Selbstbestimmt und so lange wie möglich im vertrauten Umfeld leben: Diesem Wunsch von Senioren will die Gemeinde Sachsen bei Ansbach Rechnung tragen. Die Fäden laufen bei Quartiersmanagerin Madeleine Danner zusammen. Im Nachgang der Gemeinderatssitzung erläuterte sie der FLZ ihr Arbeitsfeld.
Seit Februar ist Danner Ansprechpartnerin für die älteren Gemeindebürger und alle anderen, die sich für die Zukunft der Senioren in der Gemeinde interessieren. Gefördert wird ihre Stelle vom Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales in Bayern. Den Aufbau seniorengerechter Quartierskonzepte unterstützt der Freistaat mit bis zu 80.000 Euro über maximal vier Jahre. Finanzschwache Gemeinden können eine jährliche Anschlussförderung in Höhe von 20.000 Euro bekommen.
Grundlage von Danners Tätigkeit ist das „Seniorengerechte Quartierskonzept“ der Förderstelle (siehe Kasten). Darin sind drei Säulen aufgelistet. Danners Aufgabe besteht unter anderem darin, zu prüfen, welche Angebote in Sachsen sinnvoll sind und in welcher Form diese umgesetzt werden können.
„Ziel ist, durch Maßnahmen die Gemeinde so zu stärken und weiterzuentwickeln, dass so lange wie möglich im vertrauten, gewohnten und vor allem gewünschten Umfeld gelebt werden kann“, erklärte sie. Damit die Bürger auch im Alter noch selbstbestimmt leben können, muss zunächst die entsprechende Infrastruktur in der Kommune geschaffen werden. Konkret sind damit Anlaufstellen, Beratungs-, Begegnungs-, und Unterstützungsangebote gemeint.
Um sich dem Ziel, das sich die Gemeinde gesteckt hat, anzunähern, knüpfte Madeleine Danner in den vergangenen Monaten viele Kontakte zu Gruppen und Einrichtungen, Vereinen und Bürgern und brachte einige Projekte auf den Weg.
Die Sachsener hatten beispielsweise die Gelegenheit, sich bei Info-Veranstaltungen über barrierefreies Wohnen und Pflege zu informieren. Seit April bietet die Quartiersmanagerin eine offene Bürgersprechstunde an. Außerdem können sich interessierte Senioren seit Anfang November im Reparaturtreff der Arbeiterwohlfahrt den Umgang mit Handy, Tablet oder Laptop zeigen lassen. Im Oktober startete eine monatliche Sprechstunde der Fachstelle für pflegende Angehörige im Rathaus.
Für die Zukunft sind bereits weitere Projekte geplant: So kümmert sich ein Arbeitskreis mit dem Seniorenbeirat um den Aufbau von „Hilfen im Alltag“. Denkbar ist beispielsweise, eine Nachbarschaftshilfe ins Leben zu rufen, die für Senioren Tätigkeiten im Haushalt oder Garten übernimmt.
Umgesetzt hat Madeleine Danner darüber hinaus eine Bürgerbefragung. Im Rahmen der Gemeinderatssitzung habe sie nochmals darauf hingewiesen, wie wichtig die Befragung sei, teilte sie der FLZ mit. „Sie soll den tatsächlichen Bedarf der Bürgerinnen und Bürger ab 63 Jahren aufzeigen. Der bisherige Rücklauf ist mit rund 43 Prozent (375 ausgefüllte Fragebögen) sehr positiv zu bewerten.“ Die Ergebnisse sollen im ersten Quartal des neuen Jahres vorgestellt werden.
Die offene Bürgersprechstunde findet jeden Dienstag von 9 bis 11.30 Uhr im Rathaus statt. Telefonisch erreichbar ist die Quartiersmanagerin montags von 9 bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 16 Uhr sowie Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr unter der Rufnummer 09827/9220313.
Wohnen/Grundversorgung Barrierefreier Wohnraum (Neubau/Anpassungen)Verbesserung des Umfelds (barrierefreie Gehwege, Toiletten)Sicherung der ortsnahen Infrastruktur (Mobilität, Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung)Aufbau alternativer Wohnformen (generationenübergreifendes Wohnen, ambulant betreute Wohngemeinschaften)
Beratung/soziale Netzwerke Quartiersmanagement als Anlaufstelle, aufsuchende Beratung, Vernetzung von Einrichtungen und Diensten in der GemeindeBegegnungs-/Bildungsangebote wie Mittagstisch, Sport oder Computerkurse für Senioren
Ortsnahe Unterstützung/Pflege Alltagshilfen (hauswirtschaftliche Hilfen, Fahr- und Begleitdienste, Reparatur- und Gartendienste)Betreuungsgruppen, Helferkreise und Pflegeleistungen Quelle: Staatsministerium für ⋌Familie, Arbeit und Soziales