Es bleibt dabei: Das geplante Wohngebiet Weinbergplateau II soll mit einem Kreisverkehr an die Staatsstraße 2255 nach Rügland angebunden werden. Die Anregung von Bauverwaltung und Oberbürgermeister Thomas Deffner, die Krankenhaus-Kreuzung aus Kostengründen mit einer Ampelanlage zu regeln, fand im Bauausschuss des Stadtrates keine Mehrheit.
Zweieinhalb Stunden diskutierte der Ausschuss über die Hinweise und Einwendungen, die die Stadt von Behörden, Unternehmen und Bürgern im Rahmen der „Frühzeitigen Beteiligung“ im Rahmen des Bauleitplanverfahrens erreicht hatten. Dabei ging es zum Beispiel um die mögliche Verlegung von Daten- und Gasleitungen, aber auch um die Wärmeversorgung des Wohngebietes oder die Entwässerung.
Am Ende brachte der Ausschuss gegen drei Stimmen das Verfahren auf den Weg, und Baureferent Jochen Büschl zeigte sich „zuversichtlich, dass wir das abarbeiten können und im kommenden Jahr einen Satzungsbeschluss auf die Reihe bringen“. Das heißt, dass dann 2025 Baurecht für das Wohngebiet zwischen Staatsstraße 2255 und Tiergartenwald besteht.
Zuvor war die Frage der Verkehrsanbindung ausführlich diskutiert worden, obwohl der Ausschuss bereits vor fast genau einem Jahr einstimmig für einen Kreisverkehr votiert hatte.
„Die Verwaltung hält sich an die Beschlüsse“, beteuerte Baureferent Büschl, wandte jedoch ein, dass die Stadt die Kosten komplett übernehmen und über den Grundstückspreis an die Bauwerber weitergeben müsse. Man müsse davon ausgehen, dass für den Kreisverkehr im Vergleich zur Ampelkreuzung ein sechsstelliger Betrag zusätzlich fällig werde. Problematisch sei auch, dass man während der Bauzeit die Staatsstraße komplett sperren müsse und noch offen sei, wie das Klinikum erreichbar bleiben könne.
Auch OB Deffner wies darauf hin, dass die Anbindung des Klinikums schwierig werden könnte. Außerdem erinnerte er daran, wie sich der Preis für den geplanten Kreisverkehr an der Staatsstraße 1066 in Elpersdorf entwickelt habe: Von ursprünglich 1,2 Millionen Euro auf knapp 2,6 Millionen Euro, weshalb in Elpersdorf jetzt durch das Staatliche Bauamt Ansbach vorerst eine Ampelanlage installiert wird.
Dass es nicht bei der bestehenden simplen Vorfahrtsregelung bleiben kann, wenn aus der T-Einmündung am Klinikum wegen des neuen Quartiers ein Vollknoten wird, ist seit dem Gutachten eines Verkehrsplaners vor gut einem Jahr unstrittig. Denn zu den bisher rund 8800 Fahrzeugen pro Tag werden wegen Weinbergplateau II zwischen 700 und 1700 Fahrzeuge hinzukommen.
CSU-Stadtrat Gerhard Sauerhammer plädierte trotz der Mehrkosten für den deutlich sichereren Kreisverkehr. Er könne sich nicht vorstellen, dass gerade der Krankenhausverkehr „täglich an dieser Ampel stehen“ müsse. Sauerhammer: „Es wäre interessant, wie viel Aufschlag auf den Quadratmeterpreis beim Bauland der Kreisverkehr verursachen würde.“
Baureferent Büschl bezifferte die Netto-Baufläche, die an die Bauherrn veräußert werden könne, auf rund 46.000 Quadratmeter. „Da sind wir also bei etwa zehn bis 15 Euro pro Quadratmeter zusätzlich“, rechnete Sauerhammer hoch, „das ist die Größenordnung“.
Bürgermeister Dr. Markus Bucka (BAP), als Notarzt von Anfang an ein vehementer Befürworter des Kreisverkehrs, bedankte sich mit ironischem Unterton „im Namen des Ausschusses für die Hinweise“ der Verwaltung und konstatierte: „Wer etwas erreichen will, sucht Wege, wer was verhindern will, sucht Gründe.“ Das einzige Problem: Für die Bauphase und die Erreichbarkeit des Klinikums „müssen wir uns was überlegen“. Man könne mit dem Bau des Kreisverkehrs „ein Zeichen für die Zukunft“ setzen, verdeutlichte der Bürgermeister.
ÖDP-Stadtrat Werner Forstmeier brachte noch die Variante einer getrennten Einmündung von Klinikum und Weinbergplateau ins Spiel, wie sie bisher besteht. Baureferent Büschl machte indes deutlich, dass seit Jahrzehnten der Wunsch der Anwohner vom Weinbergplateau I nach einer besseren Verkehrsanbindung besteht. Zurzeit ist dieses Wohngebiet über einen besseren Feldweg an die Staatsstraße angebunden. Das könne so nicht bleiben, findet Büschl: „Wir haben immer gesagt, wenn wir das neue Baugebiet realisieren, machen wir die Anbindung g’scheit.“
Am Ende wurde der Kreisverkehr gegen eine Stimme auf den Weg gebracht. Die Gegenstimme kam nicht vom Oberbürgermeister.
Dieser Artikel wurde zuerst am 17. Juli 2024 publiziert.