Früh üben sich die Kleinen beim Lesen im Kindergarten in Neustadt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 02.03.2023 16:54

Früh üben sich die Kleinen beim Lesen im Kindergarten in Neustadt

Sprachfachkraft Nina Wolf (rechts) und Kita-Leiterin Kerstin Müller probierten mit Felix und Calotto einmal die Tiptoi-Bücher aus, mit denen viele Themen spielerisch erforscht werden können. (Foto: Ute Niephaus)
Sprachfachkraft Nina Wolf (rechts) und Kita-Leiterin Kerstin Müller probierten mit Felix und Calotto einmal die Tiptoi-Bücher aus, mit denen viele Themen spielerisch erforscht werden können. (Foto: Ute Niephaus)
Sprachfachkraft Nina Wolf (rechts) und Kita-Leiterin Kerstin Müller probierten mit Felix und Calotto einmal die Tiptoi-Bücher aus, mit denen viele Themen spielerisch erforscht werden können. (Foto: Ute Niephaus)

Mädchen und Jungen von klein auf wieder vermehrt für Bücher zu begeistern – das ist ein wichtiges Ziel, das man mit der neu eingerichteten Bücherei im Neustädter Louise-Scheppler-Kindergarten erreichen will. Dort können die Kleinen Literatur auszuleihen, sich von einer pädagogischen Fachkraft etwas vorlesen lassen oder Tiptoi, ein audiodigitales Lernsystem, nutzen.

Angestoßen wurde das Projekt von Nina Wolf, die seit einem Jahr als Sprachfachkraft in der Kita arbeitet. Die Finanzierung der gelernten Erzieherin erfolgt nicht über den Träger, sondern über den Bund. Das Kita-Team mit Leiterin Kerstin Müller waren von der Idee begeistert, denn immerhin ist der Louise-Scheppler-Kindergarten eine Sprach-Kita. Dies war auch ein Grund, weshalb man ein großes Budget vom Bund erhielt, mit dem viele Büchern erworben werden könnten. Sie sind ebenso Bestandteil der Bücherei wie die Ausgaben, die jede Gruppe bisher in ihren Räumen aufbewahrte. Insgesamt wurden 500 Werke fein säuberlich in die Regale eingeräumt.

Ein dickes Dankeschön geht an Hausmeister Norbert Mayer, der die Regale baute. Etliche Wochen investierten Nina Wolf und Petra Rauscher vom Kita-Team, um alle Bücher mit einer entsprechenden App zu scannen. Zudem wurden sie nach Themen und Oberbegriffen kategorisiert und mit einem entsprechenden farbigen Punkt versehen. So wissen Kinder und Fachpersonal gleich, wo sie Vorlese-, Sach- oder Fantasiebücher finden und wo Literatur steht, die sich mit religiösen Inhalten, Jahreszeiten, Weihnachten oder Kreativem beschäftigen.

Die Bücher müssen ein- und ausgescannt werden

Wie in jeder Bibliothek fallen natürlich Arbeiten an. „Die Vorschulkinder in der jeweiligen Gruppe bekommen monatlich eine Aufgabe. Sie dürfen Bücher für ihre Gruppe aussuchen, mit dem iPad der Kita und mittels einer speziellen App scannen und katalogisieren“, erzählen Müller und Wolf. Nach einem Monat gehen die ausgeliehenen Sachen wieder zurück. Dann heißt es: ausscannen und neu einsortieren. Natürlich dürfen alle die Bücherei nutzen, die auf der Empore im Turnraum eingerichtet wurde. Nachdem sie nicht mehr als Schlafraum genutzt wurde, diente sie als Abstellraum. Daran erinnert nichts mehr. Regale, ein Tischchen mit Stühlen und eine Kuschelecke laden dazu ein, in andere Welten einzutauchen. Dies können die Mädchen und Jungen dienstags bis donnerstags von 8 bis 9 Uhr. Jeweils drei Kinder aus zwei Gruppen dürfen nach vorheriger Anmeldung selbstständig kommen – vor Ort ist immer eine pädagogische Fachkraft.

Wie die Vorschulkinder scannen die Jüngeren dann das gewünschte Buch ein und später wieder aus. So sollen sie altersgemäß an die Digitalisierung herangeführt werden. Dies geschieht auch mittels der Tiptoi-Bücher, einem audiodigitalen Lernsystem, mit dem die Kinder, so Wolf, viele Themen spielerisch erforschen können. Tippt man mit einem speziellen Stift auf ein Bild oder einen Text, erklingen entsprechende Geräusche, Sprache oder Musik. Gerade für Nachwuchs, der noch nicht selbst lesen kann, seien Tiptoi-Bücher eine spannende Möglichkeit, sich selbstständig mit verschiedenen Themen zu beschäftigen.

Vorlesen ist durch nichts zu ersetzen

„Das Ganze ersetzt jedoch nicht das Vorlesen“, heben Müller und Wolf hervor. Das Lernsystem könne aber dazu motivieren, lesen zu lernen und zudem den Spaß am Buch wecken, ergänzen sie und appellieren an alle Eltern, ihren Sprösslingen regelmäßig vorzulesen – am besten jeden Tag. Damit es daheim nicht an Lesefutter mangelt, können die Kleinen einen mit fünf Büchern bestückten kleinen Koffer ausleihen. Diesen dürfen sie eine Woche daheim behalten – genug Zeit für Eltern oder Großeltern, um den Kindern daraus vorzulesen.

Dabei können die Kleinen ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Wolf weist noch darauf hin, dass Mädchen und Jungen, denen vorgelesen wird, später selbst mehr schmökern und ihre Konzentration darüber hinaus gefördert wird. Eines darf man auch nicht vergessen: Beim Vorlesen kann man ganz toll kuscheln.

Nun hofft man, dass die Mädchen und Jungen die Kita-Bücherei eifrig nutzen. Begeistert ist der Nachwuchs von dieser bereits – das steht fest. Wolf und Müller können sich vorstellen, das Projekt weiter auszubauen, etwa Lesepaten und -buddies einzubinden. An Ideen jedenfalls mangelt es nicht, um Kinder wieder mehr für Bücher und das spätere Lesen zu begeistern

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