Frühförderstelle: Das hat die Lebenshilfe mit dem Neubau in Scheinfeld geschaffen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.02.2026 10:00

Frühförderstelle: Das hat die Lebenshilfe mit dem Neubau in Scheinfeld geschaffen

Hans Herold freut sich wie die Mitarbeiterinnen der Frühförderstelle Katharina Lilla, Carola Schiwietz und Cordula Streng (von links) über die neuen und freundlichen Räume in Scheinfeld. Auch über zwei Motorik-Räume verfügt man. (Foto: Ute Niephaus )
Hans Herold freut sich wie die Mitarbeiterinnen der Frühförderstelle Katharina Lilla, Carola Schiwietz und Cordula Streng (von links) über die neuen und freundlichen Räume in Scheinfeld. Auch über zwei Motorik-Räume verfügt man. (Foto: Ute Niephaus )
Hans Herold freut sich wie die Mitarbeiterinnen der Frühförderstelle Katharina Lilla, Carola Schiwietz und Cordula Streng (von links) über die neuen und freundlichen Räume in Scheinfeld. Auch über zwei Motorik-Räume verfügt man. (Foto: Ute Niephaus )

Optimale Bedingungen finden Kinder mit besonderen Herausforderungen von der Geburt bis zur Einschulung an der Dr.-Josef-Bulitta-Straße in Scheinfeld. Dort hatte die Lebenshilfe vor einigen Monaten ihre neue interdisziplinäre Frühförderstelle eingeweiht. Kinder und Mitarbeitende finden dort ein ideales Umfeld.

Hans Herold, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Lebenshilfe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, freut sich, dass die Frühförderung nun in hellen und freundlichen Räumen untergebracht ist. Früher war sie im Dachgeschoss des nebenliegenden Wohnheims der Lebenshilfe zu finden, bis man während der Corona-Pandemie in angemietete Räume umzog.

Für diese Interimslösung ist Herold der evangelischen Kirchengemeinde sehr dankbar. Er weist darauf hin, dass derzeit rund 425 Kinder im Landkreis durch die Frühförderung unterstützt werden, davon etwa 100 in Scheinfeld. Dort, aber auch in Bad Windsheim, Neustadt und Uffenheim gibt es entsprechende Angebote.

Einen Bereich nutzt auch die Vhs

Beim Rundgang durch den hellen, kindgerechten, barrierefreien und modern ausgestatteten Neubau können die Diagnostik- und Therapieräume, die Zimmer für die zehn bis 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die beiden Motorik-Räume angeschaut werden. Letztgenannte lassen sich bei Bedarf verbinden. Dieser Bereich kann auch von den Menschen mit Beeinträchtigungen, die im nebenliegenden Wohnheim leben, oder von der Vhs für Veranstaltungen genutzt werden. Den Kindern steht noch ein schöner Spielplatz zur Verfügung.

Wer Bedarf hat, soll sich melden. Dann wird ein Termin für ein Erstgespräch vereinbart. Dieses erfolgt in der Regel innerhalb von zwei Wochen. In diesem offenen Angebot wird das Anliegen der Eltern besprochen, um sich ein Bild vom Kind machen zu können. Dabei erhalten die Mütter und Väter erste Informationen über die Frühförderung. Eine ärztliche Überweisung ist für diesen Termin nicht erforderlich. Wenn sich die Eltern nach dem Gespräch für eine (Eingangs-)Diagnostik entscheiden, wird der behandelnde Kinderarzt mit ins Boot geholt. Die Zusammenarbeit mit den Medizinern, aber auch den Kitas wird als essenziell erachtet.

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Ganzheitlicher Ansatz immer im Fokus

Psychologin Carola Schiwietz, Leiterin des Frühförderzentrums, und ihre beiden Stellvertreterinnen, Diplom-Rehabilitations-Pädagogin Katharina Lilla und Psychologin Cordula Streng, weisen darauf hin, dass der Frühförderung immer ein ganzheitlicher Hilfeansatz zugrunde liegt. Sie umfasst aufeinander abgestimmte psychologische, pädagogische und medizinisch-therapeutische Maßnahmen, die zusammenwirken und das Kind sowie seine nächste Umgebung einbeziehen. Dazu gehören die Familie, aber auch die besuchte Kita. „Jeder, der sich Sorgen um die Entwicklung seines Kindes macht, kann sich melden”, betonen die Fachfrauen. Der Erstkontakt erfolgt über die Zentrale in Bad Windsheim unter der Telefonnummer 09841/5860.

Die Diagnostik, in die verschiedene Fachleute involviert sind, ist wichtig, um ein Gesamtbild zu bekommen. Auch wenn Eltern empfohlen wird, dass ihr Kind die Frühförderung besuchen sollte, treffen diese letztlich die Entscheidung, ob sie das Angebot nutzen wollen oder nicht. „Manche brauchen dafür noch etwas Zeit. Unsere Tür steht bis zur Einschulung der Kinder offen”, resümiert Streng.

Unterstützung der Eltern ist wichtig

„Wir wollen für alle die bestmögliche Teilhabe erreichen”, unterstreicht Schiwietz und betont, dass rund 90 Prozent der Kinder, die die Frühförderung besuchen, danach auf eine Regelschule gehen. Die Frühförderung sei präventiv. Angeboten wird etwa die pädagogisch-psychologische Förderung des Kindes. Im Bereich der Therapie werden Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie genannt. Wichtig ist dabei immer die Beratung, Anleitung und Unterstützung der Eltern.

Die Frühförderung, die für die Mütter und Väter kostenlos ist, arbeitet familien- und wohnortnah und kann ambulant in den Räumen des Frühförderzentrums oder als mobiles Angebot in der Familie oder Kindertagesstätte vorgenommen werden. Den Nachwuchs daheim oder in der Kita, also in ihrem Alltag, zu erleben, ist wichtig,

Alles kann, nichts muss

Wann werden die Fachleute aktiv? Dies geschieht, wenn der Nachwuchs während der ersten Lebensjahre der Unterstützung im motorischen, sprachlichen, kognitiven oder emotionalen Bereich bedarf. Da geht es etwa um Fein- oder Grobmotorik, um Artikulation, Wortschatz und Sprachverständnis. Aber auch um Probleme hinsichtlich der Konzentration oder der Verhaltensregulation, Wahrnehmungsschwierigkeiten und Frustrationstoleranz werden im Gespräch mit unserer Zeitung genannt.

Ziel ist es, Entwicklungsauffälligkeiten und Beeinträchtigungen möglichst frühzeitig zu erkennen und gezielte Unterstützung anzubieten und so die Kinder in ihren Entwicklungsmöglichkeiten und der Entfaltung ihrer Persönlichkeit optimal zu fördern.

2,5 Millionen Euro wurden investiert

Wichtig ist es den Fachleuten, auch die Eltern zu bestärken. Viele von ihnen nahmen auf Anraten des Kinderarztes oder der Kita, in der man etwa im Gruppenalltag Entwicklungsauffälligkeiten feststellte, Kontakt zur Frühförderung auf, erzählen Lilla, Streng und Schiwietz. Im Gespräch weist Herold noch auf die Kosten von rund 2,5 Millionen Euro hin, die in den Neubau investiert wurden – eine große Herausforderung für die Lebenshilfe. Dankbar ist man deshalb über eine Spende von 750.000 Euro, die man von „Sternstunden”, einer Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks erhalten hatte.

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