Keine großen Überraschungen stecken im Wolframs-Eschenbacher Haushalt für das laufende Jahr. Am meisten Geld plant die Stadt für den Breitbandausbau ein. Kämmerer Stefan Beyerlein stellte das Zahlenwerk in der Stadtratssitzung vor.
Aus Sicht des Kämmerers ist es ein guter Haushalt, hob Beyerlein zu Beginn hervor. Trotz des schwierigen Umfelds konnte man etwas Positives auf die Beine stellen. Der Gesamthaushalt umfasst 12,20 Millionen Euro. Im Vorjahr war das Volumen um rund zwei Millionen Euro geringer. Dabei fällt auf: Der Verwaltungshaushalt hat sich im Vergleich nicht spürbar erhöht, der Vermögenshaushalt dagegen mehr als verdoppelt.
Ein Blick auf die Schulden. Die sollen im laufenden Jahr weiter sinken, erklärte Beyerlein. Rund 400.000 Euro Tilgungszahlungen sind vorgesehen, sodass man am Ende des Jahres eine Verschuldung von rund 2,3 Millionen Euro anstrebt. Das Rücklagenpolster möchte die Stadt bis Ende Dezember vergrößern. Zu Beginn des Haushaltsjahres standen dort 350.000 Euro. Rund 190.000 Euro sollen zugeführt werden.
Der Verwaltungshaushalt ist mit etwa 9,63 Millionen Euro veranschlagt. Im Vorjahr waren es rund 9 Millionen Euro. Die Einnahmen durch die Steuern bleiben mit rund 4,39 Millionen Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Schlüsselzuweisung wurde etwas angehoben. Die Stadt bekommt nun rund 1,18 Millionen Euro (im Vorjahr 1,06). Auf „Höchstniveau” ist die Einkommensteuerbeteiligung mit rund 2,38 Millionen Euro. „Das ist echt stark für Wolframs-Eschenbach”, so Beyerlein.
Auf der Ausgabenseite schlägt die Kreisumlage mit rund 2,06 Millionen Euro zu Buche und ist damit der größte Posten. Die Personalkosten steigen nicht an, da eine Stelle am Bauhof eingespart wurde, führte Beyerlein aus.
„Sorgenkind” seien, wie in vielen Kommunen, die Kosten für den Kindergarten, beschrieb Beyerlein. Durch das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz wird die Stadt ordentlich zur Kasse gebeten. Ausgaben von rund 1,92 Millionen Euro stehen Einnahmen von etwa 1,25 Millionen Euro gegenüber. Die Differenz zahlt die Kommune, sie sei jedoch zumindest im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen, so Beyerlein.
Der Verwaltungshaushalt schließt mit einem Überschuss von rund 1,08 Millionen Euro. Dieser Betrag wird dem Vermögenshaushalt zugeführt. Dieser umfasst etwa 2,57 Millionen Euro. Im Vorjahr standen an dieser Stelle rund 1,20 Millionen Euro. Sparen war nämlich im vergangenen Jahr das Motto.
Im laufenden Jahr ist der größte Posten im Investitionsprogramm der Breitbandausbau. Mit rund 690.000 Euro ist dieser veranschlagt. Die zweitgrößte Summe ist für die Sanierung der Schule vorgesehen. Die zirka 440.000 Euro kommen vom Bundessondervermögen und sollen laut Bürgermeister Micheal Dörr in die Bildungseinrichtung fließen.
Auch beim Kanal fallen Sanierungsarbeiten an. „Da müssen wir was tun”, betonte Dörr. Deshalb sind im Haushalt 100.000 Euro vermerkt. Für den Maschinenpark des Bauhofs sollen etwa 20.000 Euro ausgegeben werden.
Der Sirenenausbau der Feuerwehr wird mit 22.000 Euro zu Buche schlagen, für Schutzanzüge und Pager sind weitere 37.000 Euro vorgesehen. Auch einige Straßen werden bedacht. Die Ortsverbindungsstraße zwischen Wöltendorf und Reutern soll für etwa 85.000 Euro eine neue Deckschicht bekommen.
Die Fertigstellung der Straße im Baugebiet Mühlbuck V soll in den kommenden Jahren auch angegangen werden. Stadtrat Thomas Sichert (Freie Wähler) brachte an, dass dies nun wirklich einmal umgesetzt werden sollte. Die Bürgerinnen und Bürger hätten lange genug gewartet. Dörr stimmte zu, dass dies passieren sollte, allerdings sind einige Plätze noch nicht bebaut, es wäre besser, möglichst viele abzuwarten.
Größere Debatten löste der Haushalt nicht aus. Das Gremium stimmte geschlossen für das Zahlenwerk.