Eine Ruhebank und ein Gedicht: Überraschungen für den Rathauschef von Buch am Wald | FLZ.de | Stage

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Eine Ruhebank und ein Gedicht: Überraschungen für den Rathauschef von Buch am Wald

Ein ziemlich massives Überraschungsgeschenk gab es für das scheidende Gemeindeoberhaupt Friedrich Priester und seine Frau Heidi, die als Gemeindesekretärin aufhört. Priesters Stellvertreter Oliver Reuter und Erwin Klein (von rechts) übergaben eine Ruhebank mit Widmung. (Foto: Jürgen Binder)
Ein ziemlich massives Überraschungsgeschenk gab es für das scheidende Gemeindeoberhaupt Friedrich Priester und seine Frau Heidi, die als Gemeindesekretärin aufhört. Priesters Stellvertreter Oliver Reuter und Erwin Klein (von rechts) übergaben eine Ruhebank mit Widmung. (Foto: Jürgen Binder)
Ein ziemlich massives Überraschungsgeschenk gab es für das scheidende Gemeindeoberhaupt Friedrich Priester und seine Frau Heidi, die als Gemeindesekretärin aufhört. Priesters Stellvertreter Oliver Reuter und Erwin Klein (von rechts) übergaben eine Ruhebank mit Widmung. (Foto: Jürgen Binder)

Die letzte Bürgerversammlung, die er als Gemeindeoberhaupt von Buch am Wald leitete, sollte ganz normal ablaufen. So hatte Friedrich Priester das festgelegt und angewiesen. Doch es ging in diesem Fall nicht nach seinem Willen. Der 69-Jährige ließ es geschehen und war von den Überraschungseinlagen durchaus gerührt.

Seinen regulären Bericht zur Lage der Gemeinde konnte Priester immerhin planmäßig vortragen. Die Anwesenden erfuhren unter anderem, dass sich die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner trotz elf Geburten 2025 weiterhin knapp unter 1000 bewegt. Beim Winterdienst seien die Kosten im Jahr 2025 mit fast 25.000 Euro deutlich höher ausgefallen als 2024 mit gut 17.000 Euro, teilte er weiter mit.

Konzentration auf die Pflichtaufgaben

Zur Haushaltsplanung erklärte Priester, dass es auch 2026 bei der Konzentration auf die Finanzierung der kommunalen Pflichtaufgaben bleibe. Für Investitionen außerhalb dieses Bereichs sei einfach kein Geld da. Der Gesamtumfang der Investitionen beschränke sich deshalb auf rund 275.000 Euro, darunter 60.000 Euro für die Anschaffung eines Tragkraftspritzenanhängers für die Feuerwehr Schönbronn.

Für 27.000 Euro sei der Kauf eines neuen Prozessleitsystems für die Kläranlage geplant. Und 31.000 Euro habe die Anschaffung eines neuen Rasenmähgeräts gekostet, so Priester. Des Weiteren seien in den Vermögensetat 15.000 Euro für eine ergänzende Studie in Sachen Fernwasserversorgung eingestellt worden, berichtete Priester. Er bedauere es sehr, dass man „bei diesem heiklen Thema” noch nicht weiter gekommen sei. „Es ging aber leider nicht, weil sich die Kanalerneuerung zu lange hingezogen hat.”

Langfristig die Wasserversorgung sichern

Das Projekt werde nun sein Nachfolger Hartmut Buckel mit dem neuen Gemeinderat angehen müssen. Es gehe um eine langfristig sichere Wasserversorgung in allen Gemeindeteilen. Für die beiden kommunalen Brunnen laufe die Entnahmeerlaubnis Ende 2026 aus. Natürlich könne eine Verlängerung um 20 Jahre angestrebt werden. Das würde aber die Erweiterung des Schutzgebietes und die Anstellung eines Wassermeisters voraussetzen, weshalb viel für einen Fernwasser-Anschluss aller Gemeindeteile spreche.

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Auch der Kindergartenbetrieb werde für die Kommune zunehmend kostspielig. Weit über 200.000 Euro pro Jahr seien hier inzwischen aufzubringen, meinte Priester. Aktuell besuchten 53 Mädchen und Jungen die Einrichtung und damit weniger als in den Vorjahren. „Ich kann daher nur sagen: Schafft Nachwuchs an, damit die Kita vollbleibt”, so der Bürgermeister.

Gewinn aus PV-Anlagen auf Dächern

Positiv sei, dass der Betrieb von vier Photovoltaik-Anlagen auf gemeindlichen Dächern 2025 einen Gewinn von knapp 26.000 Euro abgeworfen habe. Auch bei der Bewirtschaftung des Gemeindewalds sei im vergangenen Jahr mit 1306 Euro eine schwarze Zahl herausgekommen. Solche Einnahmen seien in einer Gemeinde mit nur geringen Gewerbesteuer-Einnahmen nicht zu vernachlässigen.

Bei Rücklagen von derzeit 1,46 Millionen Euro belaufe sich der aktuelle Schuldenstand der Gemeinde auf 735.000 Euro. Das entspreche einer Pro-Kopf-Belastung von 742 Euro, mit der die Kommune unter dem Landesdurchschnitt von 860 Euro liege, so Priester, der sich am Schluss seiner Ausführungen bei allen engagierten Menschen in der Gemeinde bedankte.

Für das Geld gab es eine bessere Infrastruktur

Es tue ihm leid, dass für Kläranlage und Kanal die Bevölkerung heftig zur Kasse habe gebeten werden müssen. Aber die Gemeinde verfüge dafür jetzt auch über eine ganz gute Infrastruktur, betonte der Bürgermeister, bevor er an den künftigen Gemeinderat den Appell richtete, das Geld weiter zusammenzuhalten. Aus dem alten Gremium veranschiedet wurden in der Bürgerversammlung mit Michael Gundermann, Manuel Reinhard und Thomas Schüttler drei Männer, die sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatten.

Den Teil der Versammlung, den Priesters Drehbuch eigentlich nicht vorgesehen hatte, leitete Gemeindearbeiter Werner Buckel ein, in dem er ein auf den Bürgermeister gemünztes Gedicht vortrug. „Ihr lieben Leit', des is ka Witz. So wor und is halt unser Fritz”, lautete der Refrain. „I wor gern dei Gmaa-Arbeiter und hoff', des gedd mit'm naia Burchermaschder a so weiter”, lautete eine der launigen Strophen, die beim Publikum bestens ankamen.

Ehefrau und Gemeindesekretärin

Den Höhepunkt bildete am Schluss die Übergabe eines besonderen Geschenks. Als plötzlich eine massive Holzbank in den Saal getragen wurde, staunten Friedrich Priester und seine Frau Heidi, die während seiner Bürgermeister-Amtszeit als Gemeindesekretärin gewirkt hatte und mit ihm zusammen aufhört, nicht schlecht. „Ruhebänkla von Heidi und Fritz” ist auf der Rückenlehne zu lesen. Die beiden nahmen auch gleich einmal testweise Platz auf der Sitzgelegenheit und freuten sich.

Seiner Frau, die ihm in seiner langen Amtszeit viel dienstliche Arbeit abgenommen und gleichzeitig privat den Rücken frei gehalten hatte, dankte Friedrich Priester mit einem Blumenstrauß und einem augenzwinkernden, aber auch ernstgemeinten Satz: „Liebe Heidi”, sagte er, „du bist mir in der ganzen Zeit nicht davongelaufen. Das rechne ich dir hoch an.”

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