Spätestens an Heiligabend zogen die letzten Christbäume in die weihnachtlichen Stuben ein. Welche Vorgeschichte sie haben, ehe sie mit Lametta und Kugeln geschmückt im Wohnzimmer stehen, dazu hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenheim den Christbaumanbauer Christopher Sturm aus Seitendorf bei Heilsbronn befragt.
Christbaumanbau ist bei der Familie Sturm Tradition. Vor über 30 Jahren hat Christopher Sturms Opa mit den ersten Rotfichten begonnen. So erzählt es Sturm in einem Interview mit dem AELF Fürth-Uffenheim. Seitdem ist die Familie, die in Seitendorf im Landkreis Ansbach lebt und arbeitet, dem Geschäft treu geblieben.
Laut Christopher Sturm haben die Christbäume eine lange Reise hinter sich ehe sie im Weihnachtszimmer stehen. Die Samen der Bäume, die die Familie Sturm und weitere Christbaumanbauer verkaufen, stammen laut Sturm von Bäumen in Georgien (Kaukasus).
Dort werden sie geerntet, nach Deutschland geschickt und hier in Baumschulen ausgesät. Erst wenn die Pflanzen zwei bis drei Jahre alt sind und eine Höge von ungefähr 20 Zentimetern haben, kaufen die Anbauer die Bäumchen und pflanzen sie auf ihre Äcker.
Hier bleiben die Bäume dann mindestens acht Jahre. Nach dieser Zeit sind sie zwischen zwei und 2,5 Meter groß. „Das ist die gängige Größe für ein Wohnzimmer mit 2,70 Meter Raumhöhe“, erklärt Christopher Sturm. „Wir verkaufen aber auch fünf Jahre alte Bäume mit ungefähr 1,5 Meter Höhe.
Die passen besser in kleinere Wohnungen.“ Für Kirchen, Kommunen, Schulen oder Vereine mit einem größeren Versammlungsraum bietet der Familienbetrieb auch zehn bis 15 Jahre alte Bäume an. Diese erreichen eine Höhe von über drei Metern. Während ihrer Wachstumsjahre beim Christbaumanbauer werden die Bäume durchgehend bewässert, geschnitten und gepflegt.
Im dritten Jahr werden sogenannte „Vogelstäbe“ an den Spitzen der Bäume angebracht. „Diese stabilisieren die jungen, weichen Spitzen der Bäume und schützen somit vor dem Umknicken, wenn ein Vogel darauf landet“, so Sturm.
Beim sogenannten „Snippen“ werden die Zweige eingekürzt, die zu weit nach außen wachsen. „Sonst würde der Baum kein gleichmäßiges, bauchiges Blätterkleid bekommen“, erklärt der Christbaumanbauer im Gespräch mit dem AELF die Maßnahme.
Ab dem vierten Jahr muss der starke Wuchs nach oben reguliert werden. Sonst würde der Abstand zwischen den Ästen ungleichmäßig hoch. Der Baum würde dann „lückig“ aussehen. Um das Wachstum zu bremsen, werden die obersten Triebe mit einer sogenannten „Terminaltriebregulierung“ bestrichen.
Im vierten Jahr werden laut dem Schreiben des AELF außerdem die untersten Äste beim „Stumpfschneiden“ entfernt. Dadurch kommt mehr Luft an den Baum, dieser trocknet schneller ab und wird nicht von Pilzen befallen. Die Bäume aus der Region, die jetzt noch zum Kauf angeboten werden beziehungsweise schon in den Wohnzimmern stehen, wurden ab Mitte November geerntet.
Die kurzen Transportwege kommen den Christbäumen als regionale Produkte zugute: „Unser Baum hat einen klaren Vorteil. Da er erst kurz vor dem Verkauf geerntet wird, fallen die Nadeln erst sehr spät ab. Mit der richtigen Pflege kann ich einen unserer Bäume bis in den Februar mit grünen Nadeln erhalten.“
Für Menschen, die ihren Baum noch nicht aufgestellt haben, hat Sturm folgenden Tipp: Der Baum sollte nicht direkt in das warme Wohnzimmer gestellt werden, sondern erst in einem überdachten, kühleren Raum wie der Garage vorgewärmt werden. Im Wohnzimmer dann sollte er nicht direkt am Heizkörper stehen. Gehalten werden sollte er in einem Ständer mit Gießmöglichkeit. Dort muss er regelmäßig gegossen werden. Auf keinen Fall darf die Rinde am Stammgrund entfernt werden, denn auch darüber nimmt der Baum hauptsächlich Wasser auf.