Sie singen, tanzen und musizieren zusammen. Im Klassenverband wird Musikmachen zum gemeinsamen Erlebnis und weckt die Freude an neuen Erfahrungen. Diese sammeln die Mädchen und Jungen der Emskirchener Grundschule im Rahmen des praxisorientierten Kooperationsprojektes „WIM“, was für „Wir musizieren“ steht.
„WIM läuft im Rahmen des Musikunterrichtes unserer Grundschule“, erklärt Schulleiterin Ute Zimmer. Christine Pölloth vom Musikzug Emskirchen unterrichtet als zusätzliche Lehrkraft im Tandem mit einer Klassenlehrkraft – eine von ihnen ist Konrektorin Jutta Herzog von der 2c. Das Unterrichtskonzept mit einem fortlaufend strukturierten Aufbau sieht eine Schulstunde pro Woche vor, betont Zimmer.
In Emskirchen kommt Christine Pölloth immer donnerstags in die Schule. Von der ersten bis einschließlich der vierten Stunde unterrichtet sie derzeit nach und nach die vier zweiten Klassen.
Los ging das für die 93 Mädchen und Jungen sowie für die Schule kostenlose Projekt im zweiten Halbjahr der ersten Jahrgangsstufe. Bis zum Ende der zweiten Klasse wird es systematisch fortgesetzt. Aufbauend auf dem Musiklehrplan stehen, wie die Schulleiterin und ihre Konrektorin betonen, das aktive Kennenlernen und Ausprobieren von Instrumenten sowie das gemeinsame Musikmachen im Zentrum des Unterrichtes.
„Wir freuen uns, dass der Schulverband Emskirchen die Kosten für den Unterricht der externen Musiklehrkraft übernimmt“, betonen die beiden Pädagoginnen. Was die Kostenübernahme anbelangt, ist auch die VR-Bank mit im Boot, hebt Martin Wohlleb, Vorsitzender des Musikzugs Emskirchen hervor, der das Kooperationsprojekt mit organisiert hat.
8000 Euro fallen in den 18 Monaten an, in denen die vier Klassen an „WIM“ teilnehmen. Damit sind die Kosten für das laufende Projekt gedeckt. Ab dem zweiten Schulhalbjahr im Jahr 2024 soll es für die jetzigen Erstklässler wieder starten. Dafür sind jedoch die Finanzen noch nicht in trockenen Tüchern. Froh ist man, dass die Sparkasse schon eine Spende zugesichert hat. „Weitere Sponsoren sind willkommen. Ideal wäre es ferner, wenn sich der Schulverband wieder beteiligt“, hebt Martin Wohlleb hervor. Das würde man auch seitens der Schule begrüßen.
Als großes Plus wertet der 32-Jährige, dass die Kinder verschiedene Instrumente kennenlernen und ausprobieren und bei Interesse eines bewusst auswählen können. Einige der Zweitklässler erhalten nach Unterrichtsschluss noch Flötenunterricht. Dafür fallen jedoch Kosten an.
Ein Blick in eine Unterrichtsstunde zeigt, dass bei „WIM“ alle begeistert dabei sind. An ihrem Stammplatz auf dem großen Teppich sitzend, haben alle Mäppchen, Arbeitsheft und ein paar Schlägel vor sich ausgebreitet. Singen, klatschen, auf die Oberschenkeln schlagen und hüpfen – heißt es zu Beginn der von Christine Pölloth geleiteten Stunde. Nicht alle haben ihre Hausaufgaben gemacht, einige nicht in der erwarteten Ausführlichkeit, stellen sie und Klassenlehrerin Jutta Herzog bei der Heftkontrolle fest. Dann geht es weiter mit einer neuen Note, die die Klasse heute lernt.
Etwas anders ist der Fokus in der Bläserklasse. Sie bietet die Möglichkeit der weiteren musikalischen Ausbildung und eine Chance, die Grundlagen, die „WIM“ schaffte, zu erweitern. Sie wird ebenfalls an der Emskirchener Grundschule angeboten. Los geht die AG-Bläserklasse in der dritten Jahrgangsstufe.
Wer danach Lust hat, kann sie ein weiteres Jahr in der vierten Klasse anhängen. Danach besteht die Gelegenheit, im Jugendorchester des Emskirchener Musikzuges weiterzumachen. Darüber würde man sich dort mächtig freuen. Denn: Auch hier wird dringend Nachwuchs gesucht.
Martin Wohlleb ist begeistert, dass die derzeit laufende Bläserklasse in der dritten Jahrgangsstufe von 22 Kindern und die in der vierten Jahrgangsstufe von 18 Mädchen und Jungen besucht werden. Lernen können die Kinder etwa Zugposaune, Euphonium, Querflöte, Trompete, Waldhorn, Saxofon und Klarinette. Es ist möglich, die Instrumente gegen eine geringe Monatsgebühr auszuleihen, was viele machen, sagt Wohlleb. Musiziert wird in Gruppenunterricht (aufgeteilt nach Instrumenten) und in einer Orchesterprobe.
Wer sich dafür entscheidet, ein Instrument zu lernen, sollte schon mindestens zwei bis drei Mal in der Woche üben. „Sonst tut man sich auf Dauer schwer, mitzukommen“, rät Martin Wohlleb, der Tuba spielt. Dann verliert man zudem schnell die Freude am Musizieren – und gerade das will man auf jeden Fall vermeiden.