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Veröffentlicht am 24.02.2023 16:13

In Ansbach investiert die US-Armee 90 Millionen Dollar

Standortkommandeur Colonel Aaron B. Dixon hatte zu einem „Abend mit Freunden der US-Garnison Ansbach“ in die Bismarck-Kaserne im Ansbacher Ortsteil Katterbach geladen. Dabei nutzte er seine Ansprache, um wichtige Neuigkeiten mitzuteilen: Die US-Armee wird massiv in den Standort Ansbach investieren, unter anderem mit dem Bau eines neuen, 90 Millionen Dollar teuren Bereichs in der Barton-Kaserne.

Die US-Armee werde im Sommer eine Pionier- und eine Luftabwehr-Einheit zusätzlich nach Ansbach verlegen, so Dixon. Deshalb habe man die Pläne für einen neuen Kasernenbereich beschleunigt.

US-Streitkräfte zahlen zwei Prozent mehr

Dies werde „das erste von möglicherweise vielen beschleunigten Projekten“ der US-Armee sein. Das beschleunigte Verfahren verringere die Belastung der Bauverwaltung, dafür zahlten die US-Streitkräfte einen Pauschalbetrag von zwei Prozent der Baukosten an das Bauamt. „Wir zahlen mehr, Deutschland wird weniger belastet“, so Dixon.

Alle beschleunigten Projekte müssten vom Freistaat genehmigt werden, die nächste Genehmigungsrunde finde im Juni statt. Auf der Liste der Projekte stehe auch der Antrag für ein 25 Millionen Dollar teures Gemeindezentrum am Ansbacher Urlas, einem Plateau an der B14 in Richtung Katterbach. Hier soll auch ein Festplatz entstehen, sagte Dixon, „der es uns ermöglicht, in Zukunft mehr deutsch-amerikanische Veranstaltungen auszurichten, ohne unseren Flugplatz schließen zu müssen“.

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Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner, der an der Veranstaltung teilnahm, war nach eigener Aussage von der Ankündigung der riesigen Investition völlig überrascht: „Wir wussten zwar, dass zusätzliche Einheiten kommen würden und man an den Barton Barracks was tun muss, aber in diesem Umfang ist das überraschend.“

Kaserne sollte zweiter Campus der Hochschule Ansbach werden

Ursprünglich hatte die US-Armee angekündigt, die Barton-Kaserne an der Straße zum Ortsteil Meinhardswinden im Jahr 2021 zu schließen und an den Bund zurückzugeben. Angesichts des „veränderten Sicherheitsumfeldes“ – 2014 hatte Russland die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim besetzt – wurde dieser Beschluss jedoch revidiert. Bei der Stadt Ansbach hatte es da bereits erste Planungen gegeben, auf dem Militärgelände einen zweiten Campus der Hochschule einzurichten und das Areal zudem für den Wohnungsbau zu nutzen.

Diese Option sei längst nicht mehr realistisch gewesen, so Deffner. Selbst wenn die US-Armee die Barton-Kaserne räumte, „würde der Bund dort eher eine Flüchtlingsunterkunft wie das Ankerzentrum in Bamberg schaffen“.

Tests zur Reinigung des verseuchten Grundwassers fehlen

Colonel Dixon kündigte zwei weitere Investitionen für die Katterbach-Kaserne an: die endgültige Sanierung der Regenwasserkanäle für drei Millionen Dollar und die Modernisierung der Helikopter-Waschanlage für 4,4 Millionen Dollar.

Für den Bau der Abstromsicherung, die das durch Polyfluorierte Chemikalien (PFC) verseuchte Grundwasser reinigen soll, fehle nach wie vor die endgültige Genehmigung. Man warte noch immer auf Testergebnisse, erklärte Dixon.

Die Barton-Kaserne an der Meinhardswindener Straße sollten geschlossen werden. Doch jetzt wird die US-Armee massiv in das Areal investieren. (Foto: Jim Albright)
Die Barton-Kaserne an der Meinhardswindener Straße sollten geschlossen werden. Doch jetzt wird die US-Armee massiv in das Areal investieren. (Foto: Jim Albright)
Die Barton-Kaserne an der Meinhardswindener Straße sollten geschlossen werden. Doch jetzt wird die US-Armee massiv in das Areal investieren. (Foto: Jim Albright)

Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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