Jakob Dechant aus Neustadt brachte zum zweiten Mal Hilfslieferung in die Ukraine | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 22.08.2025 17:52

Jakob Dechant aus Neustadt brachte zum zweiten Mal Hilfslieferung in die Ukraine

Die ukrainischen Kinder freuen sich über ihre neuen Spielzeuge. (Foto: Jakob Dechant)
Die ukrainischen Kinder freuen sich über ihre neuen Spielzeuge. (Foto: Jakob Dechant)
Die ukrainischen Kinder freuen sich über ihre neuen Spielzeuge. (Foto: Jakob Dechant)

Jakob Dechant setzt sich seit mehreren Jahren dafür ein, dass Hilfslieferungen in die Ukraine gelangen. Zusammen mit dem Gutenstettener Verein „Freunde der Ukraine 24” steht der Neustädter in stetigem Kontakt mit Hilfsorganisationen im Krisengebiet.

Der Wunsch zu helfen, kam bei Jakob Dechant und seiner Ehefrau gleich zu Beginn des Krieges auf. „Wir wollten etwas tun, wussten aber nicht wie”, erzählt der Neustädter. Er ist selbst in Kasachstan beziehungsweise Sibirien geboren, entsprechend seien ihm die russische Propaganda und das System bekannt. Auf dem Weihnachtsmarkt in Uehlfeld lernten die Helferinnen und Helfer 2023 noch andere Menschen kennen, welche die Ukrainer ebenfalls unterstützten wollten. Mit der Zeit wuchs die Gruppe auf 13 Personen an. Im April dieses Jahres gründete man den Verein „Freunde der Ukraine 24”.

Nach Mukatschewo und Lwiw ging die jüngste Fahrt Anfang August für die Dechants. Mit ihrem privaten Auto und einem Anhänger, die mit Kleidung, Spielzeug, Schulsachen, Lebensmitteln, Medikamenten und Rollstühlen voll bepackt waren, starteten sie ihre Reise. Über Österreich und Ungarn ging es in die Ukraine. Alles musste im Vorfeld sortiert, verpackt, beschriftet und gewogen werden. „Nur, wenn alles ganz genau deklariert ist, lässt der Zoll uns über die Grenze”, merkt Jakob Dechant an. Auch der Kontakt zu ukrainischen Hilfsorganisationen helfe. Nach drei Stunden konnten die beiden die Grenze passieren.

Angekommen in Mukatschewo, wurden die ersten Hilfsgüter an Kinderheime übergeben. Dechant empfindet den Ort als „relativ sicher”. Seit Beginn des Krieges habe es dort nur drei Raketenanschläge gegeben. „Die ersten drei Tage, in denen wir dort waren, heulten jeden Tag die Sirenen.” Dann dürfe man das Haus nicht verlassen. Wenn täglich um neun Uhr morgens per Lautsprecher in der Stadt zu einer Schweigeminute aufgerufen werde, blieben die Menschen stehen, der Verkehr ruhe. „Für einen Moment steht die Welt still.” Auch bei der zweiten Station in Lwiw wurden die Hilfsgüter dringend gebraucht. Dort gebe es häufiger Raketenanschläge.

Die Kinder leiden besonders

„Wir schauen jeden Tag Nachrichten und verfolgen das Geschehen ganz genau, natürlich macht man sich da Sorgen und hat auch mal Angst”, sagte Dechant. „Aber die Sachen müssen eben rüber”.

„Die Kinder leiden besonders unter dem Krieg”, betont der 67-Jährige. Deshalb kam die Idee auf, einen kompletten Transporter mit Dingen auf den Weg zu bringen, die Kindern zugutekommen. Mithilfe der Kleiderkammer in Höchstadt wurden Sachspenden gesammelt. Durch den stetigen Austausch mit Hilfsorganisationen in der Ukraine wissen die Mitglieder des Vereins genau, was benötigt wird. Auf die letzte Frage aus Deutschland „Was braucht ihr?” lautete die Antwort aus der Ukraine: „Alles!”.

Also kümmerten sich die Vereinsmitglieder zusammen um die so dringend benötigten Utensilien. Sie fragten bei Verwandten, Freundinnen und Freunden sowie Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen nach, ob sie etwas beisteuern können. Um Spenden zu sammeln, sind sie auf Weihnachtsmärkten vertreten und veranstalten Benefizkonzerte. Insgesamt war die Gruppe bereits 20 Mal in der Ukraine. Die Touren inklusive Verpflegung und Übernachtungen finanzieren sie aus ihren eigenen Taschen. „Die Spenden gehen zu 100 Prozent an die Menschen in die Ukraine”, wird hervorgehoben.

Die nächste Fahrt in die Ukraine plant der Verein für Ende September. Dann sollen Rollstühle, Toilettenstühle, Gehhilfen, Medikamente und Verbandsmaterial mitgenommen werden. Insbesondere Letzteres werde in großen Mengen benötigt, da es viele Verwundete gibt.

Spenden sind jederzeit willkommen

Wer spenden möchte, kann dies unter folgender Bankverbindung tun: Freunde der Ukraine 24, IBAN: DE77 7606 9404 0000 5035 33. Auf Wunsch können Spendenquittungen erstellt werden. Sachspenden sollten nur nach Rücksprache abgegeben werden – bei Familie Brantz in Ulsenheim (Telefon 09842/2385), bei Familie Dechant in Neustadt (Telefon 01520/8233855), bei Familie Münch in Burghaslach (0160/95891532) und bei Familie Pfäfflin Nefian in Gutenstetten (09161/7761).


Von LINDA MAATZ
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