Zur Kirchweih in Weigenheim lohnt sich ein Blick in die Geschichte der wechselvollen konfessionellen Zugehörigkeiten und der evangelischen Kirche, deren Weihe ja der Ursprung der Feier ist.
Die Weigenheimer folgten bereits um 1525 der evangelischen Lehre. Nachdem zu jener Zeit die Landesherren den „auszuübenden Glauben“ vorgaben, war es in dem Dorf klar: Johann der Starke von Schwarzenberg und dessen Sohn Friedrich folgten dem reformatorischen Gedanken.
Mit dem Tod Hans von Schwarzenbergs im Jahr 1588 starb die protestantische Linie der Familie aus. Der nachfolgende Landesherr, Graf Georg Ludwig von Schwarzenberg, bekannte sich zum katholischen Glauben. Herr katholisch, Untertanen protestantisch – so waren die Voraussetzungen nicht ideal. Um es kurz zu machen: Mit Druck, mit Hilfe von Reiterei, mit List und Tücke sollten die Weigenheimer wieder zum katholischen Glauben gebracht werden.
1627 wurde die Schönburger Reiterei in Weigenheim einquartiert, die den evangelischen Pfarrer samt dem ebenfalls lutherischen Schulmeister vertrieb. Die Pfarreinkünfte gingen komplett an den katholischen Pfarrer von Hüttenheim, der dafür in Weigenheim katholische Gottesdienste zu halten hatte.
Stur waren sie aber, die Weigenheimer. Von 1627 bis 1664 besuchten sie die Gottesdienste in benachbarten protestantischen Gemeinden. Nach diesen 37 Jahren erhielten sie die Erlaubnis, ihre eigene Kirche wieder zu benutzen und einen eigenen Pfarrer einzusetzen. Aber für den Unterhalt des Geistlichen mussten eigene Mittel aufgewendet werden, wobei Pfarrrechte und -besitzungen verloren gingen.