Wer den Namen Kupfer in Verbindung mit Heilsbronn hört, denkt sofort an Wurstspezialitäten aus der Region. Doch seit 2019 engagiert sich die Hans Kupfer & Sohn GmbH auch im Bereich der veganen Ernährung und alternativer Proteinquellen. Die Geschäftsführer Johannes und Max Kupfer erklären, warum.
Seit mittlerweile 118 Jahren gibt es die Hans Kupfer & Sohn GmbH. Von Beginn an war es eine der Stärken des Familienbetriebes, „dass wir uns immer wieder neu entdeckt haben“, sagen die beiden Vorstände Johannes und Max Kupfer. Da überrascht es nicht, dass die Kupfers sich auch mit den Themen vegane Ernährung und vegane Proteinquellen beschäftigen.
Rund um den Generationenwechsel an der Spitze des Unternehmens haben sich die beiden Söhne und Vater Otto Kupfer zusammengesetzt und sich gefragt, „wo die Firma in zehn Jahren stehen soll und welche Produkte wir produzieren wollen“, sagt der 31-jährige Max Kupfer. Schnell war klar, dass es eine Transformation geben soll, von der Großmetzgerei zum Lebensmittelunternehmen, wie Johannes Kupfer (40) erklärt.
Freilich spielten auch das Konsumverhalten der Kunden, die CO2-Bilanz und die wachsende Weltbevölkerung, deren Proteinbedarf zukünftig nicht alleine durch Fleisch gedeckt werden kann, bei der Entscheidung eine Rolle. Folglich wurde im Jahr 2019 die Kupfer Innovative Food GmbH gegründet.
Für den Beginn konnten die Kupfers noch auf bestehende Anlagen zurückgreifen, um vegane Produkte herzustellen. Doch schnell musste Geld in die Hand genommen werden. Knapp zehn Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren investiert, um Produktionskapazitäten zu schaffen, die getrennt von der Fleischproduktion sind, wie Max Kupfer erzählt. Dies geschah in Heilsbronn, in Nürnberg wurde gar zwischen 2021 und 2023 ein eigenes Werk gebaut.
„Wichtig war, eine Basis zu schaffen und eine eigene Produktentwicklung zu haben“, so Max Kupfer weiter. Man habe bestimmt eineinhalb Jahre nur entwickelt. Angefangen hat alles mit der Nürnberger Rostbratwurst aus Erbsenproteinen. Mittlerweile sind unter anderem auch Wurstaufschnitt, Schnitzel und Cordon bleu in der veganen Produktpalette. Neben Erbsen werden auch Weizen, Soja und Kichererbsen als Proteine genutzt.
Probleme, die Mitarbeiter davon zu überzeugen, auch vegane Produkte herzustellen, hatten die Kupfers nicht. „Wir haben sie von Anfang an auf den Weg mitgenommen“, macht Johannes Kupfer deutlich. Auch Vater Otto Kupfer war sofort Feuer und Flamme für den veganen Bereich. Der Erfolg gibt den Kupfers recht. „Die Nachfrage ist enorm“, betonen beide. Der vegane Bereich hatte 2023 einen 7,5-Prozent-Anteil am Gesamtumsatz. Ende des Jahres könnte die Zehn-Prozent-Marke geknackt werden.
Ein weiteres Puzzleteil im Bereich der alternativen Proteine ist die Bugfoundation, die vor zwei Jahren übernommen wurde. Seitdem haben die Kupfers Burger-Patties im Angebot, die einen gewissen Anteil an Insektenproteinen haben. „Der Konsument von morgen ist viel offener“, glaubt Max Kupfer. Er gibt aber auch zu, dass beim Thema Insekten „das Kopfkino eine große Rolle spielt“. Aber das Insektenprotein könne ein Teil sein, um die Weltbevölkerung zu ernähren, so Max Kupfer.
Wer jetzt Angst hat, die Kupfers verabschieden sich aus der klassischen Wurstherstellung, den beruhigen die beiden Vorstände. Auch das wird es in Zukunft weiter geben. „Wir sind größter Biowursthersteller in Deutschland“, halten sie fest. Das soll auch so bleiben. Vielmehr soll die Zukunft des Unternehmens auf den drei Säulen Bio, Regional und Vegan aufgebaut werden.
„Wir wollen niemanden vorschreiben, was er essen muss.“ Die drei Säulen sollen in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen, betont Johannes Kupfer. Man wolle nicht von einem Rohstoff abhängig, sondern breit aufgestellt sein. „Was dann am stärksten nachgefragt wird, entscheidet der Kunde.“
Für Johannes und Max Kupfer ist klar, dass sie für die Zukunft vorbereitet sind. „Mit den drei Säulen sehen wir uns für die nächsten Jahrzehnte gut aufgestellt.“
Name Hans Kupfer & Sohn GmbH
Gegründet 1906
Standorte Vier Werke in Heilsbronn (Stammsitz), Nürnberg und Günthersleben (Thüringen)
Mitarbeiter über 1300
Umsatz 2023 circa 280 Millionen Euro
Vegan-Anteil am Umsatz 7,5 Prozent