Kritik an Eralps Olympia-Nein: Pläne „vom Tisch gewischt“ | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 22.09.2026 12:30, aktualisiert am 22.09.2026 20:42

Kritik an Eralps Olympia-Nein: Pläne „vom Tisch gewischt“

Kaweh Niroomand: Eralp hat Bewerbung „vom Tisch gewischt“. (Archivbild) (Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)
Kaweh Niroomand: Eralp hat Bewerbung „vom Tisch gewischt“. (Archivbild) (Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)
Kaweh Niroomand: Eralp hat Bewerbung „vom Tisch gewischt“. (Archivbild) (Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)

Berlins Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand sieht das Ergebnis der Evaluierungskommission für den deutschen Bewerber als kleineres Hindernis für die Hauptstadt, als die Aussagen von Wahlsiegerin Elif Eralp. 

„Das viel Tragischere ist, dass Frau Eralp innerhalb von 45 Sekunden die ganze Bewerbung vom Tisch gewischt hat, dadurch eine enorme Verunsicherung unter die Verbände gebracht hat, damit auch absolut unsere Chancen richtig verringert hat“, sagte der 73-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

„Und zwar mit einem Stil, ohne mit uns im Vorfeld zu reden. Nach der Wahl sollte man schon über einige Positionen nachdenken“, sagte Niroomand. Auf ein Gesprächsangebot und einen offenen Brief des Kuratoriums für die Bewerbung Berlins um die Olympischen und Paralympischen Spiele an die Linken-Politikerin sei ihm mitgeteilt worden, „dass alles eigentlich schon gesagt ist“.

„Wenn das der neue Stil ist, wie man mit Andersdenkenden in der Stadt umgehen will, und so respektlos gegenüber anderen Menschen auftritt, die vielleicht eine andere Meinung haben, halte ich das für eine sehr gefährliche Entwicklung in nächster Zeit“, sagte Niroomand. Er gehe nicht davon aus, dass es vor der Entscheidung der DOSB-Mitgliederversammlung am Samstag noch zu einem Austausch kommen werde. „Das finde ich schon sehr eigenartig“, sagte der langjährige Geschäftsführer von Volleyball-Meister BR Volleys.

DOSB-Prüfer sehen München und Köln-Rhein-Ruhr vorn

Eralp, die nach ihrem Wahlsieg vom Sonntag Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden könnte, ist Olympia-Gegnerin und hatte den Bewerbungsprozess samt Kosten kritisiert. Die 45-Jährige sagte dann einen Tag nach der Wahl, dass sich die „Entscheidung erledigt“ habe. 

Sie meinte, die Berliner hätten bei der Wahl auch gegen Olympia gestimmt. „Insofern werden diejenigen, die das an Berlin herantragen, sich auch überlegen, ob das Sinn macht, dann so einer Bewerbung den Zuschlag zu geben.“

Dass die Prüfer des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) den Mitbewerbern München und Köln-Rhein-Ruhr am Dienstag ein besseres Zeugnis als Berlin ausstellten, bezeichnete Niroomand als „nicht sonderlich erstaunlich oder tragisch“. 

Die Kriterien seien alle nach der Abgabe des Konzeptes festgelegt worden. „Insofern war das für mich jetzt nicht überraschend. Wir hatten das auch schriftlich angemerkt auf mehreren Seiten beim DOSB, dass bei der Festlegung dieser Kategorie internationale Strahlkraft, was ja unsere Stärke ist, dass dort Kriterien zugrunde gelegt wurden, mit denen wir nicht ganz einverstanden waren“, erklärte der 73-Jährige.

München erhielt vom DOSB 87 von 100 möglichen Punkten, Köln-Rhein-Ruhr bekam 85 - beide erhielten damit die Bewertung „sehr gut“. Berlin erreichte 74,6 Zähler, das reicht für die Note „gut“.

© dpa-infocom, dpa:260922-930-725220/2


Von dpa
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