Wie sollen die befestigten Wege im Bad Windsheimer Kurpark im Zuge der Landesgartenschau 2027 gestaltet werden? Zwei Varianten eines möglichen künftigen Belages wurden zur Inspiration nun nördlich des Tiergeheges errichtet. Eine Delegation des Stadtrates schaute sie sich am Freitagnachmittag an.
Erst am Vormittag seien Bürgermeister Jürgen Heckel und Birgit Grübler, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH, über die errichteten Flächen informiert worden. Sie wollten den Stadtrat direkt mitnehmen und beraumten den Besichtigungstermin kurzfristig an, was besonders Ronald Reichenberg (SPD) wertschätzte. Die Varianten seien schon in Videokonferenzen mit dem Landratsamt und dem bayerischen Amt für Denkmalpflege gezeigt worden. Die Entscheidung fälle letztlich das Landratsamt, eine Freigabe sei noch nicht erfolgt, betonte Heckel.
„Das sind die ersten Musterflächen und Ideen zur Orientierung“, erläuterte Birgit Grübler. Vorgeschlagen wurden die Flächen von Philip Haggeney vom Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, der die Daueranlagen für die Landesgartenschau plant. „Wichtig ist jetzt erst einmal die Optik“, erklärte Grübler.
Bei Option eins seien in der Musterfläche Steine mit Rillen erkennbar; Letztere wären später nicht mehr vorhanden, weil sich in ihnen beispielsweise Dreck absetze. Das Muster gebe es aber eben nur mit den dann später wegfallenden Rillen. Die Platten seien bei Vorschlag eins kleiner. Drei angedeutete Elemente setzen sich zu einer größeren Einheit zusammen.
Variante zwei beinhalte größere Platten. Ein Vorteil beider Möglichkeiten, so Birgit Grübler: die langfristige Pflege. Mit einer Art Sauger könnten einzelne, defekte Platten herausgenommen und relativ einfach ausgetauscht werden.
Beim Besichtigungstermin häuften sich die Fragen der Ratsmitglieder: Wie groß ist der Aufwand beim Verlegen? Gibt es eine Nachkauf-Garantie? Wie liegen die beiden Optionen in puncto Kosten? Gibt es Beispielorte, an denen die Beläge schon zum Einsatz kamen? Wie würde ein gerader Weg mit den Platten aussehen? Wie würde die Einfassung gestaltet werden? Alle Details wolle man noch mit Planer Haggeney klären, sicherte Birgit Grübler zu.
Den Stadtbetrieben seien die Optionen noch nicht präsentiert worden, betonte Bürgermeister Heckel. Da es sich um ein neues Verlegesystem handle, könnte Überzeugungs- oder Aufklärungsarbeit nötig werden. Wichtig sei nun, dass der Bad Windsheimer Stadtrat sich entscheidet – gemeinsam mit dem Landratsamt.
Bilder der Varianten wurden auch in der direkt folgenden Stadtratssitzung am Freitagnachmittag gezeigt. Dieter Hummel (CSU) gefielen beide Optionen optisch nicht. Er stellte in Frage, ob die Platten in einen denkmalgeschützten Kurpark passen würden. „Das ist für mich jetzt nicht so berauschend.“ Silke Städtler (Liste Land) befand, dass auch in einem Kurpark Kontraste gut tun können.
Georg Gerhäuser (CSU) wollte wissen, ob es sich um Serienplatten oder um ein Sonderformat handele. Laut Grübler seien die Platten Standardprodukte, genauere Informationen lagen ihr aber noch nicht vor. Sie sicherte zu, sich zu erkundigen. Eberhard Gurrath (FWG) fragte, ob es noch weitere Alternativen zu den bisherigen Varianten gäbe. Bislang nicht, erklärte Grübler. „Nur wenn wir damit gar nicht leben können“, würden nochmals neue Optionen angefordert, meinte Heckel dazu.
Gurrath wollte außerdem wissen, ob auch Stadträte Vorschläge einbringen dürften. Der Bürgermeister plädierte dafür, dass man die Auswahl doch dem Planer überlassen sollte, der sich schließlich schon intensiv mit Bad Windsheim auseinandergesetzt und langjährige Erfahrungen mit Gartenschauen habe. Seine Vorschläge habe Haggeney nach dem Gesamtkonzept der Schau ausgewählt, fügte Birgit Grübler an. Eine Entscheidung fiel noch nicht.