Die Rückendeckung für Trainer Thomas Kleine blieb bei der SpVgg Greuther Fürth nach dem nächsten Rückschlag aus. „Wir müssen uns alle hinterfragen, ob wir Woche für Woche alles dafür tun, die richtigen Schlüsse ziehen, das Richtige trainieren, weil so darf es nicht weitergehen“, sagte Sportdirektor Stephan Fürstner und nahm alle in die Pflicht. „Einen Schuldigen zu suchen, macht kurz nach dem Spiel keinen Sinn.“
Kurz nach dem Schlusspfiff beim 0:3 (0:3) gegen den VfL Bochum wollte Fürstner am Sky-Mikrofon „keine Trainerdiskussion“ führen. „Aber wir müssen knallhart die Situation analysieren“, sagte er. „Die Argumente werden für jeden weniger.“ Es war die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Partien. In der Tabelle fielen die Fürther weiter zurück. Und das eine Woche vor dem Frankenderby gegen den 1. FC Nürnberg, der selbst ebenfalls einen 0:3-Dämpfer verarbeiten muss.
„Ich stehe ja hier unter Vertrag“, sagte Kleine zu seiner Zukunft. „Deshalb gehe ich immer davon aus, dass ich nächste Woche auf der Bank sitze.“ Routinier Philipp Ziereis wollte nicht groß über die Trainerfrage sprechen. „Ich glaube, dass jeder bei sich selber anfangen sollte“, sagte der Verteidiger. „Nichtsdestotrotz geht es jetzt weiter. Es kann sowieso nicht schlimmer werden.“ Gerade das Derby seit jetzt eine Chance, die Wende zu schaffen. „Ein Derby ist ein Derby - das schreibt andere Gesetze“, sagte Ziereis.
Die Kleeblatt-Fans unter den 10.879 Zuschauern im Sportpark Ronhof waren bedient und machten das lautstark deutlich. Schon nach 17 Minuten stand es 0:3. Ibrahima Sissoko (9./13. Minute) war erst nach einem Freistoß und dann nach einem Eckball ohne größere Gegenwehr erfolgreich. Beide Standards führte der Ex-Fürther Maximilian Wittek aus. Nach einem Fehler im Fürther Spielaufbau erhöhte VfL-Stürmer Philipp Hofmann (17.).
Für Kleine war es ein ganz bitterer Nachmittag im Trainer-Duell mit Uwe Rösler, dessen Assistent er einst bei Fortuna Düsseldorf war. „Ich hoffe, dass der Verein ihm die Zeit gibt“, sagte Rösler. „Tommi ist ein Fighter, der wird das Blatt auch drehen.“
Das hoffen die Franken seit Wochen. Mit 37 Gegentoren stellen die Fürther die Schießbude der Liga. Kleine ist aber fest entschlossen, mit seinem Weg die Wende zu schaffen. „Weiterarbeiten, das hört sich immer doof an, aber das ist der einzige Weg“, sagte der 47-Jährige. „Ich weiß, dass die Mannschaft zweitligatauglich ist.“
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