Ob im Gesundheitswesen, bei der Polizei oder im Kundenservice: Wer in einem emotional belastenden Beruf arbeitet, stößt mitunter an seine Grenzen. Ist der Druck dauerhaft hoch, fühlen sich Beschäftigte oft überfordert und nehmen Erlebtes gedanklich mit nach Hause.
Das kann das Wohlbefinden und die Gesundheit negativ beeinflussen. Wann ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen? „Das ist der Fall, wenn sich Betroffene dauerhaft, also über mehrere Wochen hinweg, erschöpft fühlen und ungewohnt gereizt reagieren“, sagt Johannes Wendsche, Diplom-Psychologe bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua).
Auch dauerhafte Schlafstörungen oder psychosomatische Beschwerden wie Rückenschmerzen können ein Hinweis auf Überforderung oder zu hohe Belastungen im Job sein.
„Je früher Betroffene auf professionelle Hilfe setzen, desto besser“, sagt Sabine Gregersen, Diplom-Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Anlaufstelle für BGW-Versicherte kann die telefonische Krisenberatung der BGW sein.
Andere Beschäftigte haben etwa die Option, Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements ihres Unternehmens zu nutzen. „Auch die Betriebsärztin oder der Hausarzt können Betroffenen einen Weg weisen“, so Johannes Wendsche. Eine Lösung kann unter anderem eine kognitive Verhaltenstherapie sein, bei der Teilnehmende lernen, wie sie sich von emotional belastenden Momenten im Job mental abgrenzen.
© dpa-infocom, dpa:260511-930-67236/1