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Veröffentlicht am 01.03.2026 04:01

Ein wenig Demokratie in der Kirche – Katholiken wählen

In Bayern dürfen die Katholikinnen und Katholiken neue Pfarrgemeinderäte wählen. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
In Bayern dürfen die Katholikinnen und Katholiken neue Pfarrgemeinderäte wählen. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
In Bayern dürfen die Katholikinnen und Katholiken neue Pfarrgemeinderäte wählen. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Die katholische Kirche kennt nur wenige demokratische Elemente. Am heutigen Sonntag (1. März) gibt es in Bayern aber doch eine Wahl: Die Katholikinnen und Katholiken dürfen neue Pfarrgemeinderäte wählen. Und, so versichern es die Verantwortlichen, diese Laiengremien sind für mehr zuständig als für den Kuchenverkauf am Gemeindefest.

„Die Pfarrgemeinderäte sind eigentlich schon jetzt echte synodale Räte, weil in ihnen die durch die Pfarrgemeinderatswahlen demokratisch legitimierten Repräsentanten der Gläubigen mit den Pfarrern und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenarbeiten“, sagt Christian Gärtner, Chef des Landeskomitees der Katholiken in Bayern.

Erste Wahl seit dem Bischofspapier zur AfD

„Wenn die Pfarrgemeinderäte ihre Aufgaben ernst nehmen, können sie bei fast allen Dingen, die das Leben der Kirche vor Ort betreffen, mitentscheiden.“ Eine Ausnahme seien finanzielle Belange – darum kümmern sich die Kirchenverwaltungen. Auch sie werden gewählt.

Wie es beim Erzbistum München-Freising heißt, sind die Aufgaben des Pfarrgemeinderats in einer Satzung festgelegt. „Der Pfarrgemeinderat dient dem Aufbau einer lebendigen Pfarrgemeinde und der Verwirklichung des Heils- und Weltauftrages der Kirche. Aufgabe des Pfarrgemeinderates ist es, in allen Fragen, die die Pfarrgemeinde betreffen, (...) beratend mitzuwirken oder zu beschließen.“ Die Räte engagieren sich beispielsweise bei diakonischen oder ökumenischen Projekten und gestalten die Öffentlichkeitsarbeit der Pfarrei.

Es ist die erste Wahl in Bayern seit die deutschen Bischöfe 2024 ein Papier veröffentlicht haben, in dem sie sich gegen völkischen Nationalismus stellen und die AfD klar benennen. Außerdem schrieben sie, dass die Verbreitung rechtsextremer Parolen – „dazu gehören insbesondere Rassismus und Antisemitismus“ – unvereinbar ist mit einem haupt- oder ehrenamtlichen Dienst in der Kirche. 

„Machen keine Gesinnungsschnüffelei“

Michael Wolf, Vorsitzender des Diözesenrats in Würzburg, sagte kürzlich: „Wir machen keine Gesinnungsschnüffelei. Aber wenn sich jemand klar gegen das christliche Menschenbild äußert, dann haben wir eine Möglichkeit, um zu reagieren.“ Das Papier der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gebe hier Orientierung.

Das Landeskomitee stehe hinter der Erklärung der Bischöfe, sagte Gärtner. Man ermutige Wählerinnen und Wähler, Kandidierende zu unterstützen, die für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde eintreten. Das gelte nicht nur für die Pfarrgemeinderatswahl, sondern auch für die Kommunalwahl eine Woche später.

Im Kontext der Pfarrgemeinderatswahlen habe es vereinzelte Anfragen aus den Gemeinden gegeben, wie zu verfahren sei bei möglichen Kandidaturen von AfD-Mitgliedern.

In fast allen Gemeinden genügend Kandidaten

Die katholische Kirche in Deutschland steht seit Jahren vor großen Herausforderungen, die Zahl der Mitglieder sinkt und damit auch der finanzielle Spielraum. Auf den Priestermangel reagieren viele Diözesen, indem sie größere Einheiten schaffen und ein Seelsorger für viele Pfarreien verantwortlich ist.

Nach den bisherigen Informationen aus den Bistümern habe man auch genügend Interessierte gefunden, so dass in fast allen Gemeinden genügend Kandidatinnen und Kandidaten bereitstünden, sagte Gärtner. Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung laut Landeskomitee bayernweit bei 12,75 Prozent. Das war ein Rückgang von 4,78 Prozentpunkten im Vergleich zu 2018. Gewählt wurden 24.411 Pfarrgemeinderäte: 16.452 Frauen und 7.959 Männer.

© dpa-infocom, dpa:260301-930-751076/1


Von dpa
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