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Veröffentlicht am 03.06.2026 07:00

Hitzetage in Ansbach: Darum kam die gepriesene Sprühnebelanlage nicht zum Einsatz

Unter den hohen Temperaturen in der vergangenen Woche hat sich die Innenstadt aufgeheizt. Eine Abkühlung hätte nicht geschadet. Doch die 2025 groß präsentierte städtische Sprühnebelanlage kam nicht zum Einsatz. Warum? Die FLZ hat nachgefragt.

Nachdem die Eisheiligen ihre Muskeln haben spielen lassen, bot die vergangene Woche den Ansbacherinnen und Ansbachern sommerliches Wetter. Die Temperaturen bewegten sich knapp unter oder über der 30-Grad-Marke. Da wäre stellenweise eine Abkühlung fernab von Kaltgetränken, Eis oder Freibad gelegen gekommen.

Eine Idee aus der Citywerkstatt

Der eine oder andere hat sich mit Sicherheit an den August 2025 erinnert. Damals präsentierte die Stadt Ansbach eine Sprühnebelanlage, die fortan auf dem Martin-Luther-Platz für Abkühlung sorgen sollte. Die Idee dazu ist in der Citywerkstatt entstanden, umgesetzt wurde sie von der Baugeräte-Union mit einfachen Materialien, die in jedem Baumarkt zu finden sind.

Aufgrund der gesammelten Erfahrungen soll die Anlage auch in diesem Jahr wieder zum Einsatz kommen, wie Anne Ziegler vom Geschäftsbereich Oberbürgermeister auf Nachfrage mitteilt. Allerdings soll das nach ihren Worten nur in länger anhaltenden Hitzeperioden geschehen. Sprich: Aus Sicht der Stadtverwaltung war es in der vergangenen Woche noch zu kühl

Störend beim Aufbau für das Altstadtfest

Als einen weiteren Grund führt die Stadtsprecherin das am Mittwoch beginnende Altstadtfest an. Die Anlage würde beim Aufbau für die Festivitäten stören, ließ Anne Ziegler durchblicken. Diese Erklärung überrascht ein wenig. Immerhin wurde bei der Präsentation im vergangenen Jahr, die einfache Handhabung hervorgehoben. Geplant war, dass die Mitarbeitenden im Stadthaus den Aufbau übernehmen und beim Abbau die Männer und Frauen des Eiscafés Doge unterstützen sollten.

An dem Gerücht, dass die Anlage aus gesundheitlichen Gründen – Stichwort Legionellen – in diesem Jahr noch nicht aufgestellt wurde, ist derweil nichts dran, wie Anne Ziegler auf Nachfrage deutlich macht. So ganz an den Haaren herbeigezogen ist das Gesundheitsthema aber nicht.

Deutsche Bürokratie schlägt zu

Aus verlässlicher Quelle hat die FLZ erfahren, dass die deutsche Bürokratie dafür sorgt, dass die Sprühnebelanlage im vergangenen Jahr nach relativ kurzer Zeit wieder verschwunden ist und heuer noch nicht aufgestellt wurde. Denn diese hat bekanntlich ihre Schwierigkeiten mit pragmatischen Lösungen, die einfach und kostengünstig umzusetzen sind.

Tatsächlich gelten für den Aufbau und den Betrieb solcher Anlagen strenge Vorschriften bezüglich Wasserhygiene, Baurecht und Infektionsschutz. Geregelt ist das unter anderem in der Trinkwasserverordnung. Nicht ohne Grund werden die Verantwortlichen der Feuchtwanger Kreuzgangspiele, die seit dieser Saison ebenfalls eine solche Anlage im Betrieb haben, eine Filteranlage eingebaut haben, durch die das Wasser läuft, bevor es in Schläuche gepumpt wird.

Die Ansbacher Anlage verfügt dagegen nicht über einen Filter. Hier fließt das Trinkwasser über einen Gartenschlauch direkt vom Anschluss zu den Düsen, wo es zerstäubt wird.

Ein Standfuß, ein Rohr, ein Schlauch, Sprühdüsen und ein Wasseranschluss: Aus mehr Komponenten besteht die städtische Sprühnebelanlage nicht. (Archivbild: Florian Schwab)
Ein Standfuß, ein Rohr, ein Schlauch, Sprühdüsen und ein Wasseranschluss: Aus mehr Komponenten besteht die städtische Sprühnebelanlage nicht. (Archivbild: Florian Schwab)
Ein Standfuß, ein Rohr, ein Schlauch, Sprühdüsen und ein Wasseranschluss: Aus mehr Komponenten besteht die städtische Sprühnebelanlage nicht. (Archivbild: Florian Schwab)

Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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