Im Schillingsfürster Schlosshof hat der Fürstliche Weihnachtsmarkt am Wochenende Tausende von Menschen angelockt. Höhepunkt war am Samstag der Auftritt des Christkinds, das vom Balkon aus seine Adventsbotschaft formulierte. Kurzzeitig wurde es dunkler und stiller, was aber nicht zur Inszenierung gehörte.
Das Angebot im Budendorf konnte sich sehen lassen. Holzwaren gab es, Weihnachtsdeko und Adventskränze, Socken, Lose, Glühwein und Plätzchen. Viele Vereine waren vor Ort, grillten Würstchen, boten Crêpes an.
Der Kulturförderverein war im Eingangsbereich des Schlosses präsent und erinnerte mit seinem Angebot an das Liszt-Festival und den großen Kurienkardinal Gustav Adolf. Constantin. Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst kredenzte den berühmten österreichischen Marillenpunsch und plauderte mit den Besucherinnen und Besuchern.
Das Nachwuchsorchester der Stadtkapelle unter der Leitung von Edith Nützel hatte später auf der Bühne seinen großen Auftritt. Geboten wurden weihnachtliche Melodien, mal schwungvoll, mal besinnlich. Überhaupt war das Bühnenprogramm musikalisch abwechslungsreich, hatte der Posaunenchor Schillingsfürst doch Alpenländisches wie „Es wird scho glei dumpa“ und den Andachtsjodler vorbereitet. Und die Bläser ließen bei „Jingle Bells“ die Schellen klingen. Motiviert und klangfacettenreich begeisterten die Kinder von der Kita Kunterbunt.
Bürgermeister Michael Trzybinski dankte den Kindern und fragte nach ihren Weihnachtswünschen. Der Schlosshof füllte sich zusehends, alle warteten gespannt auf den Auftritt des Christkinds. Fabienne Marie Klopfer hatte in einem der fürstlichen Räume ihr Gewand angelegt und die Krone auf ihrem blondgelockten Haar drapiert. Nervös wirkte sie nicht. Sie war gut vorbereitet.
Zunächst sollte der Holzgehner auftreten. Doch plötzlich wurde es dunkler, das Keyboard war nicht mehr zu hören, das Mikrophon verstummte. Es fehlte der Strom. Nach wenigen Minuten lief wieder alles. Reiner Kolb betrat die Bühne. In Anlehnung an Theodor Storms Adventsgedicht „Von drauß‘ vom Walde komm ich her“ rezitierte er Verse mit Jenisch-Vokabeln: „Allüberall auf d Sprausespitze, lur i gwande Funke sitze“. Er soll „Pummerling, Knackeri und Mandelkern“ bringen, denn „des acheln alle Schrappen gern“.
Danach richteten sich alle Blicke nach oben auf den fürstlichen Balkon, „den höchsten, den es in Mittelfranken gibt“, so Bürgermeister Trzybinski schmunzelnd. Das Christkind trat auf, sprach seinen Prolog. Der Heimatbriefverfasser Helmut Wöckel hat ihn verfasst. Constantin Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürs, hat ihn ein wenig überarbeitet.
Es wurde ganz still bei den Worten des Christkindes: „Das Fest der Liebe ist nicht mehr fern, zum Weihnachtsfest führt uns ein Stern. Das Fest der Liebe kann dann nur besteh’n, wenn auch die Menschen sich versteh’n. Wenn zueinander sie freundlich sind, das gilt für Mann und Frau und Kind. Im Schlosshof auf der Frankenhöhe, ich Kinderchöre singen höre. Ein bunter Markt empfängt seine Gäste, freut euch auf das Fest der Feste. Denn hier im hellen Lichterschein soll jeder stets willkommen sein.“
Kinderaugen leuchteten, die Weihnachtsmarktbesucherinnen und -besucher applaudierten begeistert. Und dann intonierte Martin Lohbauer am Keyboard das Weihnachtslied „O du fröhliche“, in das die Menschen froh mit einstimmten, allen voran Bürgermeister Michael Trzybinski am Mikrophon.
Anschließend bat er die Ehrengäste auf die Bühne, sprach mit ihnen über Advent und Weihnachten, ließ auch die aktuellen Krisen nicht unbeachtet. In einem waren sich alle einig: Der Fürstliche Weihnachtsmarkt ist einmalig und unverwechselbar, einer der schönsten Weihnachtsmärkte in Westmittelfranken. Sie alle wünschten den Besucherinnen und Besuchern eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest.
Vor der Eröffnung des Weihnachtsmarktes hatte Dr. Mario Pietsch in der Kilianskirche Orgelmusik von Robert Rosenthal und Johann Sebastian Bach gespielt. Mit den ausgewählten Werken schuf er Klangräume zum zur Ruhe kommen.
Links in der Kirche steht ein Adventskranz, in der Mitte auf dem Altarbild ist Christi Geburt dargestellt, rechts daneben eine beleuchtete Krippe aufgebaut. Dort finden sich bisher nur die Hirten ein, analog dem Hirtenfeld in Bethlehem. „Maria durch den Dornwald ging“ spielte Pietsch, dann die Pastorale BWV 590, die zu „Kommet, ihr Hirten“ hinführt. Die Choralfantasien stammen aus der Feder des 1954 in Köln geborenen Rosenthal. Pfarrer i. R. Christhard Brödel moderierte und gab geistliche Impulse zum Advent.