Die Bürgerinitiative „Etz langt’s!“ hat eine Tradition wiederbelebt: Rund 15 Mitstreiter trafen sich am Samstagabend zur Lichterdemo „Heimleuchten“. Damit wollten sie sich das Ausmaß der Verseuchung mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) vor Augen führen. Mit Kritik an den Amerikanern wurde nicht gespart.
Immer am zweiten Adventswochenende – mit Ausnahme der Corona-Jahre – erinnert die Bürgerinitiative (BI) an die Belastungen der Anwohner der US-Militärbasis Katterbach, wie Pressesprecher Boris-André Meyer sagte. „Nicht nur Lärm und Luftverschmutzung durch die Hubschrauber verschlechtern die Lebensqualität und die Zukunftschancen Ansbachs.“
Seit 2014 gebe es mit den PFC aus der Kaserne eine weitere, unsichtbare Gefährdung für die Menschen im Umfeld Katterbachs. Die Böden und das Grundwasser werden durch die Chemikalien verseucht, wie Meyer berichtete. Der Hauptschadensort mit 28.500 Kubikmetern belastetem Erdreich sei der ehemalige Feuerwehrübungsplatz am Flugfeld.
„Die Expertenmeinung ist klar“, sagte Meyer. „Das Gift muss endlich raus aus dem Boden.“ Das US-Militär und die Bundesregierung – die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist für die Kaserne zuständig – verschleppen ihm zufolge die Sanierung. Um das Ausmaß der Verseuchung vor Augen zu führen, startete die Lichterdemo am Fischhaus in Obereichenbach, führte an Feldern vorbei und endete schließlich in der Nähe des Flugfeldes.
Meyer berichtete unter anderem, dass der Katterbach und der Eichenbach zur Zeit der Markgrafen für ihr gutes Wasser berühmt waren. „Heute ist das nicht mehr so.“ Jürgen Wolf, dem der mit PFC belastete Brunnen gehört, streite mittlerweile mit der BImA vor Gericht, machte BI-Sprecher Wolfgang Schmidt deutlich. Auch in Feldfrüchten habe man eine PFC-Belastung nachgewiesen, so Schmidt weiter. Ihn und Meyer ärgert besonders, dass die BImA noch immer leugnet, dass die Chemikalien aus der Kaserne kommen. Dieses Verhalten sei unfassbar, erklärte Meyer. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Bemühungen von Stadt und Region, die Ausbreitung des Giftes einzudämmen.“
Seit dem Jahr 2019 existiert ein Sanierungsgutachten, das zwei Hauptkomponenten beinhaltet, wie Schmidt berichtete. Zum einen ist dies eine Abstromsicherung, um eine weitere Verbreitung der PFC im Grundwasser zu verhindern. Zum anderen sollen die rund 28.500 Kubikmeter belastetes Erdreich ausgebaggert, gesichert und entsorgt werden. Angeblich befinden sich nach den Worten von Schmidt gut 50 Kilogramm PFC im Boden. Eine Sanierung wolle die US-Armee jedoch nicht, weil es den Flugbetrieb störe.
Für die Mitstreiter von „Etz langt’s“ ist dies aber eine Ausrede, die sie nicht gelten lassen wollen. Der Tenor am Samstag: „Dann ist der Flugbetrieb halt eingeschränkt.“ Was Schmidt zudem stört: Außer Gutachten und den gebohrten Messstellen, um die Ausbreitung der Schadstofffahne zu ermitteln, sei bisher noch nichts passiert. Seit Kurzem ist ihm zufolge eine neue Sanierungsplanung auf der Homepage der Stadt Ansbach einsehbar. Aber „von einer Sanierung der Schadstoffquelle ist dort nicht mehr die Rede“. Zumindest habe er auf die Schnelle nichts dazu gefunden, so Schmidt weiter.