Hell und freundlich präsentieren sich die Zimmer der Frauen und Männer mit Handicap, die in der sanierten und modernisierten Wohnstätte der Lebenshilfe in Scheinfeld leben. „Es ist toll geworden”, so das Fazit von Hauskoordinator Philipp Gawellek und dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Lebenshilfe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Hans Herold.
34 Erwachsene mit einer Behinderung können dort leben. Derzeit sind aber noch einige Zimmer frei, erzählt Gawellek beim Rundgang. Doch dies wird sich bald ändern, wenn all die Frauen und Männer, die während der Umbauphase, in der alles auf einen modernen Stand gebracht wurde, zurückkehren. Zwischenzeitlich waren oder sind sie noch in Wohnheimen der Lebenshilfe in Neustadt oder Bad Windsheim untergebracht.
Beim Rundgang durch das auch energetisch sanierte Gebäude bietet sich die Möglichkeit, eines der Zimmer anzuschauen, das bald wieder bewohnt sein wird. Es liegt im Erdgeschoss und hat, wie viele andere Räume auch, einen Zugang zur Terrasse. Die in den höheren Etagen liegenden Zimmer verfügen über die Möglichkeit, Balkone zu nutzen.
Schrank, Bett, Nachtkästchen und einige andere Möbel werden von der Einrichtung gestellt. Es können aber auch eigene Möbel, etwa ein Sofa oder ein Sessel, mitgebracht werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich schließlich wohlfühlen. Es ist ihr Zuhause. Einige leben schon viele, viele Jahre bei der Lebenshilfe, informiert der Hauskoordinator. „Jeder und jede hat hier ein eigenes Reich mit Privatsphäre.”
Die nun vergrößerten Bäder sind barrierefrei. Rund zwei Jahre dauerte die Sanierung der Wohnstätte in Scheinfeld, die in den 1980er Jahren als Mutter-Kind-Heim errichtet und 2002 von der Lebenshilfe übernommen worden war. Die Einrichtung war dann einige Jahre später noch um einen Anbau erweitert worden. Heizung, technische Anlagen und die Energieversorgung wurden auf Vordermann gebracht, merkt Herold an. Sie werden auch von der neuen, nebenliegenden Frühförderstelle genutzt. Das spare Kosten und schone Ressourcen.
Hell und freundlich sind auch die Gruppenräume, die neben einer Küche auch über einen Tisch, Stühle und eine gemütliche Sitzecke verfügen. Das sorgt für viel Aufenthaltsqualität. Die Bewohnerinnen und Bewohner, von denen die meisten wochentags in den Lebenshilfewerkstätten arbeiten oder die „T-ENE”, also die Tagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben der Lebenshilfe besuchen, leben je zu acht in einer Wohngruppe. Ein bis drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die Frauen und Männer pro Gruppe, von denen einige schwerstbehindert sind, andere einfachere Handicaps haben.
Das Ganze funktioniert nach dem Selbstversorgerprinzip. Frühstück und Abendessen werden von den Frauen und Männern, die derzeit zwischen 34 und 75 Jahre alt sind, mit Unterstützung selbst zubereitet. Ein Mittagessen gibt es wochentags in den Werkstätten oder bei der T-ENE. Am Wochenende wird mit Betreuung in den Gruppen gekocht. Küchen- und Einkaufsdienst in den unweit der Wohnstätte gelegenen Läden gehören dann dazu, erläutert Gawellek. Zu den Aufgaben gehört es ferner, sein Zimmer ordentlich zu halten.
Das Team der Mitarbeitenden, das den Bewohnerinnen und Bewohnern zur Seite steht, ist breit gefächert. Es besteht etwa aus pädagogischen und hauswirtschaftlichen Kräften, Erziehern, Gesundheits- und Krankenpflegekräften sowie Altenpflegerinnen und Altenpflegern. Sie alle sorgen dafür, dass sich die in der Wohnstätte Lebenden wohl und wie zu Hause fühlen.