Viele Schafhalter in Bayern können ihre Tiere aktuell nicht weiden lassen - oder müssen bereits jetzt eigentlich für den Winter gedachtes Futter bereitstellen. Zugleich seien auch die Reserven für das Winterfutter teils nur zur Hälfte oder weniger gefüllt, sagte Martin Bartl, Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Schafhalter, in Poing bei München.
Die Landwirtschaft im Freistaat leidet unter der langanhaltenden Trockenheit. Auf den Wiesen wächst derzeit kaum Futter nach, das geerntet oder für Weidetiere genutzt werden kann.
Bartl sagte, die Betriebe seien auch durch den erhöhten Wasserbedarf der Tiere belastet: „Viele denken bereits darüber nach, Tiere zu verkaufen beziehungsweise schlachten zu lassen.“
Die Preise für jede Art von Futtermittel seien sehr stark gestiegen. „Auch in unseren Nachbarländern hat es wenig geregnet. Österreich, Italien und die Schweiz kaufen viel Heu aus Deutschland zu. Das fehlt unseren Betrieben.“
Durch Regenfälle im Mai und im Juni sei der Norden Bayerns heuer noch etwas besser weggekommen, hat Bartl beobachtet. Betriebe in Mittelfranken, Schwaben, Oberbayern, Niederbayern und in der Oberpfalz stünden dafür stark unter Druck. „Ich denke, dass wir deshalb bis nächstes Jahr einen Einbruch bei den Schafzahlen bekommen werden, da sich die Winterfutterkosten nach derzeitigem Stand verdoppeln werden.“ Diese Tiere fehlten dann im kommenden Jahr für die Pflege der Flächen im Naturschutz.
Im Herbst 2025 lebten laut Landesamt für Statistik in Bayern mehr als 260.700 Schafe - in die Statistik flossen nur die Bestandszahlen von Betrieben mit mindestens 20 Schafen. Es gab mehr als 2.100 schafhaltende Betriebe.
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