Das Vorhaben, in Ansbachs Innenstadt ein Inklusionshotel unter dem Namen „Kaspars Haus” zu bauen, ist erneut ins Stocken geraten. Weil die Betreibergesellschaft aus Karlsruhe Insolvenz angemeldet hat, steht das Projekt vor einer ungewissen Zukunft. Die Verantwortlichen arbeiten derzeit an einem neuen Gesamtkonzept.
Das Gebhardt-Haus am Montgelasplatz gehört zu den bedeutendsten Gebäuden in der Ansbacher Innenstadt. Es gehört zu einem aus drei Gebäuden bestehenden denkmalgeschützten Ensemble und ist einerseits weit über 100 Jahre alt. Andererseits hat hier Kaspar Hauser nach seiner Ankunft in Ansbach bis zu seinem Tod 1833 für zwei Jahre gelebt.
Seit das namensgebende Schreibwarengeschäft seine Tore für immer geschlossen hat, gab es zahlreiche Gedankenspiele, was in dem Ensemble entstehen könnte. Die Ideen reichten vom Wohn- und Bürogebäude über eine Markthalle bis hin zu einem Kaffeehaus.
Bewegung in die Sache kam aber erst, als Architekt Hermann Pfeiffer (PS Planung & Service GmbH) die drei Gebäude kaufte. Zunächst sollte das Ensemble zu einem Tagungs- und Seminarhaus mit unterschiedlichen Kultur- und Bildungsangeboten ausgebaut werden. Doch auch dieser Plan wurde verworfen und durch den Wunsch nach einem Inklusionshotel ersetzt.
Betreiben wollte dieses Hotel die „Das Kind Europas – Kaspar Hauser Zentrum für heilende Pädagogik gGmbH” mit Sitz in Karlsruhe. Wie mittlerweile klar ist, wird auch daraus nichts. Denn die Betreibergesellschaft hat im vergangenen Jahr einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt.
„Die Karlsruher sind raus”, bestätigt Konrad Geiger gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Geiger unterstützt Pfeiffer bei dem Umbau des Gebhardt-Hauses und ist für die Bereiche Gastronomie und Hotellerie verantwortlich. Nach seinen Worten hat man schon gemerkt, dass bei dem angedachten Betreiber etwas nicht stimmt, weil es immer wieder zu Verzögerungen gekommen ist.
Deshalb mussten mehrfach geplante Eröffnungstermine verschoben werden. Die Gesellschaft ist freilich nicht der einzige Grund für die Verzögerungen. Sanierungen an einem historischen Gebäude können immer wieder Überraschungen für die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter beinhalten, an die man bei den Planungen nicht denkt.
Als die Nachricht über das Aus kam, „war das aber doch ein Schock”, gibt Geiger zu. Und was bedeutet das jetzt für das Vorhaben? Geiger und Pfeiffer wollen an dem Projekt festhalten. Man arbeite derzeit intensiv an einem tragfähigen Gesamtkonzept, betont der Bio-Spitzenkoch.
Details dazu kann Geiger aber noch nicht nennen. „Wir planen in alle Richtungen.” Auf ein paar Eckpunkte haben sich die Verantwortlichen aber schon verständigt. So soll Geiger zufolge das historische Erbe Kaspar Hausers im Namen weiterhin eine Rolle spielen.
Auch die Themen Bio und Regionalität im Gastronomiebereich sollen beibehalten werden. Die Wertschöpfungskette solle in Ansbach bleiben, hebt Geiger hervor. „Wir sind davon überzeugt, dass es das in Ansbach braucht.” Ein Thema wird weiterhin die Inklusion im neuen Gesamtkonzept sein. Allerdings werde es, anders als bisher, nicht mehr die zentrale Rolle spielen.
Der Insolvenzverwalter der Betreibergesellschaft aus Karlsruhe ließ eine Anfrage der Fränkischen Landeszeitung unbeantwortet.