Erlbach soll bald eine vernünftige Haltestelle bekommen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 27.10.2025 10:10

Erlbach soll bald eine vernünftige Haltestelle bekommen

Im Gemeindeteil Erlbach ist die Verkehrssituation an der Stelle, an welcher der Bus hält, für Schulkinder bisher nicht gut. Laut Bürgermeister Manuel Döhler soll auf dem Grundstück links vorne für diesen Zweck ein geschützter Wartebereich errichtet werden. Auch ein Tempolimit wird dort als wünschenswert erachtet. (Foto: Jürgen Binder)
Im Gemeindeteil Erlbach ist die Verkehrssituation an der Stelle, an welcher der Bus hält, für Schulkinder bisher nicht gut. Laut Bürgermeister Manuel Döhler soll auf dem Grundstück links vorne für diesen Zweck ein geschützter Wartebereich errichtet werden. Auch ein Tempolimit wird dort als wünschenswert erachtet. (Foto: Jürgen Binder)
Im Gemeindeteil Erlbach ist die Verkehrssituation an der Stelle, an welcher der Bus hält, für Schulkinder bisher nicht gut. Laut Bürgermeister Manuel Döhler soll auf dem Grundstück links vorne für diesen Zweck ein geschützter Wartebereich errichtet werden. Auch ein Tempolimit wird dort als wünschenswert erachtet. (Foto: Jürgen Binder)

Der Stand bei der kommunalen Wärmeplanung war Hauptthema im Neusitzer Gemeinderat. Wolfgang Seitz von der Energieagentur Nordbayern erläuterte Details. Gesprochen wurde auch über die unbefriedigende Verkehrssituation an der Bushaltestelle in Erlbach.

Dort fehle bislang ein geeigneter Unterstellplatz für die Schulkinder, hieß es. Außerdem sei an dieser Stelle eine Geschwindigkeitsbegrenzung wünschenswert. Im Rahmen einer Verkehrsschau sei empfohlen worden, zunächst einen geschützten Wartebereich mit Buswartehäuschen sowie ein Haltestellenschild zu errichten, erklärte Bürgermeister Manuel Döhler. Sollte danach weiterhin eine Gefahrenlage bestehen, könne eine Beschränkung auf Tempo 30 in Betracht gezogen werden.

Umfeld soll einbezogen werden

Im Gremium wurde Unverständnis darüber laut, dass die Kommune nicht eigenständig eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung anordnen könne. Der Bürgermeister kündigte an, für das Wartehäuschen eine rund sechs Quadratmeter große Fläche vorzusehen und die Situation mit den Anliegerinnen und Anliegern abzustimmen. Eine Förderung in Höhe von bis zu 9000 Euro sei der Verwaltung seitens der Regierung bereits zugesagt worden. Damit bleibe der Aufwand für die Gemeinde überschaubar, so Döhler.

Einen kommunalen Wärmeplan braucht Neusitz - wie nach den gesetzlichen Vorgaben alle Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnenden - bis Juni 2028. Das Gebäudeenergiegesetz schreibt zudem vor, dass neu eingebaute Heizungen nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei bestehenden Gebäuden zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.

Ein „strategisches Planungsinstrument“

Neu installierte, fossile Heizsysteme, so Fachmann Wolfgang Seitz in der Sitzung, müssten außerdem sicherstellen, dass ab dem Jahr 2040 schrittweise mindestens 60 Prozent der Wärme aus Biomasse oder grünem Wasserstoff erzeugt werden. Die Wärmeplanung sei zunächst ein „strategisches Planungsinstrument“ und daher nicht rechtsverbindlich, erklärte Seitz weiter. Die Entscheidung über konkrete Maßnahmen liege allein bei der Kommune – ein Wärmenetz sei nicht zwingend zu realisieren.

Als Schwerpunktgebiete für den Aufbau eines Wärmenetzes stellte Seitz zwei Bereiche vor: Im Ortsteil Schweinsdorf wurde ein bestehendes Quartier mit rund 80 Gebäuden behandelt, während im Neubaugebiet „Am Schlossberg“ in Neusitz etwa 56 Gebäude betrachtet wurden. Beispielhaft erläuterte der Referent für ein Wärmekonzept „Am Schlossberg“ eine zentrale Wärmeversorgung mit einem Heizhaus als möglichem Standort. Hier würde man, wenn alle anschließen, insgesamt 1150 Meter Leitungen benötigen.

Wärmepumpe liegt bei den Kosten vorne

Beim Kostenvergleich läge die dezentrale Wärmepumpe bei 1,21 Millionen Euro Investitionskosten, bei Einsatz von Hackschnitzeln bei 1,37 Millionen und bei Geothermie bei 1,49 Millionen. Die beiden letzten können mit etwa 500.000 Euro bezuschusst werden. Beim Vergleich der Kosten des Energieeinsatzes seien diese bei den Wärmepumpen durch die Nutzung der Umweltwärme deutlich niedriger als bei Hackschnitzeleinsatz oder Geothermie.

Die Förderung für die Kosten der Machbarkeitsstudie liege zurzeit bei 50 Prozent, die Quote für die Umsetzung bei 40 Prozent bei einem Umsetzungszeitraum von sechs Jahren. Auch für das Versorgungsgebiet Schweinsdorf wird eine Berechnung mit einem Heizhaus als Basis gezeigt. Zum Vergleich der Investitionskosten schneidet hier die Luft-Wärme-Pumpe mit 2,5 Millionen Euro und einem Eigenanteil von 1,5 Millionen wesentlich günstiger ab als bei der Hackschnitzel-Variante.

In seinem Sachvortrag wies Seitz darauf hin, dass eine zentrale Wärmeversorgung nur bei einer sehr hohen Anschlussquote wirtschaftlich und zudem mit hohen Verwaltungskosten verbunden sei. In der anschließenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, ob sich auch kleinere Haus- oder Siedlungsgruppen zu einem gemeinsamen Wärmenetz zusammenschließen könnten.

Kleines Netz eventuell günstiger

Seitz erläuterte, dass ein solches kleines Wärmenetz möglicherweise kostengünstiger wäre, da keine Verwaltungskosten anfielen und keine Gewinnabsicht bestünde. Dies könne daher eine überlegenswerte Variante darstellen. Abschließend erklärte Bürgermeister Döhler, der Zeitraum für eine Siedlungsplanung sei zu lang und das Risiko zu groß, dass eine Förderung zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr gewährt werde. „Uns fehlen mindestens drei Großverbraucher“, so Döhler. Als Entscheidungshilfe sei eine Umfrage geplant. Ein vollständiges Konzept soll in der Dezembersitzung vorgestellt werden.


Von Susanne Landgraf
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