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Veröffentlicht am 13.02.2023 16:30

Freude über Gerichtsurteil gegen den Einsatz von Pestiziden

Das Aktionsbündnis für neonicotinoidfreie Landwirtschaft freut sich laut einer Pressemitteilung über die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), dass die Notfallzulassungen für verbotene Pestizide und damit auch für die bienengefährlichen Neonicotinoide unzulässig sind.

Außerdem begrüßt es die Forderung des Fränkischen Rübenbauerverbands nach regionaler Bio-Rüben-Verarbeitung. Der Zusammenschluss von Imkern und Naturschützern habe, so die Mitteilung, mit Wasser- und Bodenproben nachgewiesen, dass die nur per Notfallzulassung mit Neonicotinoiden gebeizten und gesäten Zuckerrüben die Artenvielfalt, den Boden und die Gewässer belasten.

Das Gift bleibe nicht nur auf den gemeldeten Feldern, sondern werde auch abgeschwemmt. Die Auflagen, dass zum Beispiel keine Pflanzen auf und um die Felder blühen dürfen, würden in der Praxis oft nicht eingehalten.

Notfallzulassung für rechtswidrig erklärt

„Jetzt hat der EuGH diese Notfallzulassungen aufgrund von Beschwerden der Umweltorganisationen Global2000 und PAN Europe für rechtswidrig erklärt“, wird Annette Seehaus-Arnold, Präsidentin des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imker-Bundes zitiert.

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Nach den Worten von Claudia Lehner-Sepp, Imkerin und Beisitzerin der Kreisgruppe Ansbach des Bund Naturschutz, freue man sich, „dass künftig der Schutz der Insekten und Menschen an erster Stelle steht und das Gericht klargestellt hat, dass von Saatgut, das mit verbotenen Pestiziden gebeizt wurde, schwere Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit von Menschen und Tieren ausgehen kann“. Sie fordert alle Imkerinnen und Imker auf, nur regionalen Rübenzucker aus ökologischem Anbau als Bienenfutter zu kaufen, damit sich die Zahl der giftfrei bewirtschafteten Flächen weiter erhöht.

„Außerdem hoffen wir darauf, dass mehr Landwirte auf Bio umstellen, da sich der Anbau von Bio-Rüben wegen der erheblich höheren Preise rentiert“, so Günter Ries, Beisitzer der BN-Kreisgruppe Ansbach.

Frank Flohr, Unternehmer und Aktiver im Bündnis, schrieb laut Mitteilung nicht nur mehrfach die Parteien an, sondern brachte Ende des Jahres 2022 mit Hilfe von Bündnis 90/Die Grünen auch eine Petition im Bayerischen Landtag ein, um die verantwortlichen Parteivertreter zu überzeugen, dass die gefährlichen Neonicotinoide nicht mehr ausgebracht werden dürfen und sie künftig keiner Notfallzulassung mehr zustimmen, um die Artenvielfalt und unsere Lebensgrundlagen zu schützen und zu bewahren.

„Die im Landtag vertretenen Parteien – außer den Grünen – verwarfen unsere Petition und stellten sich gegen den Schutz der Umwelt. Jetzt werden wir die Parteien damit konfrontieren, dass sie sich für rechtswidrige Notfallzulassungen und höhere Erträge der Industrie und Zuckerrübenbauern eingesetzt haben, statt für die Artenvielfalt“, so Frank Flohr.

„Wir werden genau verfolgen, ob sich die einzelnen Parteien bei künftigen Entscheidungen für den Artenschutz entscheiden oder dem Ziel, die Pflanzenproduktion vermeintlich zu verbessern, den Vorrang geben“, erklärt Imkerin Silvia Unger laut Pressemitteilung.

Anbau von Biorüben nimmt zu

Die Versechsfachung der Anbaufläche von Biozuckerrüben binnen eines Jahres begrüßt Matthias Rühl, Bienenhalter aus der Gemeinde Sugenheim (Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim), sehr und erinnert sich an ein Gespräch 2021 mit Verantwortlichen in Ochsenfurt, „wo wir noch ausgelacht wurden, als wir mehr Biorübenanbau und deren Verarbeitung in Ochsenfurt vorschlugen, weil das „ein Randsegement“ und „nie wirtschaftlich“ sei.

Noch herrscht Ruhe in den Bienenstöcken wie hier im Dombachtal bei Ansbach. Doch bald werden die fleißigen Tiere ausschwärmen und sollen dann weniger Gefahren durch Neonicotinoide ausgesetzt sein. (Foto: Thomas Schaller)
Noch herrscht Ruhe in den Bienenstöcken wie hier im Dombachtal bei Ansbach. Doch bald werden die fleißigen Tiere ausschwärmen und sollen dann weniger Gefahren durch Neonicotinoide ausgesetzt sein. (Foto: Thomas Schaller)
Noch herrscht Ruhe in den Bienenstöcken wie hier im Dombachtal bei Ansbach. Doch bald werden die fleißigen Tiere ausschwärmen und sollen dann weniger Gefahren durch Neonicotinoide ausgesetzt sein. (Foto: Thomas Schaller)

Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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