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Veröffentlicht am 31.03.2026 00:07

Keinen grünen Daumen? So gedeihen Balkonblumen trotzdem

Frühlingsstart auf dem Balkon: Mit pflegeleichten Blumen wird es schnell bunt und einladend. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Frühlingsstart auf dem Balkon: Mit pflegeleichten Blumen wird es schnell bunt und einladend. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Frühlingsstart auf dem Balkon: Mit pflegeleichten Blumen wird es schnell bunt und einladend. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)

Die ersten warmen Tage laden dazu ein, wieder mehr Zeit draußen zu verbringen – am liebsten auf dem eigenen Balkon. Mit bunten Blumen wird er im Handumdrehen noch einladender und lebendiger. Doch viele zögern, weil sie glauben, ohne grünen Daumen hätten die Pflanzen ohnehin keine Chance. Dabei gibt es zahlreiche robuste Arten, die auch kleine Pflegefehler verzeihen.

Gärtnerin Svenja Schwedtke erklärt im Interview, worauf es dabei ankommt, damit selbst Einsteiger lange Freude an blühenden Farbtupfern auf dem Balkon haben.

Frau Schwedtke, welche Balkonblumen sind besonders pflegeleicht?

Svenja Schwedtke: Zunächst ist es wichtig, dass man weiß, was man für einen Standort hat. Wenn der Balkon nach Süden ausgerichtet ist, wird man etwas anderes pflanzen, als wenn er nach Norden zeigt. Wir unterscheiden da zwischen sonnig, halbschattig und schattig.

Wer den Balkon jetzt zum Frühling schön machen will, kann mit Hornveilchen und kleinen Narzissen nicht viel falsch machen. Die sind nicht so schnell beleidigt, wenn es mal zu dunkel ist. Man kann auch Efeu dazwischen setzen, der ist relativ unkompliziert. Das würde auf einem schattigen Balkon gehen. In der Sonne wächst ohnehin alles andere, was man jetzt so kaufen kann. Tulpen oder Traubenhyazinthen zum Beispiel, die kann man fast nicht vertrocknen lassen, weil das Zwiebelblüher sind, die ihre Reserven aus der Zwiebel nehmen.

Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, wenn es also keinen Nachtfrost mehr gibt, kann man die Frühlingsblumen herausnehmen und Sommerblumen einpflanzen. Im Schatten wachsen gut Fuchsien, Schneeflocken und Glockenblumen. Auch hier würde ich wieder Efeu dazunehmen. In der Sonne ist vieles möglich. Da würde ich danach gehen, welche Farben mir gefallen. Bornholm-Margeriten, Mini-Petunien und Vanilleblumen passen in ein Farbkonzept mit Rosa, Lila und Weiß. Wer Gelb, Orange und Rot mag, kann Bidens, Husarenknöpfchen und knallrote Geranien nehmen.

Am besten überlegt man sich vorher, was man mag, damit man in der Gärtnerei nicht überfordert ist, sondern zum Beispiel sagen kann: „Ich habe einen sonnigen Standort, mag gerne Rosa und Lila und möchte etwas Stehendes und etwas Hängendes“.

Mit welchen Pflegetipps überleben die Blumen möglichst lange?

Schwedtke: Die genannten Arten sind alle dankbar dafür, wenn man sie gelegentlich düngt und gießt und nehmen einem Fehler nicht so schnell übel. Jetzt im Frühling würde ich jeden dritten Tag gießen, im Sommer jeden Morgen. An sehr heißen Tagen auch mal zweimal täglich. Es ist aber auch davon abhängig, wie windig und sonnig es ist, weshalb man es so pauschal nicht sagen kann. Es empfiehlt sich, einfach den Finger in die Erde zu stecken: Kommt der sauber wieder raus, dann ist es zu trocken und Zeit zu gießen.

Düngen hilft ungemein, damit die Pflanze lange blüht. Da würde ich mir einen guten flüssigen Balkonpflanzendünger kaufen, von dem ein Deckel voll mit ins Gießwasser kann. Auf der Packung steht, wie viel genau man braucht.

Zur Pflege gehört auch das Ausputzen. Das bedeutet, dass man die verblühten Teile abknipst. Dann sieht es zum einen schöner aus, wenn da nur frische Blüten sind. Zum anderen kostet Verblühtes die Pflanze Kraft, die man ihr durch das Ausputzen erspart.

Und noch zwei Tipps zum Balkonkasten: Es ist wichtig, dass das Wasser ablaufen kann, das Gefäß also ein Loch oder anderweitigen Ablauf hat. Denn Blumen können ja nicht nur vertrocknen, sondern auch ertrinken. Und man sollte oben einen Gießrand lassen: von der Oberfläche der Erde bis zur Kante des Kastens sollten mindestens anderthalb Zentimeter Platz sein. Dann kann das Wasser da stehen und in Ruhe einsickern und läuft nicht an der Seite runter.

Wie erkennt man, dass es den Blumen doch nicht gut geht - und was hilft dann?

Schwedtke: Ein Anzeichen ist, wenn die Blätter eine etwas andere Farbe bekommen – die werden dann so milchig, gräulich-grün. Und wenn die Blätter und Blüten hängen. Dann muss man erst einmal herausfinden, ob sie zu trocken oder zu nass sind, denn sie sehen in beiden Fällen so aus. Sind die Blumen zu trocken, hilft natürlich gießen. Wenn sie zu nass sind, sollte man sie eine Weile nicht gießen.

Wenn man das Gefühl hat, „Oh Gott, das sieht richtig schlimm aus, die sind richtig vertrocknet“, dann kann man die Pflanze auch obenrum großzügig zurückschneiden. Oft treibt die dann untenrum wieder aus. Wenn Sie etwa eine 30 Zentimeter hohe Pflanze haben, schneiden sie die oberen 20 Zentimeter ab, düngen und gießen, wenn die Erde trocken ist.

Natürlich spielt Übung eine große Rolle. Das Geheimnis ist: Sobald man erst einmal anfängt, sich mit Pflanzen zu beschäftigen und es einem Spaß macht, wächst mit der Zeit auch das Wissen.

© dpa-infocom, dpa:260330-930-887773/1


Von dpa
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