„Was wollen Sie trinken? Wasser oder doch lieber ein Bier?“ „Ein Bier.“ „Ein richtiges oder alkoholfrei?“ „Alkoholfrei.“ Gleich gibt es etwas Flüssiges bei der Hitze, wie gut. Aber nicht vom Wirt, sondern von einem Roboter, genauer gesagt macht das ein Roboterarm. Der soll auch die perfekte Schaumkrone des Gerstensaftes gleich mitliefern.
Das versprechen zumindest Nikita Hauck und Silas Stieb aus der Klasse 10a der Neustädter Dietrich-Bonhoeffer-Realschule. Im Fach Informationstechnologie tüftelten sie mit ihrem Lehrer Christopher Härth über einem Projekt, das nun den Namen „Robo’zapft is!“ trägt. Sie programmierten den Computer-Arm so, dass er gleich toll einschenken kann. Vollautomatisch. Dazu wurden auch viele Experimente für die richtige Dauer und Temperatur absolviert.
Am Anfang stand der Roboterarm. Diesen hat die Schule von der Firma GDW Werkzeugmaschinen GmbH als Dauerleihgabe bekommen. Der Betrieb aus Höchstadt möchte so die Lust auf eine Ausbildung zum Mechatroniker oder Zerspanungsmechaniker wecken, wie Firmenvertreterin Andrea Ort-Hack erklärte.
Zuerst machten sich die Zehntklässler im Rahmen ihres IT-Unterrichts mit dem Gerät und dessen Software vertraut. Da sich der Roboterarm durch seine sieben Gelenke in jegliche Richtung bewegen und durch seinen Greifer Dinge transportieren kann, musste ein Vorschlag her, berichtete Härth. Schließlich sollte der Roboter mit dem Namen „Franka Emika Panda“ am Schulfest automatisch Getränke ausschenken.
Experimentiert wurde mit Leitungswasser, da beim Schulfest alkoholfreie Getränke im Fokus stehen. Aber wie es der Zufall so will, bekam Georg Hofmann von der Pahreser Brauerei Hofmann Wind von diesem Projekt, war sofort begeistert und erteilte den Auftrag für ein Marketingvideo.
Die Schülergenossenschaft „BonhoefferStudios eSG“, welche das Schuljahr fotografisch begleitete, nahm den Videodreh in Angriff. Der Anspruch an die Programmierer stieg damit ein ordentliches Stück aufgrund der Schaumbildung beim Einschenken. Der Bierschaum, erklärte Projektbetreuer Christopher Härth, zerfällt exponentiell im Glas.
Für die Programmierung sind Kenntnisse der Mathematik und eine Menge logisches Denken notwendig, betonte Härth. Macht es Kollege Roboter anders als der Mensch? Ganz anders. Während der Mensch sein Bier schräg ins Glas laufen lässt, macht es „Franka Emika Panda“ senkrecht. Drei Mal gießt das Gerät auf diese Weise Bier ins Glas und wartet dazwischen logischerweise zwei Mal.
Im Labor waren es je 15 Sekunden bei einer Temperatur von Minus drei Grad. Getränke mit Alkohol haben einen niedrigeren Gefrierpunkt und bleiben somit länger in flüssigem Zustand. „Aber bei Minustemperaturen wollten wir auch nicht ausschenken“, so der Projektbetreuer. Auch die Fallhöhe wurde errechnet. Vom Greifen bis zum Trinken schaffte man es in unter zwei Minuten.
Keine realen Bedingungen. Auch die acht Grad ideale Biertrinktemperatur, wie Braumeister Georg Hofmann erklärte, konnte es angesichts der Hitze beim Sommerfest nicht geben. Der Roboter machte also zwei Mal 90 Sekunden Pause. „Bei hochwertigem Bier geht die Schaumkrone langsam weg“, betonte Gräth. 50 Versuche mit einem Liter Wasser und etwa ein Kasten Bier gingen für die Versuche drauf – das Lehrgeld hielt sich also in Grenzen.
Wie spannend das Einschenken ist, zeigt das Video von Tessa Karnoll und Luisa Kitzmann (beide 5e) sowie Julian Todt aus der 7c. Mit viel Kreativität wird in dem rund anderthalb Minuten dauernden Clip das Bier erst zurück in die Flasche befördert, bevor es mit Hell-Dunkel- und Zeitraffer-Effekten mit perfekter Schaumkrone in Szene gesetzt wird.