Hunderte Interessierte kamen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zum „Tag der offenen Gartentür“. Fünf Familien aus dem Landkreis präsentierten ihre kleinen Paradiese. Landrat Dr. Christian von Dobschütz eröffnete die Veranstaltung in Burghaslach. Dort und in Neustadt sammelte die Redaktion Eindrücke.
Gleich hinter der Kirche mitten im Ort vermutet man wohl vieles, nur kein Gartenparadies. Vor dem Burghaslacher Wohnhaus der Familie Rückel jedoch blühen wunderschöne Rosenbüsche. Eigentlich luden sie nicht nur in ihren Garten, sondern in ihre Gärten ein: Denn geht man an einer liebevoll aufgeschichteten Brennholzwand vorbei, öffnet sich der Blick auf weitere Rosen, Bäume und ein an die alte Gärtnerei erinnerndes Gewächshaus, das von Gemüsebeeten eingerahmt wird.
Erst dann fällt das Auge auf den neu gestalteten „Wünschegarten“, wie ihn seine Besitzer bezeichnen. In dessen Zentrum befindet sich ein Schwimmteich mit Seerosen, daneben auf unterschiedlichen Höhen eine Wohlfühlhütte mit einer Sitzgruppe und gegenüber eine in Bruchsteine gefasste Feuerstelle. All diese Rückzugsflächen sind fachgerecht mit Pflanzen, Blumen, Büschen und Bäumen gestalterisch verbunden.
Der Landrat, seines Zeichens auch Kreisvorsitzender der Gartenbauvereine, verwies darauf, dass in Deutschland die Gartenflächen zusammengenommen so groß wie Thüringen sind. Die Hobbygärtner arbeiten somit nachhaltig auch in Sachen Umweltschutz, denn sie schaffen nicht nur Beschäftigungs- und Rückzugsorte, sondern gestalten auch Lebensräume, betonte er. Sie sorgen sich um die Wasserrückhaltung und haben laut Dobschütz großen Anteil an einigen Grad Abkühlung. Und: Gärten offenbaren regionale Besonderheiten und dienen durch Wissensweitergabe der Bildung und Inspiration.
Bürgermeister Armin Luther zeigte sich stolz darauf, dass mitten in seiner Gemeinde ein Kleinod der Schönheit und der Ruhe entstanden ist. Er dankte Heidi und Volker Rückel dafür, dass sie aus der ehemaligen Gärtnerei, bei der er als Kind noch Pflänzchen und Balkonblümchen kaufen konnte, solch einen Garten gemacht haben.
Szenenwechsel: 45 Jahre alt und etwa tausend Quadratmeter groß ist der Naturgarten von Friedrich Dornauer im Neustädter Stadtpark. Auch dort ließ sich am Sonntag eine Vielzahl von Pflanzen – 80 Prozent heimisch – bestaunen. Alle 20 Meter ist ein anderer Boden zu finden. Dazu wurde der natürliche Untergrund belassen oder entsprechend hergestellt. Rund 800 verschiedene Pflanzen können entdeckt werden.
Die Gäste sahen den Türkenbund, der in einem kalkigen Laubwald wie im westlichen Landkreis zu finden ist. Frisch angelegt war gleich am Eingang ein Keuperboden, auf dem Gewächse wie Karthäusernelke, Katzenpfötchen und Wiesensalbei gedeihen. Auch eine reine Sandfläche mit Fetthenne und Oregano ist dort in Szene gesetzt. Ein Kalkflachmoor und ein Saures Moor befinden sich ebenso darin.
An allen Ecken gibt es blühende und pflanzliche Besonderheiten zu bestaunen. Vielfach war auch der Rat des Seniorchefs der gleichnamigen Neustädter Gärtnerei gefragt. Was tut man bei Algen im Gartenteich? Dornauers Antwort: Karpfen halten. Denn diese sorgen für ein trübes Gewässer und dort sei keine Photosynthese möglich. Er hält selbst einige in seinem Teich – und Rotfedern, die sich die täglich kommenden Eisvögel gerne schnappen.
Sitzecken für Besucher waren in Burghaslach und Neustadt mit Blumen geschmückt. Auch weitere Gärten in Burghaslach, Markt Erlbach und Scheinfeld empfingen Gäste.