Die beiden in Katterbach beheimateten Kasernen der US-Armee sollen architektonisch verbunden werden. Dazu plant das damit beauftragte Staatliche Bauamt Nürnberg eine Brücke über die Bundesstraße. 2024 soll mit den Arbeiten begonnen werden. Ansbachs Stadträte möchten derweil ein wenig mitreden.
Im Rahmen des üblichen Kenntnisgabeverfahrens stand das Vorhaben nun auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Stadtplanerin Andrea Heinlein erläuterte die Eckdaten des Projekts, das die bislang räumlich voneinander getrennten Teile der Bismarck- und Katterbach-Kaserne links und rechts der B14 zusammenführen soll.
Derzeit müssen die Armeeangehörigen und ihre Familien stets über die einzige Passage an der Ampel, wollen sie zur jeweils anderen Seite gelangen. Mit der Brücke sollen künftig Wege- und Gehzeiten verkürzt werden. Sprich: Das Wohlfühlklima wird erhöht. Einen Unfallschwerpunkt bildet die Kreuzung nicht.
Die Ausmaße des auch vom Ingenieurbüro BPR Consult geplanten Neubaus orientieren sich an dem Schwerlastverkehr und den möglichen Größenordnungen der entsprechenden Ladung. Mindestens 5,20 Meter Abstand sollen in der Höhe an keinem Punkt zur Fahrbahn unterschritten werden. Die Gesamtstützweite der Brücke beträgt stolze 67 Meter, weil sie außerhalb einen Geh- und Radweg und innerhalb des Kasernengeländes Hindernisse wie eine Stützmauer sowie eine Zufahrtstraße zu überwinden hat.
OLA-Stadtrat Uwe Schildbach berichtete von Kosten für die US-Armee in Höhe von „1,7 bis zwei Millionen Euro“ und richtete sich „mit einer Bitte“ an Oberbürgermeister Thomas Deffner. Er erinnerte an die von den Amerikanern verursachte, aber noch nicht behobene Streuung von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) vom Kasernengelände. Längst ist nachgewiesen, dass weite Teile der umgebenden Bäche belastet sind, die als krebserregend geltende Chemikalie reichert sich über das Wasser weiterhin Tag für Tag an. „Wer für so ein Projekt Geld ausgibt, kann auch für PFC Geld ausgeben“, befand Schildbach, natürlich bewusst provokant.
Der CSU-OB ging darauf ein und belehrte Schildbach, doch nicht zwei gegensätzliche Themen miteinander zu verknüpfen. Zudem mahnte Deffner an, sich doch an Tatsachen zu halten und daran, wie es sich mit „Abläufen in unserem Rechtsstaat“ verhalte. Schildbach „ging es um die Prioritätensetzung der US-Army“, meinte er später zur FLZ. Doch derart angestachelt, legte Deffner im Ausschuss nach und revanchierte sich für die jüngsten Verbal-Attacken der Linken im Zuge der Nachricht, dass zusätzliche Truppen in Ansbach stationiert und 160 Millionen Euro in Neubauten investiert werden sollen. Deffners Konter: „Für die OLA bin ich immer schuld, wenn die Amerikaner etwas bauen.“
Um den Erhalt ging es aber auch noch – und zwar formulierte das Amt für Stadtentwicklung und Klimaschutz in Person von Andrea Heinlein das Anliegen, die bestehende „Lichtsignalanlage am Kaserneneingang“ für Radfahrer und Fußgänger im Zuge des Brückenbaus keinesfalls zu entfernen.
„Das brauchen wir dort auf jeden Fall“, stimmte CSU-Stadtrat Jochen Sauerhöfer zu und rief ins Gedächtnis, dass die Ampel auch den dortigen Aus- und Einfahrverkehr der US-Streitkräfte regelt. Der in der Vorlage als „Hinweis“ deklarierte Wunsch wurde in die Stellungnahme aufgenommen. Übrigens einstimmig. Eine entsprechende Vereinbarung soll die Verwaltung mit dem Staatlichen Bauamt Nürnberg treffen.