweise sind sie aber Sekundärschädlinge, mit denen die Bäume zurechtkommen.
Die Arbeiten sollen bereits am kommenden Montag beginnen und werden etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen, wie Jochen Büschl und Horst Renner vom Sachgebiet Grün erklärten. Um den übrigen Bestand nicht zu schädigen, will die Stadt besonders behutsam vorgehen und unter anderem auf einen Harvester-Einsatz verzichten. Während der Arbeiten kann es nach seinen Worten auch zu Einschränkungen kommen, wenn es darum geht, den Wald als Erholungsgebiet oder als Route für einen Spaziergang zu nutzen.