Mit großem Engagement hat das Archivteam der Gemeinde Röckingen eine Ausstellung zur Ortsgeschichte auf die Beine gestellt – und damit ins Schwarze getroffen: Nahezu 200 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, in die Vergangenheit ihres Heimatortes einzutauchen.
Seit dem Frühsommer des vergangenen Jahres hatten Initiatorin Anita Büttner, das Ehepaar Gudrun und Gerhard Wagner sowie die später ins Team hinzugekommene Iris Tremel intensiv an der Aufarbeitung der Ortsgeschichte gearbeitet. In mehr als 600 Stunden Forschung sichteten die ehrenamtlichen Hobby-Heimatforscher Archive, führten zahlreiche Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern und trugen so wertvolle Informationen zusammen.
Ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung war das von Siebenerobmann Heinrich Gerhäuser zur Verfügung gestellte Siebener-Protokollbuch. Dieses enthält unter anderem eine Niederschrift aus dem Jahr 1515, die Grenzverhandlungen zwischen Opfenried, Röckingen und Wassertrüdingen dokumentiert.
Neben historischen Dokumenten standen auch alte Gemeindesiegel und -stempel, Steuerkataster, Postkarten sowie Fotografien und Dias im Fokus. In vier Ausstellungsräumen wurde die Entwicklung Röckingens anschaulich präsentiert. Schautafeln und Kurzfilme zeigten Ortsansichten und die Geschichte der Kirche. Weitere Bereiche widmeten sich früheren Berufen, dem Vereinsleben und traditionellen Kirchweihfeiern sowie der Bedeutung des Hesselbergs für die Region.
Besonderes Interesse fanden Filmbeiträge mit historischen und aktuellen Aufnahmen von Häusern in Röckingen und Opfenried. Auch ein Film über den Segelflug auf dem Hesselberg vor über 100 Jahren sowie Rückblicke auf Theaterspiel und Weiherfest in Opfenried stießen auf große Resonanz.
Viele Besucherinnen und Besucher verweilten zudem bei einer Fotoreihe, die ABC-Schützen der Volks- und Grundschule aus den Jahren 1967 bis 2005 zeigte. Nicht selten entdeckten sich Eltern dabei selbst oder ihre Kinder auf den Bildern wieder.
Bürgermeister Martin Schachner würdigte in seiner Begrüßung die Arbeit des Archivteams als „Glücksgriff“ für die Gemeinde. Durch das große Engagement sei ein geordnetes und inzwischen auch digitalisiertes Archiv entstanden, das eine wertvolle Grundlage für zukünftige Forschungen bilde. Die aktuellen archäologischen Ausgrabungen im geplanten Wohnbaugebiet bezeichnete er als zusätzlichen Ansporn für weitere historische Erkundungen.
Initiatorin Anita Büttner berichtete von intensiven Recherchen in Staatsarchiven. Insgesamt konnten rund 30.000 Bilder digitalisiert werden. Gudrun Wagner habe die Übersetzungsarbeiten der Kurrent- und Sütterlinschrift in heute lesbare Schreibschrift übernommen. Gerhard Wagner, der auch Lektordienste übernahm, oblag die Erstellung von Fußnoten zur Erklärung von geschichtlichen Zusammenhängen beziehungsweise heute nicht mehr üblichen Begriffen, Wörtern oder Titeln. Iris Tremel unterstützte das Team in vielfältiger Weise und trug maßgeblich zum Gelingen des Projekts bei.
Die Ausstellung machte deutlich, wie lebendig und facettenreich die Geschichte Röckingens ist – und wie wichtig ehrenamtliches Engagement für deren Bewahrung bleibt.