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Veröffentlicht am 16.01.2026 13:00

Jubiläum der Partnerschaft Ansbach-Fermo: Mit einer Anzeige kam es zum Kontakt

In all der Zeit sind sich in Ansbach und dem italienischen Fermo viele Menschen aus den zwei Partnerstädten begegnet. In diesen Tagen feiern die Freundinnen und Freunde das 20-jährige Bestehen des Paktes in Ansbach, im April dann in Fermo. Doch wie kam der Kontakt zwischen den Kommunen damals eigentlich zustande?

Höhepunkt der Feierlichkeitenin Ansbach ist eine außerordentliche, festliche Sitzung des Ansbacher Stadtrats zum Jubiläum am Freitag, 16. Januar, um 17.30 Uhr in der Karlshalle. Dabei geht es auch darum, den Partnerschaftsvertrag zu erneuern. Für den 11. April sind dann gemäß den Angaben der Stadt die Feierlichkeiten in Fermo geplant.

Eine Affinität zur Nachbarregion Toskana im Rat

Die damalige städtische Referentin für Stadtmarketing, Ute Schlieker, später Kultur- und Tourismusreferentin, lebt heute auf der Antilleninsel Curaçao. Sie entdeckte damals eine folgenreiche Anzeige in einer Publikation. „Damals im Stadtrat gab es einige Stadträte, die eine besondere Affinität zur Toskana hatten”, führt sie aus. Namentlich nennt sie Wolfgang Bartusch und Irmgard Schellein.

Wenn man nach dem Stadtrat noch zusammengesessen sei, sei so immer wieder einmal die Idee aufgekommen, dass eine italienische Partnerstadt doch toll wäre. Ute Schlieker selbst fand den Gedanken grundsätzlich auch nicht schlecht. Im Büro blätterte sie dann einmal in einem Informationsbrief des Bayerischen Städtetags, der „eigentlich nicht immer so wahnsinnig spannend” war, wie sie findet.

An diesem Tag stieß sie allerdings unter der Rubrik „Nachrichten aus den Partnerstädten” auf eine Städtepartnerschafts-Suchanzeige der italienischen Kommune Fermo. Sie stellte sich als mittelalterliche Stadt in der Region Marken, einer Nachbarregion der Toskana nahe der Adria, vor, mit damals 35.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, sieben Kilometer vom Meer entfernt und Sitz der bekannten Modemarken Tod's und Prada.

In Sachen Tourismus auch nicht so überlaufen

„Als ich das als Schuh- und Handtaschenfan gelesen habe, habe ich mir gedacht: Das könnte doch die Stadt für uns sein”, bemerkt Ute Schlieker lachend. Die Anzeige gab sie an den damaligen Oberbürgermeister Ralf Felber weiter. So habe das Ganze seinen Anfang genommen, stellt sie fest. Fermo habe gern eine Kommune in Bayern als Partnerstadt haben wollen und habe bislang keine Städtepartnerschaft dieser Art gehabt.

Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner war laut den Worten der früheren Referentin der in Ansbach mit ungefähr 40.000 ähnlich, „und die Marken waren touristisch auch nicht so überlaufen”. OB Felber sei schließlich schon von einer ersten Sondierungsreise nach Fermo „mit großer Begeisterung” zurückgekommen.

Da sei er bereits auf Francesco Gismondi getroffen, der inzwischen längst „Presidente” des Partnerschaftsvereins Amici di Ansbach und Motor der Freundschaft in Fermo ist. Er habe dem Ansbacher Rathauschef viel gezeigt.

Ute Schliekers Bauchgefühl bestätigte sich

Ralf Felber und Fermos damaliger Bürgermeister Saturnino Di Ruscio besiegelten die Partnerschaft am 15. Juni 2006. Dazu war nach Angaben der Stadt Ansbach eine Gruppe von 120 Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kommune nach Fermo gereist. Da war Ute Schlieker auch das erste Mal in Fermo.

Ihr gutes Bauchgefühl bestätigte sich. Sie erzählt von der „tollen mittelalterlichen Kulisse” und von „den lieben Menschen”, die zum Teil auch Freunde geworden seien. „Wir fühlten uns sehr willkommen”, bekennt sie. Seit 2006 reiht sich in den zwei Städten nun Besuch an Besuch.

Seitdem Ute und Reinhard Schlieker auf Curaçao leben, kommen viele Ansbacherinnen und Ansbacher auf die Insel, wie sie schildert. Eine Freundin, die schon oft dort war, habe deshalb schon gesagt: „Wenn das so weitergeht, kann Curaçao bald eine Partnerschaft mit Ansbach aufmachen, und dann wüsste ich schon, wer sich auf der Insel darum kümmert.”

An dem Großen Festumzug zur Kirchweih in Ansbach 2016 beteiligten sich Mitglieder der Cavalcata dell’Assunta di Fermo, die für ihre Trommel- und Fahnenschwungkunst bekannt sind. (Archivbild: Andrea Walke)
An dem Großen Festumzug zur Kirchweih in Ansbach 2016 beteiligten sich Mitglieder der Cavalcata dell’Assunta di Fermo, die für ihre Trommel- und Fahnenschwungkunst bekannt sind. (Archivbild: Andrea Walke)
An dem Großen Festumzug zur Kirchweih in Ansbach 2016 beteiligten sich Mitglieder der Cavalcata dell’Assunta di Fermo, die für ihre Trommel- und Fahnenschwungkunst bekannt sind. (Archivbild: Andrea Walke)
Heute lebt die frühere Ansbacher Stadtmarketing-Referentin Ute Schlieker auf der Antilleninsel Curaçao. (Foto: privat)
Heute lebt die frühere Ansbacher Stadtmarketing-Referentin Ute Schlieker auf der Antilleninsel Curaçao. (Foto: privat)
Heute lebt die frühere Ansbacher Stadtmarketing-Referentin Ute Schlieker auf der Antilleninsel Curaçao. (Foto: privat)
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