In ein Forum für außergewöhnliche Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme verwandelt das Festival Beyond das KulturKino Feuchtwangen vom 30. Oktober bis 2. November. An vier Tagen sind knapp drei Dutzend ausgewählte Beiträge – darunter mehrere Uraufführungen – aus aller Welt zu erleben. Der thematische Schwerpunkt ist „Wahrheit“.
„Über 100 Filmschaffende haben sich mit ihren Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen beworben”, heißt es in der Pressemitteilung des Vorsitzenden des Vereins KulturKino, Wolfgang Grebenhof. „Etliche werden persönlich nach Feuchtwangen kommen, um ihre Werke vorzustellen. Erwartet werden auch zwei Regisseurinnen aus Russland.”
Nach dem Einführungsvortrag von Festivalleiter Ludger Pfanz am Donnerstag, 30. Oktober, um 18 Uhr stellt zunächst die Bamberger Regisseurin Julia Flachmann ihre Hommage an die Kittelschürze vor. Anschließend folgt die Deutschlandpremiere von „Menschen, Götter und andere Kreaturen“ in Anwesenheit der Regisseurin Svetlana Strelnikova und ihres deutschen Produzenten Frank Müller, berichtet Grebenhof.
Jeder weitere Festivaltag folgt einer festen Struktur: Um 18 Uhr eröffnen Kurzfilme den Abend, gefolgt von Podiumsdiskussionen oder Kurzvorträgen. Der Hauptfilm beginnt jeweils um 21 Uhr.
Der Freitag, 31. Oktober, steht im Zeichen der Comedy. Im ersten Block um 18 Uhr gibt es Kurzfilme, darunter etliche Deutschlandpremieren. Zu sehen sind acht Beiträge aus den USA, aus Hongkong, Frankreich, Russland, aus der Schweiz und aus Deutschland. Der Programmblock um 21 Uhr startet mit „Zeit für Veränderung“ des Feuchtwanger Filmemachers Oliver Tomandl. Es folgt die Weltpremiere von „Just Live“ der russischen Regisseurin Aleksandra Hobs. Beide haben ihr Kommen zugesagt.
Der Samstag, 1. November, ist dem politischen Film und der Debatte gewidmet. „Der Kurzfilmblock ab 18 Uhr gibt tiefe Einblicke in die Zukunftsängste und Sorgen junger Filmkünstler, von denen etliche anwesend sein werden”, so der Pressetext weiter. Die zehn Beiträge stammen aus England, Italien, Mexiko und Deutschland. Im Mittelpunkt des Abendprogramms ab 21 Uhr steht – in seinem Beisein – der neue Film von Adrian Schwartz: „Wir gehen Alle nach Oben“.
Am Sonntag, 2. November, lädt das Festival zunächst um 11 Uhr zur Filmmatinee mit einer von Gideon Homes neu vertonten, modernen Fassung des Stummfilmklassikers „Metropolis“. Das Besondere: Homes wurde als Mitglied der Sabajo-Familie geboren, einem Indianerstamm namens Arawaks, der in den Regionen Südflorida und Suriname lebte.
Der Programmblock am Sonntagabend ab 18 Uhr gehört den Dokumentarfilmen mit dem Fokus auf jungen Filmemachenden aus Deutschland. Ab 21 Uhr findet dann die Preisverleihung für die besten Beiträge des Festivals statt. Die Jury erläutert ihre Entscheidung vor dem Kinopublikum. Auch der Gewinner des Publikumspreises wird bekannt gegeben, bevor sich das Filmbüro Franken mit einer Auswahl preisgekrönter fränkischer Kurzfilme vorstellt. „Wir wollen unabhängige Filmemacher im mittelfränkischen Raum unterstützen und ein breites
Publikum für deren Arbeit gewinnen“, betont das Filmbüro Franken.
Als „Zugabe” ins Programm genommen wurde ganz aktuell der Kurzfilm „Malina“ von Lorenz Wetscher aus Heilsbronn bei Ansbach. „Er ist frisch zurück vom Chelsea Film Festival in New York, wo sein Werk am 17. Oktober US-Premiere feierte”, so der KulturKino-Vorsitzende. „Im Anschluss gibt es eine Diskussion, wie man die Produktionsbedingungen in Franken und vor allem im ländlichen Raum für Filmkünstler verbessern und stärken kann.” Es diskutieren der Vorsitzende des Filmbüros Franken, Torsten De Souza Santos, Stephan Hilbert, Professor im Bereich „Bewegtbild/Dramaturgie und Regie“ an der Hochschule Ansbach, Mitglieder des Künstlerkollektivs Halbweltmedia aus Dinkelsbühl sowie Lorenz Wetscher.