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Veröffentlicht am 21.09.2026 05:24

In sieben Schritten zu einem widerstandsfähigen Garten

Gut geplant: Wer Pflanzen nach ihren Ansprüchen an Sonne, Boden und Wasser auswählt, kann den Garten besser auf trockene Sommer vorbereiten. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Gut geplant: Wer Pflanzen nach ihren Ansprüchen an Sonne, Boden und Wasser auswählt, kann den Garten besser auf trockene Sommer vorbereiten. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Gut geplant: Wer Pflanzen nach ihren Ansprüchen an Sonne, Boden und Wasser auswählt, kann den Garten besser auf trockene Sommer vorbereiten. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)

Trockenheit, Sonne, Hitze: Ihr Garten hat in diesem Sommer gelitten? Der nahende Herbst ist die ideale Zeit, um die Weichen für einen robusteren Garten zu stellen.

Dabei kommt es auf Vielfalt an: Wählen Sie Pflanzen, die zu den Bedingungen im Garten passen, und schenken Sie auch dem Boden Aufmerksamkeit. Denn während die Pflanzen meist im Mittelpunkt stehen, wird die Pflege des Bodens oft vernachlässigt.

Schritt 1: Bodenverbesserung mit Humus

Wie gut ein Boden Wasser speichern kann, hängt von seiner Zusammensetzung ab. 

  • Ein lehmhaltiger Boden kann durch die kleine Kornstruktur besser Wasser halten als sandiger Boden. 
  • Es ist aber in beiden Fällen sinnvoll, den Anteil an Humus zu erhöhen. 
  • Unter Humus versteht man abgestorbene Pflanzenfasern, die im Boden zersetzt werden. Dieses Material fällt im Garten bei jedem Rückschnitt an.

„Ideal für die Anreicherung mit organischer Substanz ist Kompost“, sagt Michael Henze von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL). Dafür werden Staudenschnitt, Blätter, Äste und Rasenschnitt gesammelt und aufgeschichtet. Der fertige Kompost wird als Mulch auf den Beeten verteilt und leistet sogar auf dem Rasen gute Dienste.

Laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) speichert Humus Wasser und gibt es langsam wieder an die Pflanzen ab. So hält man in der durchwurzelten Zone vorhandenes Wasser. Ebenso werden durch die Umsetzung Nährstoffe freigesetzt, die von den Pflanzenwurzeln wieder aufgenommen werden.

Schritt 2: Für ein aktives Bodenleben

Ein wichtiger Bestandteil des Bodens ist das Bodenleben. Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen durchsetzen zusammen mit Kleinstlebewesen das Erdreich. Regenwürmer ziehen Gänge im mineralisch-organischen Gefüge und sorgen so für eine natürliche Belüftung und eine gute Aufnahme von Wasser im Boden.

Zudem erwärmen alle Lebewesen den Boden mit ihrer Aktivität, was gerade im Frühjahr wichtig ist, wenn die Pflanzen aus dem Winterschlaf erwachen. Gefördert wird das Bodenleben durch reife Komposterde. Sie trägt Mikroorganismen in die tieferen Schichten und stellt dem vorhandenen Bodenleben ausreichend Nahrung sowie Feuchtigkeit zur Verfügung.

Nach längerer Trockenheit hat sich das Bodenleben meist in tiefere Schichten zurückgezogen und muss nach oben gelockt werden. Eine gute Starthilfe nach dem Ausbringen von Kompost ist, Gießwasser mit etwas Backhefe und Melasse anzureichern und auszubringen. So kommen die natürlichen Kreisläufe wieder in Gang.

Schritt 3: Modellierte Flächen 

Wenn der Boden nicht vollständig eben ist, kann Wasser gezielt gelenkt werden. Daher rät der Nabu, einen Garten hügelig zu gestalten. Maximilian Brinker, Referent des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), empfiehlt das Gefälle so auszurichten, dass Wasser die Pflanzen erreicht.

Bei der Hecke macht man eine Gießrinne, die das Wasser im Bereich der Wurzeln versickern lässt. Eine Mulde ist ideal für Einzelpflanzen wie Sträucher und Gehölze. Ein welliges Profil in den Beeten hat neben der Wasserspeicherung den Vorteil, dass Wind abgehalten wird. So verhindert man ein Austrocknen der Pflanzen.

Schritt 4: Regenwasser und unbelastetes Haushaltswasser nutzen

In der Regentonne oder in einer unterirdischen Zisterne kann man Regenwasser sammeln. „Es ist die günstigste Variante zum Gießen“, sagt Michael Henze. Sein Rat: für die Zisterne eine professionelle Lösung in Betracht ziehen. Denn dafür sind umfangreiche Schachtarbeiten erforderlich. Ebenso kann man Dachwasser gezielt in die Beete ableiten.

Wichtig ist dann, dass man nach der Hitze regelmäßig das Regenwasser, das sich in der Zwischenzeit wieder sammelt, gezielt im Garten verteilt. So fördert man, dass sich auch unter großen Gehölzen und Hecken allmählich der Boden regeneriert und das Bodenleben zurückkommt. 

Schritt 5: Die Bedeutung von einer Bodenbedeckung 

Wenn der Boden in den Beeten frei liegt, ist er der Sonneneinstrahlung stark ausgesetzt. Das betrifft zum einen die Verdunstung. Zum anderen wird die Oberfläche direkt bestrahlt, sie heizt sich schneller auf und verdrängt das Bodenleben auch durch UV-Einstrahlung. 

Neben einer Mulchdecke helfen Stauden aus der Gruppe der Bodendecker, die Oberfläche zu schützen. Sie legen ihre Blätter und Triebe flach über den Boden, so dass eine Pufferzone entsteht, wie sie auch in der Natur gegeben ist. Durch die natürliche Verdunstung dieser Pflanzen wird die Temperatur in der Umgebung abgesenkt.

Gute Bodendecker sind dem Nabu zufolge etwa Bodendecker wie: 

  • Efeu
  • Kleines Immergrün
  • Kriechender Günsel 
  • Blutroter Storchschnabel

Sie lassen sich hervorragend im Herbst pflanzen.

Schritt 6: Pflanzen mit Hitzetoleranz

Herbstzeit ist Pflanzzeit. Welche Pflanzen gut Sonne und Hitze vertragen, erkennt man an den Blättern. Sie haben meist eine fleischige Struktur, eine dicke Wachsschicht oder eine silbrige Färbung. Auch rotlaubige Formen wie etwa die Rotblättrige Rose kommen mit intensiver Strahlung oft besser zurecht.

Schritt 7: Der richtige Standort für Pflanzen 

Stauden, Sträucher und Sommerblumen haben unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort. Entscheidend sind dabei vor allem die Lichtverhältnisse und die Beschaffenheit des Bodens. Während sonnenliebende Pflanzen an hellen, sonnigen Plätzen gut gedeihen, stehen Pflanzen wie der Braune Storchschnabel, die Stinkende Nieswurz und der Klebrige Salbei laut Nabu gern im trockenen Schatten.

In Bezug auf die Bodenansprüche rät Maximilian Brinker, die Situation für die Pflanzen zu optimieren. Humusgaben verbessern die Wasserspeicherfähigkeit, was für einen frischen Boden sorgt, während man mit Sand dafür sorgen kann, dass eine gute Entwässerung gegeben ist. Steht eine Pflanze an einem Platz, der ihren Standortansprüchen entspricht, wächst sie gut und übersteht Stressphasen deutlich besser.

© dpa-infocom, dpa:260921-930-717610/1


Von dpa
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