Immeldorf: Der Vogelmayer verbreitet „Lebensfreude” | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 09.03.2026 07:00

Immeldorf: Der Vogelmayer verbreitet „Lebensfreude”

Amüsierte sein Publikum mit Gstanzln und Witzen: der Vogelmayer. (Foto: Elke Walter)
Amüsierte sein Publikum mit Gstanzln und Witzen: der Vogelmayer. (Foto: Elke Walter)
Amüsierte sein Publikum mit Gstanzln und Witzen: der Vogelmayer. (Foto: Elke Walter)

Dialekt und Humor liegen meist ganz nah beieinander, zeigen sich aber je nach Region dennoch ganz unterschiedlich. Am Freitag war der Vogelmayer zu Gast im „Weißen Roß”. Im Gepäck dabei hatte der niederbayerische Musikkabarettist sein aktuelles Programm „Lebensfreude“ sowie seine Gitarre.

Wenn alles immer schwieriger wird, sei es wichtig, „dass ma lacht“, betonte der Vogelmayer, bürgerlich Thomas Mayer, immer wieder. Dass das Publikum kräftig lachen konnte, dafür sorgte der gebürtige Straubinger während des gesamten Abends.

Wortgewandt und selbstironisch

Menschen zum Lachen zu bringen, das verstand der Niederbayer par excellence, ebenso, mit seinem Publikum immer in Kontakt zu bleiben. Spontan reagierte er auf Einwürfe aus den Publikumsreihen, baute sie durchaus auch selbstironisch ein oder konterte wortgewandt. Auch er hatte Spaß.

Gleich zu Beginn „scannte“ er mit einem Niveau-Test-Song erst einmal sein Publikum ab, wollte wissen, wer da so vor ihm saß. Das war witzig und in keiner Weise aufdringlich. Die Angesprochenen gaben lachend Auskunft. Die Stimmung war locker und es schien fast so, als ob man unter guten Bekannten sitzen würde.

Einer möglichen Dialekt-Sprachbarriere beugte er mit einer, wie er selbst sagte, bereinigten „hoch-niederbayrischen“ Variante seines Heimatvokabulars vor. Für die Verständigung gut, ließ aber leider die schöne Färbung des Ausgangsdialektes etwas untergehen. Dass er sich mit den Eigenheiten sprachlich regionaler Färbungen sowie unterschiedlichen Humorauffassungen auskannte, zeigte sich schnell.

Nahrung für seine Lieder sowie auch für die Texte dazwischen lieferte das alltägliche Leben: Situationen, die wohl die meisten kannten. Klischees aus Dorf- und Eheleben, im Umgang mit Preißn oder Ähnliches, zugegeben manches auch schon abgedroschen, gehörten da ebenso dazu, wie mehr oder weniger ernst zu nehmende Witztiraden. Neu waren nicht alle, kamen aber bei den Besucherinnen und Besuchern gut an, sorgten einfach für gute Laune sowie eine kurze Auszeit aus einem oft anstrengenden Alltag. Sich frei lachen, neue Kräfte mobilisieren – bestens gelungen.

Der Vogelmayer fand eine gute Balance zwischen Moderation und Liedern, die er in Gstanzl-Manier an der Gitarre begleitete, stellenweise den fehlenden Trompeterkollegen per Mund-Trompete ersetzte, eingängig und mitreißend. Die Würze lieferten da hinein erzählte Witze.

Heimatliebe trifft auf Weltoffenheit

Das große politische Parkett überließ er lieber den anderen, obwohl immer wieder auch einmal Nachdenkliches und stellenweise Kritisches zwischen den Zeilen zu erahnen war. Etwa derart, dass jeder dort zu Hause sein dürfen sollte, wo er oder sie auch zu Hause sein möchte, egal, woher die Menschen kämen. Heimatliebe, Dialekt, die kurze Krachlederne, Toleranz und Weltoffenheit müssen sich also nicht zwangsläufig ausschließen.

Nach gut zwei Stunden war das humoristische Erfrischungsprogramm dann doch zu Ende. Ohne Zugaben durfte der Straubinger allerdings nicht gehen, und die lieferte er, zur großen Freude seines Publikums.

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