In der Bürgermeisterdienstversammlung im Landratsamt in Neustadt informierte der Abteilungsleiter Kommunalwesen, Soziales und Bildung, Regierungsdirektor Tanju Cetinkaya, über die offiziellen Zahlen zur Unterbringung der Asylbewerber.
Anfang 2024 waren dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim 982 Menschen im Asylbereich zugewiesen. Im Februar dieses Jahres stieg deren Zahl auf 1084 Personen an. Die Neu-Zuweisungen im Jahr 2024 beliefen sich noch auf 404 Personen. 302 Personen waren im Laufe des Jahres nicht mehr auf eine durch den Kreis vermittelte Bleibe angewiesen. Sie wohnten privat oder verließen den Landkreis.
2023 hatte der Landkreis noch 342 Männern und Frauen unterbringe müssen. Cetinkaya erinnerte an den Oktober 2023 mit 197 Ankömmlingen. Dies habe zu einer erheblichen Belastung der Verwaltung geführt. Dagegen erfolgte die Verteilung 2024 gleichmäßig: Im Januar und im Februar kam niemand, im März waren es 30 Schutzsuchende, im April 37, im Mai 30, im Juni 59, im Juli 46, im August 65, im September 51, im Oktober Null, im November 46 und im Dezember 40.
Cetinkaya hatte auch die Gesamtstatistik für ganz Deutschland im Gepäck. Demnach gab es 2023 insgesamt 330.000 Erstanträge für Asyl, 2024 waren es nach seinen Worten 230.000. Für 2025 erwarte man eine weiter sinkende Zahl der Erstanträge, so der Abteilungsleiter, der damit Noch-Bundeskanzler Olaf Scholz zitierte. „Wir wissen aber nicht, ob das nur saisonal oder eine Trendwende ist“, sagte er. Eine Prognose wollte er nicht abzugeben.
Auch die neuesten Daten präsentierte Cetinkaya. Demnach musste der Landkreis diesen Januar fünf und im Februar vier Asylbewerber unterbringen. Die Erfüllungsquote des Landkreises liege derzeit bei 95 Prozent. „Weitere Zuweisungen sind voraussichtlich zu erwarten, wenn auch möglicherweise nicht in großer Anzahl. In diesem Fall würde sich die Erfüllungsquote automatisch anpassen“, führte Cetinkaya aus.
Der Großteil der untergebrachten Personen lebt in dezentralen Unterkünften. Derzeit stehen dafür 79 Häuser und Wohnungen zur Verfügung. Ergänzend betreibt das Landratsamt das Drehkreuz in Scheinfeld als zentrale Erstaufnahmeeinrichtung, um neu ankommende Asylbewerber koordiniert in Anschlussunterkünfte weiterzuleiten. Zusätzlich gibt es im Landkreis fünf Gemeinschaftsunterkünfte, die unter der Verantwortung der Regierung von Mittelfranken stehen. Darüber hinaus wird ein Hotel in Gallmersgarten genutzt. Von möglichen 60 Plätzen seien dort sieben belegt.
Im „Drehkreuz“ Scheinfeld sind derzeit 50 Personen untergebracht. Diese werden im Laufe dieser und nächster Woche umverteilt, sodass danach vorerst keine Asylbewerber mehr in Scheinfeld untergebracht sind. Aktuell verfolge der Staat die Linie, dass keine weiteren Unterkünfte mehr akquiriert werden. Die bestehenden Unterbringungsmöglichkeiten müssten also ausreichen. „Insgesamt ist die Unterbringungssituation im Landkreis derzeit gut handhabbar“, schloss Cetinkaya. Eine Steuerung aufgrund veränderter Rahmenbedingungen sei jedoch weiterhin erforderlich.