Der Kanarienvogel - die gezüchtete und domestizierte Form des Kanarengirlitzes - ist als Ziervogel beliebt. Ursprünglich kommen Kanarengirlitze von den Kanarischen Inseln, Madeira und den Azoren.
Wer darüber nachdenkt, einen Kanarienvogel als Haustier zu halten, sollte sich über die Bedürfnisse der Ziervögel vorab genau erkundigen. Zwei Aspekte sind für die Haltung der Tiere besonders wichtig: Kanarienvögel brauchen Gesellschaft und ausreichend Platz.
Worauf es dabei genau ankommt, erklärt Jonas Liebhauser vom Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz gegenüber dem Industrieverband Heimtierbedarf (IVH).
Kanarienvögel müssen mindestens paarweise gehalten werden. Da die männlichen Tiere aufgrund ihres Territorialverhaltens aggressiv auf Nebenbuhler reagieren können, sollte man als Kombination besser zwei weibliche Tiere oder ein Männchen und ein Weibchen wählen. Auch eine Haltung in der Gruppe ist denkbar - vorausgesetzt, die Tiere haben ausreichend Platz.
Übrigens: Äußerlich lassen sich Männchen und Weibchen kaum unterscheiden. Welches Geschlecht die Kanarienvögel haben, erkennt man vor allem am Gesang. Die Männchen tragen das markante Trällern vor.
Grundsätzlich kann man Kanarienvögel sowohl in einer Außenvoliere mit Schutzraum oder in der Wohnung halten. In jedem Fall möchten die quirligen Tiere herumfliegen. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Für die Wohnungshaltung bietet sich bei ausreichendem Platz ein Vogelzimmer an. Wenn die Tiere täglich mehrere Stunden Freiflug bekommen, ist auch eine mindestens 150 x 60 x 100 Zentimeter große Voliere geeignet.
Besteht keine Möglichkeit, den Tieren Freiflug zu gewähren, muss die Grundfläche entsprechend größer sein. Für zwei Tiere sollte sie mindestens zwei Quadratmeter betragen und ein Volumen von mindestens drei Kubikmetern aufweisen - sprich: die Voliere sollte zum Beispiel 200 x 100 x 150 Zentimeter groß sein.
Tipp für die Wohnungshaltung: Auf flackerfreies Licht achten, und eine Leuchtquelle, die UV-A- und UV-B-Strahlung abgibt.
Wer ein Männchen und ein Weibchen hält und sich Nachwuchs wünscht, sollte den Tieren Nistmaterial zur Verfügung stellen, etwa Kokos-, Sisal- oder Jutefasern. Zudem brauchen die Tiere dann ein Nistkörbchen aus Draht oder Schilfgewebe. Mit etwas Glück baut das Weibchen daraus ein Nest und legt dort vier bis sechs Eier. Die Eier bebrütet sie etwa zwei Wochen, bis der Nachwuchs schlüpft.
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