„Give peace a chance”: Kulturnacht in Dinkelsbühl setzt ein Zeichen für Frieden | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 09.11.2025 18:59

„Give peace a chance”: Kulturnacht in Dinkelsbühl setzt ein Zeichen für Frieden

Diakonin Claudia Grünwald (Mitte) mit der Initiatorin der Langen Kulturnacht, Andrea Doberstein und OB Dr. Christoph Hammer bei der Eröffnung. (Foto: Martina Haas)
Diakonin Claudia Grünwald (Mitte) mit der Initiatorin der Langen Kulturnacht, Andrea Doberstein und OB Dr. Christoph Hammer bei der Eröffnung. (Foto: Martina Haas)
Diakonin Claudia Grünwald (Mitte) mit der Initiatorin der Langen Kulturnacht, Andrea Doberstein und OB Dr. Christoph Hammer bei der Eröffnung. (Foto: Martina Haas)

Den Frieden zu entdecken und mitzugestalten, war der Wunsch an die Besucherinnen und Besucher der Langen Kulturnacht in Dinkelsbühl. Bei der Eröffnung in der St.-Pauls-Kirche sprach Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer von „verpassten Chancen” in den vergangenen Jahrhunderten, Frieden dauerhaft zu verwirklichen.

„Es ist nicht gut gelaufen”, meinte er. Es habe zwar immer wieder Momente gegeben, „als man dachte, so etwas darf es nie wieder geben”, fuhr er fort. Er spannte den Bogen vom Westfälischen Frieden, der den Dreißigjährigen Krieg mit der Hoffnung beendet habe, eine dauerhafte Friedensordnung geschaffen zu haben, über die napoleonischen Befreiungskriege, den Ersten Weltkrieg bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Stets seien sich die Völker im Bewusstsein dieser Katastrophen einig gewesen: „So etwas darf nie wieder passieren”, stellte der OB fest.

Auf das Gegenüber zugehen

Doch aktuell sei die Welt mit vielfältigen kriegerischen Konflikten konfrontiert, die noch kurzem unvorstellbar gewesen seien. Eine neue Weltordnung werde gebaut, von der noch niemand wisse, wie sie einmal aussehe. Trotzdem würden viele Menschen an der Sehnsucht nach Frieden festhalten und darin einen Auftrag sehen, war Hammer überzeugt. Die Frage bleibe: „Was machen wir in unserem persönlichen Bereich für den Frieden?” Er formulierte den Anspruch, auf das Gegenüber zuzugehen.

Diakonin Claudia Grünwald erinnerte an die Symbolkraft des Songs d”Give peace a chance” von John Lennon und Yoko Ono, an den das Motto „Dem Frieden eine Chance geben” angelehnt war. Entstanden bei einem „Bed in”, die eine Kampagne für den Frieden gewesen sei, habe sich aus dem Text und zwei Akkorden eine Hymne entwickelt, die ihre Wirkung seit 1969 immer wieder bei Protesten gegen den Krieg und Demonstrationen für den Frieden entfaltet habe. Zuletzt am 4. März 2022, als um 8.45 Uhr Radiosendungen in ganz Europa das Lied zeitgleich gespielt hätten. Alleine in Deutschland hätten sich damals an der Solidaritätsaktion für die von Russland angegriffene Ukraine 200 Sender beteiligt.

Engagement kann anstrengend sein

Am Vorabend des Gedenkens an die Novemberpogrome gegen jüdische Menschen in Deutschland am 9. November 1938 sei der Auftrag „Frieden immer wieder neu zu buchstabieren”, umso wichtiger. Im Wort Frieden steckten Begriffe wie „Freiheit, Reden, Ideen, Eltern, Demokratie, Engagement und Neugier”, führte die Diakonin aus. Der Einsatz für eine Sache, für den Frieden könne zwar anstrengend sein, aber Frieden sei eben keine Selbstverständlichkeit. Sie wünschte sich „Mitmenschlichkeit, Herzenswärme und Respekt”.

Die Initiatorin der Langen Kulturnacht, Andrea Doberstein, stellte fest, dass in diesem Jahr am Thema „Give peace a chance” kein Weg vorbeigeführt habe. Sie zitierte eine Passage aus dem Buch des Dalai Lama „Kurzer Weg zum Weltfrieden”, ehe Barna Taschner die „Sonate Nr. 1 g-Moll für Violine solo” erklingen ließ und damit gleich am Anfang für einen Höhepunkt des Abends sorgte.

Geboten wurden im halbstündlichen Rhythmus weitere Veranstaltungen an verschiedenen Orten n der Altstadt.

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