Top Gun über Herrieden? Nicht wenige Menschen fühlten sich am Freitagmittag wie in einem schlechten Hollywoodfilm, als zwei Eurofighter der Bundeswehr waghalsige Manöver über der Altstadt hinlegten.
Es war zur Mittagszeit, als zunächst Fluglärm über dem Altmühlgrund zu hören war. Aus dem wolkenverhangenen Himmel tauchten zwei Kampfjets auf, die zunächst über den Wiesen zwischen Rauenzell und Herrieden so etwas wie einen Kickstart steil in den Himmel vollführten. Sekunden später waren die beiden Flugzeuge dann bereits über Herrieden, wo sie zwei Kreise über die Altstadt zogen und dabei laut Augenzeugenberichten die Flügelspitzen um etwa 90 Grad angedreht hatten.
„Wir im Rathaus hatten den Eindruck, die Piloten fast sehen zu können, so tief sind die geflogen. Das war alles andere als normal”, schilderte Verwaltungs-Geschäftsleiterin Anja Schwander ihre Eindrücke, die sich mit der Wahrnehmung vieler Menschen deckten. Schwander sprach in dem Zusammenhang von „vielen Beschwerden”, die darüber am Freitag im Rathaus eingingen. In einem Supermarkt hätte eine Frau einen Heulkrampf vor Schreck bekommen, in den Kindergärten seien ähnliche Reaktionen zu beobachten gewesen, berichtete Schwander aus vielen Telefonaten.
Bei den Kampfjets handelt es sich laut Auskunft aus dem Rathaus um Modelle der Bundeswehr, die am Luftwaffenstützpunkt in Neuburg an der Donau stationiert sind. Als erste Reaktion auf den Tiefflug über der Region suchte Bürgermeisterin Dorina Jechnerer das Gespräch mit dem zuständigen Oberst auf dem Fliegerhorst. Warum die beiden Mitglieder des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 ihre Übungen über Herrieden flogen, blieb dabei zunächst unbeantwortet. Erst am Montag will sich der Vertreter der Bundeswehr zu dem Vorfall äußern.
Dieser Text wurde erstmals am 10. Oktober publiziert.