Wie ein Filmemacher aus Leutershausen die Geschichte der Lokalbahn lebendig macht | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.01.2026 12:00

Wie ein Filmemacher aus Leutershausen die Geschichte der Lokalbahn lebendig macht

Bechhöfer Boggala wurde die Dampflok genannt, als sie zwischen Ansbach und Bechhofen verkehrte. Heute ist sie nach einer gründlichen Renovierung rund um Landshut unterwegs.  (Foto: Matthias Geiselsöder)
Bechhöfer Boggala wurde die Dampflok genannt, als sie zwischen Ansbach und Bechhofen verkehrte. Heute ist sie nach einer gründlichen Renovierung rund um Landshut unterwegs. (Foto: Matthias Geiselsöder)
Bechhöfer Boggala wurde die Dampflok genannt, als sie zwischen Ansbach und Bechhofen verkehrte. Heute ist sie nach einer gründlichen Renovierung rund um Landshut unterwegs. (Foto: Matthias Geiselsöder)

Seinen Namen bekam das „Bechhöfer Boggala”, weil es so ruckartig unterwegs war. Die historische Lokalbahn war von 1903 bis 1970 in Betrieb. Jetzt hat der Filmemacher und Hobby-Historiker Günther Müller aus Leutershausen im Rahmen der Reihe „Sagen und Geschichten aus meiner Heimat” einen Film darüber neu veröffentlicht.

Die Eisenbahnlinie führte von Ansbach über Schalkhausen und Lengenfeld und Neunkirchen bis zum Umsteigebahnhof Leutershausen-Wiedersbach. Von dort ging es dann auf einer eingleisigen Strecke weiter über Rauenbuch, Neunstetten, Mühlbruck, Herrieden, Rauenzell, Thann, Sommersdorf, Großenried und Arberg/Voggendorf bis zur Endstation Bechhofen.

Die Strecke war 34 Kilometer lang

Zunächst kamen Dampfloks der Bayerischen Staatsbahnen zum Einsatz, die in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts gebaut worden waren und 45 Kilometer pro Stunde schnell waren. Ab 1930 wurden die Waggons dann von Lokomotiven der Baureihe 70 gezogen. Diese Dampflokomotiven waren in der späten Kaiserzeit konstruiert worden und schafften immerhin eine Spitzengeschwindigkeit von 65 Kilometer pro Stunde.

Die Fahrtzeit entlang der zwölf Haltestellen betrug eine Stunde und 45 Minuten, berichtet Günther Müller im Begleittext der Neuauflage seiner Film-DVD mit einer Spielzeit von 35 Minuten, die im November letzten Jahres veröffentlicht wurde. Die Strecke zwischen Ansbach und Bechhofen war 34 Kilometer lang.

Lok wurde durch Schienenbus ersetzt

1963 wurde die Dampflok 70 083 ausgemustert und durch einen Schienenbus ersetzt. Diesellokomotiven zogen die Güterzüge, die auf der Strecke fuhren.

Im September 2025 hatte die FLZ über Günther Müllers Forschungen zum Thema „Bechhöfer Boggala” berichtet. Danach meldeten sich bei ihm Zeitzeugen, die noch Beiträge und Erinnerungen zu dieser Lokalbahn hatten. Mit diesem neuen Material wurden viele Details in der bereits bestehenden Filmdokumentation ergänzt. Dazu kommt ein Filmausschnitt, der eine Museumsfahrt der Original-Dampflok 70 083 zeigt, die heute in einem Museum in Landshut beheimatet ist.

Vorführungen auf der Großleinwand

Die DVD, wie alle Filmgeschichten aus seiner Heimat, wird Günther Müller bei Seniorennachmittagen, VdK-Versammlungen oder Vereinsveranstaltungen in allen Orten an der früheren Bahnlinie wieder kostenlos bei Filmnachmittagen auf einer Großleinwand vorführen. Wer Interesse daran hat, kann den Filmemacher unter der Nummer 09823/926003 anrufen.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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