Die evangelische Kirche gestaltet diesmal den Abschluss der Interkulturellen Wochen in Ansbach. Sie lädt für den Sonntag, 12. Oktober, zu einem „Tag der offenen Kirche für Nicht-Christen und am Christentum Interessierte” in die Kirche St. Johannis ein. Welche Gruppen haben die Beteiligten im Blick?
„Entdecken – Verstehen – Begegnen” soll es am Sonntagnachmittag von 14 bis 17 Uhr heißen. Die Kirche will ihre Türen für alle öffnen, die einen Kirchenraum kennenlernen möchten – unabhängig von Religion oder Herkunft.
Besucherinnen und Besucher sollen in kurzen spontanen Führungen oder auf eigene Faust erfahren, was zum Beispiel die Bibel ist, was im Gottesdienst geschieht oder worum es sich bei der Predigt handelt. Auch was es etwa mit Taufe und Abendmahl auf sich hat, wie eine Orgel funktioniert oder warum Singen und Musik so wichtig sind, soll Thema sein.
Dazu gibt es Kaffee, Tee und Kuchen, und es ist möglich, miteinander ins Gespräch zu kommen. Ziel ist es nach Angaben von Dekan Dr. Matthias Büttner, locker miteinander ins Gespräch zu kommen und auf Fragen einzugehen.
Der Theologe berichtet von Musliminnen und Muslimen, die eine große Scheu vor Kirchengebäuden hätten. „Sie wissen oft überhaupt nicht, ob sie in die reindürfen.” Musliminnen und Muslime veranstalteten ja auch einen Tag der offenen Moschee. In St. Johannis sähen sie, was in einer Kirche geschehe und was die Säulen des christlichen Glaubens seien.
Die Schwelle überhaupt einmal zu überschreiten, findet der geschäftsführende Pfarrer für die zwei evangelischen Innenstadtgemeinden St. Johannis und St. Gumbertus, Oliver Englert, bedeutsam. Dass das Angebot an die Interkulturellen Wochen angebunden ist, hält er für einen Gewinn.
„Wir waren auch mit einer kleinen Gruppe beim Tag der offenen Moschee”, mit der Integrationsbeauftragten der Stadt, Iryna Savchenko. Diesen Besuch nennt er sehr erhellend. „Letzten Endes ist wichtig, dass man miteinander spricht.” Man sei sich einig gewesen, dass Deutsch dafür die Schlüsselsprache sei.
Privatdozentin Dr. Friederike Oertelt, Pfarrerin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Ansbach, und der Dekan kamen laut dessen Worten auf die Idee zu dem Tag und ließen sich bei Professorin Dr. Heike Walz beraten. Sie ist Inhaberin des Lehrstuhls für Interkulturelle Theologie, Missions- und Religionswissenschaft an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau.
Der Integrationsbeirat der Stadt „war sehr früh mit eingebunden”, legt Matthias Büttner dar. Das Gremium bringe am Sonntag Dolmetschende mit. Flyer sind auf Englisch, Ukrainisch, Arabisch und Türkisch erhältlich.
Eingeladen sind überdies Menschen, die keine andere Religion und keinen Zugang zum Christentum haben. „Sie finden hier niederschwellig Pfarrpersonen verschiedenen Alters und unterschiedlichen Geschlechts”, stellt Matthias Büttner fest, „so etwas könnte man ja dann weiter ausbauen.”
Neben Friederike Oertelt und Matthias Büttner sind am Sonntag Pfarrerin Viktoria de Fallois, Vikar John Pohler, die Vertrauensfrau des Kirchenvorstands von St. Johannis, Karin Schlötterer, ihr Stellvertreter Andreas Heymann sowie das Kirchenkaffee-Team beider Gemeinden mit von der Partie.