Für den Ansbacher Bobfahrer Straub ist das Risiko Teil des Sports | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.02.2024 11:00

Für den Ansbacher Bobfahrer Straub ist das Risiko Teil des Sports

Vier Weltcup-Siege hat Felix Straub als Anschieber im Team von Francesco Friedrich schon geholt. Auch in Lillehammer war das Team erfolgreich. (Foto: BSD/Viesturs Lacis)
Vier Weltcup-Siege hat Felix Straub als Anschieber im Team von Francesco Friedrich schon geholt. Auch in Lillehammer war das Team erfolgreich. (Foto: BSD/Viesturs Lacis)
Vier Weltcup-Siege hat Felix Straub als Anschieber im Team von Francesco Friedrich schon geholt. Auch in Lillehammer war das Team erfolgreich. (Foto: BSD/Viesturs Lacis)

Obwohl Felix Straub erst seine zweite Saison im Wintersport erlebt, ist die Medaillensammlung des Ansbachers schon beeindruckend groß: Sieben Mal Edelmetall hat er als Anschieber im Bob von Francesco Friedrich schon gewonnen. In wenigen Tagen dürfte eine WM-Medaille dazu kommen.

Der 26-Jährige geht jedenfalls fest davon aus, dass er bei der Weltmeisterschaft am ersten Wochenende im März im Vierer dabei ist. So ist es besprochen im favorisierten Team aus Sachsen um den Rekordweltmeister aus Pirna. Wie immer soll Straub auf Position vier dem Bob den entscheidenden Punch mit auf den oft keine Minute langen Ritt durch den Eiskanal geben.

Es ist eine Heim-WM für die überlegenen Deutschen im Hochsauerland. Die Bahn in Winterberg gilt als eine der schnellsten überhaupt. Mit knapp 136 km/h raste Friedrich vergangene Saison dort zum Weltcupsieg im Vierer, damals noch ohne Anfänger Straub.

Abläufe und Automatismen sitzen

Der ehemalige Sprinter ist mittlerweile angekommen in seiner neuen Profession. „Ich bin schon gut mit drin jetzt, die Abläufe, die Automatismen, das sitzt mittlerweile alles schon ganz gut“, sagt Straub.

Im Weltcup hat er vier Siege erreicht, wurde zweimal Zweiter und einmal Dritter, außerdem Europameister.

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„Ein Selbstläufer ist die WM für uns nicht, aber ein Podiumsplatz sollte es auf alle Fälle werden“, sagt Straub. Es würde nicht wundern, wenn die Deutschen sogar das ganze Podium beanspruchen, schließlich setzt sich das epische Duell mit der Truppe von Johannes Lochner aus Berchtesgaden fort, „auch Adam Ammour ist sehr schnell“, gibt Straub zu bedenken. Der kommt aus Gießen.

Demnächst bekommt Straub auch einen neuen Kollegen. Olympiasieger Candy Bauer, ein ehemaliger Kugelstoßer, beendet mit 37 Jahren und nach über zehn Jahren im Eiskanal nach dieser Saison seine Karriere. Dann ist Straub endgültig nicht mehr der Rookie im Team.

Einen Sturz hatte Straub noch nicht

Eine Erfahrung, die ihm noch fehlt, ist ein Sturz. Immer wenn Friedrich den Schlitten zuletzt zur Seite legte, saß Straub nicht drin. Zum Glück. Die heftigen, teils lebensgefährlichen Stürze anderer Teams unlängst auf der Bahn in Altenberg hat er aus nächster Nähe miterlebt. „Wenn man das gesehen hat, hält man sich bei der nächsten Fahrt schon mal etwas besser fest“, sagt Straub.

Schlimm erwischte es einen Schweizer, der aus dem Bob geschleudert wurde, benommen auf dem Eis liegen blieb und dann noch vom vom ansteigenden Zielauslauf zurückrutschenden, etwa 200 Kilogramm schweren Bob, getroffen wurde. Dass ein herrenloser Schlitten durch die Eisbahn trudelt, soll künftig nicht mehr passieren. Straub berichtet von einer Initiative der Teams beim Verband mit dem Ziel, Personal abzustellen, das in diesen Fällen den Bob einfängt.

In Winterberg sollen nun Helfer mit Fanghaken das Zurückrutschen der Bobs verhindern.

Bloß nicht aufs Eis kommen

Ansonsten ist das Risiko Teil des Sports, da macht sich Straub keine Illusionen. Gehirnerschütterungen, lädierte Schultern, das sind so die typischen Sturzverletzungen. Wie man möglichst unbeschadet durchkommt wenn es einen erwischt, hat Lochner neulich dem Bayerischen Rundfunk verraten: „Du bist da echt in einem kleinen Überlebenskampf, dass du so klein wie möglich in dem Bob bleibst und irgendwie nicht mit irgendeinem Körperteil aufs Eis kommst“.

Keine drei Wochen daheim

Bereits Anfang der Woche hat das Friedrich-Team Quartier in Winterberg bezogen. Wieder eine neue Wohnung, wieder viel Zeit mit den Kollegen, da muss man sich schon gut vertragen. Während der Saison bleibt Straub kaum Zeit für anderes, „da bin ich keine drei Wochen daheim“.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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