Wie wollen Menschen im Alter wohnen? „Inzwischen gibt es eine große Palette, viel mehr als früher“, sagt Inge Müller. Sie ist die Sprecherin der Arbeitsgruppe Wohnen im Alter im Seniorenbeirat der Stadt Ansbach. Für den Donnerstag lädt der Beirat zu einem Bildervortrag ein. Darin erzählt sie auch von eigenen Erfahrungen.
„Mein Zuhause im Alter“ heißt der Vortrag. Er richtet sich an alle älteren Menschen und ihre Angehörigen. Inge Müller will darin verschiedene Wohnformen für Senioren mit ihrem Für und Wider vorstellen.
„Wohnen zu Hause ist auch bei leichten Einschränkungen möglich, durch Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliche Pflegebegleiter oder professionelle Hilfsdienste“, erläutert die 67-Jährige.
Sie weist in dem Zusammenhang auf den Aspekt „Wohnen zur Hilfe“ hin. Dabei könne man zum Beispiel Studierende in einer Einliegerwohnung beherbergen, die Hilfsdienste wie Rasenmähen übernehmen. Andere Senioren ließen sich zu Hause von Angehörigen oder von professionellen Diensten pflegen.
Als Gemeinschaftswohnformen nennt sie Haus- und Wohngemeinschaften. In einer Hausgemeinschaft lebt Inge Müller: im Wohnprojekt Futura Ansbach in der Stahlstraße. „Jeder hat eine eigene abgeschlossene Wohnung“, erzählt sie. Hinzu kämen Gemeinschaftsräume. In Wohngemeinschaften indes „nutzt man auch die Funktionsräume wie Küche und Bäder zusammen“.
Sie informiert bei dem Bildervortrag am Donnerstag überdies über Pflegewohngemeinschaften, die teilweise ambulant betreut seien. Dies komme auf den Schweregrad der Pflege an. Bei den stationären Wohnformen gebe es etwa Kurzzeit- und Verhinderungspflege.
„Wenn pflegende Angehörige zum Beispiel etwas vorhaben, dann kommt es zur Verhinderungspflege.“ Stürze jemand etwa und sei nur eine bestimmte Zeit pflegebedürftig, dann helfe Kurzzeitpflege, sofern Angehörige nicht helfen können.
Die Tages- und die Nachtpflege zählen ebenfalls zur Teilpflege, wie Inge Müller schildert. Die Menschen seien da bloß teilweise in stationären Einrichtungen – tagsüber oder über Nacht, wenn man sie entsprechend versorgen muss.
Eine andere Wohnform sei das betreute Wohnen, bei dem man weitgehend alles selbst regelt, aber zur Not Hilfe in der Nähe habe. „Dann gibt es die Seniorenresidenzen, die luxuriöse Variante des betreuten Wohnens, und die Pflegeheime.“
Inge Müller weist noch auf weitere Wohnformen hin: vom Leben im Ausland über Mehrgenerationenhäuser und Palliativpflege bis hin zur außerklinischen Intensivpflege. „Es ist ein großes Spektrum.“
In einem zweiten Teil des Vortrags erläutert Maximilian Lechler als Pflegeberater am Landratsamt die Möglichkeiten, wie man Bäder altersgerecht ausstatten kann – und Fördermöglichkeiten dazu.
Der Vortrag findet im Simon-Marius-Saal im Tagungszentrum Onoldia statt und beginnt um 17 Uhr. Er soll maximal anderthalb Stunden dauern, und Parkplätze sind vor dem Saal vorhanden, wie die Sprecherin der Arbeitsgruppe betont.
Allgemeine Fragen lassen sich vor Ort beantworten. Was Einzelfälle betrifft, weist Inge Müller darauf hin, dass sich die Menschen dafür in eigenen Terminen entweder bei Maximilian Lechler oder bei der Leiterin des Pflegestützpunktes der Stadt Ansbach, Andrea Dürr-Schmidt, beraten lassen könnten.