Zwischen all dem grauen Beton rund um den Lutherplatz in Bad Windsheim ist sie ein bunter Hingucker: die Kirchenbank, die an der Außenmauer der Stadtkirche St. Kilian steht. Sie ist in den Farben des Regenbogens bemalt.
Geplant und umgesetzt haben dieses Bank-Projekt Dekan Jörg Dittmar, Hubert Flory und Armin Höhn. Die Lasur für den bunten Anstrich hatte Flory selbst gemischt. Für ihn war es die erste Kirchenbank, die er bemalt hat. Ansonsten widmet er sich mit seinem Team eher großflächigen Malerarbeiten im Innen- und Außenbereich.
Auf der Rückenlehne der Bank ist zudem Vers 31 aus dem Kapitel sechs des Markusevangeliums in weißen Buchstaben verewigt worden: „Jesus Christus spricht: ,ruhet ... ein wenig‘“. Armin Höhn, der in Bad Windsheim eine eigene Werbeagentur betreibt, hatte dabei geholfen, den Schriftzug drucken zu lassen.
Bislang hatte die Bank im Pfarrhaus gestanden. Und wer auf den Dekan gewartet hatte, durfte sich auf sie setzen. Mittlerweile hat Dekan Dittmar das Exemplar durch ein Sofa ersetzt. Er wollte es seinen Gästen bequemer machen. Der Bank aber sollte eine neue Bestimmung zuteilwerden. Und die hat sie nun tatsächlich gefunden. „Es wird viel auf ihr geküsst und viele machen ihre Brotzeit dort sitzend“, erzählt Dittmar. Sie sei in ständiger Benutzung und auch er selbst verweile gerne auf ihr.
Dass die Bank in den Farben des Regenbogens bemalt worden ist, versteht Dekan Dittmar auch als Botschaft. „Gott liebt diese Welt mit allen Menschen, die auf ihr leben“, sagt er. Ihre Wandlung von braun zu bunt ist für ihn entsprechend symbolträchtig. Denn klar sei auch: „Nie wieder ist jetzt. Braun hat keine Zukunft.“ Und so hätte Dittmar nichts dagegen, wenn diese Botschaft große Kreise ziehen – und die Regenbogen-Bank von Bad Windsheim zum Instagram-Star werden würde.
Weitere bunte Bänke sollen vorerst nicht folgen. Die Jetzige soll ein Unikat bleiben. „Es ist die schönste Bank Bad Windheims“, betont Dittmar. Im Spätherbst soll sie ihren Platz an der Außenmauer der Kirche allerdings wieder verlassen und für die Dauer der kalten Jahreszeit zu ihrem eigenen Schutz ins Innere gestellt werden.