Das lange Warten der Ansbacher Skater hat in absehbarer Zeit ein Ende: Die Betonarbeiten für den neuen Ansbacher Skatepark werden am Freitag abgeschlossen. Ab Mai wird der Umgriff der Anlage noch aufgehübscht, sodass einer Fertigstellung Ende Mai eigentlich nichts mehr im Weg steht.
Etwa vier Wochen waren die Spezialisten von Holzwerk Oranienbaum mit dem Betonieren auf der Anlage beschäftigt, die zwischen den Sportflächen der Johann-Steingruber-Realschule und des Theresien-Gymnasiums entsteht. Abschnitt für Abschnitt wurden die Bodenplatte und die einzelnen Elemente wie etwa Quarterpipes (Rampen) und Wallride (eine frei stehende Wand) gegossen. Im weiteren Verlauf wurden die Betonflächen in Handarbeit abgezogen, bis eine sehr glatte und ebenerdige Oberfläche entsteht.
Die aktuellen Temperaturen kommen den Arbeitern zugute, weil der Beton nicht so schnell austrocknet und Spannungsrisse vermieden werden können, wie Marco Buhlmann von Holzwerk Oranienbaum erklärt. Das Berliner Unternehmen hat sich auf den Bau solcher Anlagen spezialisiert. Nur eine Handvoll Firmen in Deutschland gibt es laut Buhlmann, die Experten für Skateanlagen sind.
In vielerlei Hinsicht ist die Baustelle eine besondere, wie Johannes Birkhan von der Stadt sagt. Einerseits, weil man eine solche Anlage nicht jeden Tag baut. Andererseits, weil es „für eine Baustelle dieser Größe super viel Handarbeit ist“, sagt Buhlmann. Nicht nur die Betonarbeiten werden weitestgehend per Hand ausgeführt. Auch die Metallteile wurden vor Ort geschweißt und die Stahlmatten händisch gebogen.
Auch deshalb sind fast zehn Mann im Einsatz. Sie alle sind nicht nur handwerklich vom Fach, sondern auch vom Thema. Alle skaten in ihrer Freizeit, wissen also, worauf es ankommt. „Man muss für den Bau einer solchen Anlage den Sport auch verstehen.“ Damit nach Feierabend Fremde keinen Blödsinn auf der Anlage treiben und Schäden anrichten, haben die Arbeiter in Containern auf der Baustelle geschlafen.
An der ursprünglichen Ausrichtung des Platzes hat sich derweil nichts geändert. Für die Skater entsteht ein Streetflow-Park mit einem Multi-Line-Konzept. Streetflow bedeutet zunächst, dass auf der Anlage Elemente vorhanden sind, die man in einer Innenstadt finden kann – zum Beispiel Bordsteine und Geländer, die beide für Tricks genutzt werden können. Unter dem Begriff Multi-Line-Konzept versteht man, dass es verschiedene sich kreuzende Fahrtwege gibt, die miteinander verbunden werden können.
Das eigene Können spielt bei dem Park laut Buhlmann nicht die ganz große Rolle. Sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene werden hier ihren Spaß haben und neue Herausforderungen finden. „Es kommt drauf an, wie schwer sie es sich selbst machen“, erklärt Buhlmann.
Eine Flutlichtanlage bekommt der neue Platz nicht. Eine entsprechende Anfrage ist bei der Stadt während der Bauphase aufgeschlagen, wie die Stadträte in einer Ausschusssitzung erfahren haben. Laut Buhlmann ist es nicht ungewöhnlich, dass Skateplätze mit einem Flutlicht ausgestattet werden. „Das wird auch genutzt.“
Im Fall von Ansbach ist das aber problematisch, auch unabhängig von der derzeit angespannten Finanzlage der Stadt. Warum? Zwar könnte ein Licht in der Zukunft nachgerüstet werden. Das wäre aber mit einem großen Aufwand verbunden, weil die dafür nötigen Versorgungsleitungen fehlen und erst einmal bis zu dem Areal verlegt werden müssten.
Der neue Skatepark soll auch ein Treffpunkt für junge Menschen sein, weshalb gleichzeitig ein Grillplatz realisiert wird. Das alles lässt sich die Stadt Ansbach 527.000 Euro kosten, wobei etwa 50.000 Euro für den Grillplatz fällig sind. Gefördert wird das Bauprojekt mit Mitteln aus der Städtebauförderung.